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Maria Ressa nimmt Friedensnobelpreis in Oslo entgegen

Im letzten Monat erhielt die philippinische Journalistin Maria Ressa den Friedensnobelpreis für ihre unerschrockene Aufklärungsarbeit, die sie seit Jahren mit ihrer Onlineplattform Rappler betreibt. Unter anderem berichteten Ressa und ihre Kolleg_innen über den brutalen »Anti-Drogen Krieg« von Präsident Rodrigo Duterte. Noch bis Anfang Dezember sah es so aus, als müsste die Verleihung in Oslo am 10. Dezember ohne Ressa stattfinden, denn die philippinische Regierung wollte ihre Ausreise verhindern. Der formale Grund: das Risiko der Flucht. Die Journalistin steht wegen vermeintlicher Verleumdung unter Anklage und befindet sich nur gegen Kaution auf freiem Fuß. »Ihre wiederholte Kritik an philippinischen Gerichtsverfahren […] offenbart ihren mangelnden Respekt für das Justizsystem, folglich besteht für sie ein Fluchtrisiko«, erklärte der Rechtsanwalt der Regierung. Vielmehr sollte Ressa wohl daran gehindert werden, über die Missstände in ihrem Heimatland zu sprechen. Allerdings hat das Berufungsgericht am 3. Dezember Maria Ressas Antrag auf Reisegenehmigung stattgegeben und gestattet ihr einen fünftägigen Aufenthalt in Oslo. Die Richter_innen erklärten, dass die Reise für die Verleihung des Friedensnobelpreises »notwendig und dringend« sei.

Mit der Preisvergabe an die Journalistin setzte die Jury ein Zeichen für die Pressefreiheit und machte zugleich auf die Bedrohung der Meinungs- und Pressefreiheit durch autoritäre politische Systeme in der Welt aufmerksam. Ressa rief in ihrer Dankesrede dazu auf, für eine wünschenswertere Welt mit Vertrauen, Frieden und Mitgefühl zu kämpfen. Gleichzeitig kritisierte sie das Vorgehen der philippinischen Regierung sowie den Einfluss großer Internetkonzerne, die mit der Verbreitung von Hass und Lügen Profit machen und weltweit Gewalt schüren. Am Rande der Verleihung des Friedensnobelpreises traf Maria Ressa philippinische Journalisten_innen, die Teil der philippinischen Diaspora in Europa sind und extra zur Nobelpreisverleihung nach Oslo reisten. Ressa forderte die philippinischen Journalist_innen auf, »communities of action« zu bilden, um gemeinsam die politische Spaltung durch Desinformationen und Hass von Filipin@s im In- und Ausland zu verhindern.

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