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Telegener Sturz eines Despoten

Vor 35 Jahren endete die Amtszeit von Ferdinand E. Marcos, des engsten US-Vasallen in Südostasien. Es war der erste medial voll ausgeleuchtete Machtwechsel in einem Land der sogenannten Dritten Welt – mal als »Wunder-«, mal als »Rosenkranzrevolution« überschwänglich gepriesen. Seit annähernd fünf Jahren amtiert mit Rodrigo R. Duterte ein Präsident in Manila, der sich als glühender Marcos-Verehrer versteht, und dessen Schandtaten, was allein die Menschenrechtssituation in dem Inselstaat betrifft, noch jene von Marcos in den Schatten stellt.

Hoher Blutzoll

Nach spanischer und US-amerikanischer Herrschaft besetzt Japan die Philippinen. Die Geschichte einer gescheiterten »Pazifizierung«.

Eiskalt geplant

Heute vor zehn Jahren wurden in der südphilippinischen Provinz Maguindanao 58 Menschen, darunter 32 Medienvertreter_innen, ermordet. Bis heute bleibt dieses Verbrechen ungesühnt.

Endstation Manila

Es war ein beklemmend-schauriger Anblick, zum Wochenbeginn ausgerechnet den Hitler-Idi-Amin-Marcos-Verehrer Rodrigo R. Duterte und eingefleischten Palästinenserfeind Benjamin Netanyahu gemeinsam händeschüttelnd auf Fotos diverser Nachrichtenagenturen abgebildet zu sehen. Der erste Israel-Besuch eines philippinischen Präsidenten hätte nebst Waffengeschäften und anderen bilateralen Verträgen weitaus Interessanteres im Umgang zwischen Filipin@s und Jüd_innen zutage fördern können – zahlreichen jüdischen Intellektuellen, Schriftsteller_innen, Wissenschaftler_innen und Künstler_innen bot der südostasiatische Inselstaat während des Zweiten Weltkriegs immerhin eine sichere Zufluchtstätte vor Hass, Verfolgung und Naziterror.

Zukünftige Vergangenheit

Am Montag wird in den Philippinen gewählt. Gut ­möglich, dass der Marcos-Clan bald ­wieder die Macht ausüben wird. Derweil drohen die Auseinandersetzungen im Süden des Landes wieder zu eskalieren.