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Ärztin »Naty« Castro verhaftet

Die Ärztin Natividad »Naty« Marian Silva Castro war Mitte Februar in ihrem Haus in San Juan City verhaftet worden. Erst mehr als 24 Stunden später wurde sie in der 1200 Kilometer entfernten Provinz Agusan del Sur im Gefängnis durch ihre Schwester ausfindig gemacht. Der Ärztin werden Entführung und die illegale Inhaftierung der entführten Personen vorgeworfen. Die Polizei beschuldigt Castro auch, Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Philippinen — New People‘s Army (CPP-NPA) und Leiterin des Gesundheitsbüros zu sein. Castros Familie und ihre Anwält_innen wiesen diese Anschuldigung kategorisch zurück.

Laut einer Erklärung der philippinischen Menschenrechtskommission (CHR) könnten nun aber die Polizeibeamt_innen, die an der umstrittenen Verhaftung beteiligt waren, wegen möglicher Verfahrensfehler haftbar gemacht werden. Die Kommission führte eine Reihe von Umständen während Castros Verhaftung an, die gegen die verhaftenden Beamt_innen vorgebracht werden könnten: Sie wiesen sich nicht ordnungsgemäß aus, verweigerten ihr den Zugang zu einem Rechtsbeistand und weigerten sich, ihrer Familie den künftigen Aufenthaltsort mitzuteilen.

Die philippinische Regierung bestritt, dass die Verhaftung Castros mit »red tagging« verbunden war. Der amtierende Sprecher des Präsidenten, Karlo Nograles, verwies darauf, dass das Innenministerium versichert habe, dass die Strafverfolgungsbehörden im Fall Castro »alles nach Vorschrift« getan hätten.
Nur wenige Tage später wurden der Aktivist und ehrenamtliche Gemeinschaftsschullehrer Chad Booc und vier weitere Personen durch Streitkräfte getötet. Nach Angaben des Militärs handelte es sich bei den insgesamt fünf Opfern um mutmaßliche Rebell_innen der New Peoples Army (NPA), die nach einer Reihe von Zusammenstößen mit dem Militär in Davao de Oro getötet wurden. Die Organisation »Save Our Schools Network« bezeichnet den Vorfall als »blutiges Massaker« an Zivilist_innen.

Chad Booc wurde Anfang 2021 beschuldigt »Kindersoldat:innen« der indigenen Bevölkerungsgruppe der Lumad ausgebildet zu haben. Das Militär hat das »Alternative Learning Center Agricultural Development« (ALCADEV), an der Booc arbeitete und andere Lumad-Schulen wiederholt als NPA-Fronten diffamiert. Die Regierung hat daraufhin die Schulen in Mindanao geschlossen. Der Makabayan-Block im Repräsentantenhaus fordert nun eine »sofortige« und »unparteiische« Untersuchung der fünf Morde.

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