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Recht auf Bildung—Dokumentation zur 36. ÖPK erschienen

Seit 1985 trifft sich die »Philippinen-Community« in Deutschland — Menschen, die persönliche oder berufliche Beziehungen zu den Philippinen haben oder sich für das Land interessieren — jedes Jahr im Herbst zu einer Konferenz. Zielsetzung der Ökumenischen Philippinenkonferenz, kurz ÖPK, ist es, die Teilnehmenden bei ihrer Solidaritäts- und Advocacy-Arbeit in ihren kirchlichen und privaten Gruppen vor Ort in Deutschland zu unterstützen. Es werden Informationen zu brennenden politischen und gesellschaftlichen Themen aufgearbeitet und vermittelt, um dadurch Denkprozesse anzustoßen. Die ÖPK will deutlich machen, dass das Handeln jedes Einzelnen gefragt ist, insbesondere hier und auf den Philippinen, wie auch anderswo auf unserem Globus.

Gemeinsames Arbeiten an Schlüsselthemen der Solidarität zwischen Philippinen und Deutschland in ökumenischer Perspektive bringt beruflich und ehrenamtlich Engagierte aus diversen Initiativen und Gruppen, Ordensgemeinschaften, Missions- und Hilfswerken zu anregendem und ergiebigem Austausch, kulturellem Erleben und liturgischem Feiern zusammen. Die jährliche ÖPK ist eigentlich als eine Dreitageskonferenz in Präsenzform am Wochenende angelegt. Leider musste die 36. ÖPK 2020 ganz ausfallen. Die ÖPK hat jedoch 2020 mit Factsheets zu den Themen Corona und zur philippinischen Diaspora in Deutschland und Europa ihre »Community« informiert. Dies geschah als Follow-up zum Thema der 35. ÖPK 2019 »Philippinische Diaspora in Deutschland« und in Zusammenarbeit mit dem philippinenbüro.

Die 36. ÖPK 2021 am 23. Oktober fand dieses Jahr als digitale Tagesveranstaltung per Zoom statt. Wir hoffen, dass die ÖPK 2022 wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden kann.

Thema der ÖPK 2021 »Philippinen – Recht auf Bildung – SDG4: Quality Education«

Blickt man von außen auf die Philippinen oder betrachtet man das Land im Vergleich zu seinen Nachbarländern, so gewinnt man zunächst den Eindruck, dass die Philippinen recht erfolgreich in der Umsetzung des Rechts auf Bildung sind. Das Bildungswesen garantiert den Zugang zur Grundschulbildung, die Analphabetenrate ist niedrig und Mädchen steht der Zugang auf allen Bildungsebenen offen. Bei genauerer Analyse ist jedoch die Situation für viele Filipin@s eine andere, weniger rosige: es bestehen sehr große Stadt-Land-Diskrepanzen, besonders bei der Qualität der Bildung, den Klassengrößen, dem Ausbildungsstand der Lehrenden. Zudem wird das Bildungssystem sozial exklusiver in den höheren Bildungsstufen. Der Zugang zu Colleges und Universitäten ist für die ärmere Bevölkerung unerschwinglich. Kindern aus indigenen Familien wird systematisch ihr Recht auf Bildung verwehrt. Gut ausgebildete Filipin@s verlassen in großer Zahl das Land (brain drain), um im Ausland einen niedriger qualifizierten Job anzunehmen, so auch als Pflegekräfte in Deutschland.

Programm

Das Thema Bildungswesen und Recht auf Bildung ist breitgefächert. Die große Teilnahme und die lebendige Diskussion in den einzelnen Programmteilen zeigte uns, dass wir eine interessante und spannende Auswahl getroffen haben und dass die Thematik die Teilnehmer_innen der ÖPK in ihrer Partnerschafts- und Solidaritätsarbeit interessiert.

  • In Plenumsveranstaltungen am Vormittag gab es einen Überblick zum philippinischen Bildungssystem sowie zur Rolle der Kirchen als wichtige Akteure im Bildungswesen. Auch wurde über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Ausbildung und den Schulbesuch in den Philippinen berichtet.
  • Die parallel abgelaufenen Workshops am Nachmittag boten ein breites Spektrum an Themen: von der deutsch-philippinischen Zusammenarbeit in der beruflich orientierten Bildung über koloniale/postkoloniale Perspektiven von Bildung, politische Bedrohungen und gewaltsame Übergriffe im Bildungswesen von Seiten der Regierung und des Militärs bis hin zu indigener Kultur und Bildung sowie der Vernachlässigung indigener Jugendlicher im Bildungswesen.

Leider hatten wir nicht die Kapazität, auch die Diskussionen in den Workshops und im Plenum zu dokumentieren. Jedoch wollen wir zumindest die Präsentationen der Referent_innen dokumentieren und Ihnen/Euch für die Philippinenarbeit zur Verfügung zu stellen.

Die Urheberrechte der Präsentationen liegen bei den jeweiligen Autor_innen.

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