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Allianz aus Clans

Parteienblock einflussreicher Familien tritt gemeinsam zu Präsidentschaftswahlen an.

In den Philippinen hat sich anlässlich der Präsidentschaftswahlen am 9. Mai 2022 ein Block aus reaktionären Parteien gebildet. Ziel ist es, dass der Sohn des früheren Machthabers Ferdinand E. Marcos, Ferdinand »Bongbong« Marcos Jr., als Sieger in den ­Malacañang-Palast einzieht. Vizepräsidentin soll die Tochter des amtierenden Staatschefs Rodrigo Dutertes werden, Sara Duterte-Carpio. 2028, nach Ende der Legislaturperiode ist dann geplant, dass die Bürgermeisterin der Metropole Davao City das höchste Staatsamt übernimmt.

Gebildet wurde das Bündnis, das unter dem Namen »BBM-Sara Uniteam« firmiert, am 25. November. Unterstützt wird es von den vier Parteien Partido Federal ng Pilipinas (PFP), Lakas-Christian Muslim Democrats (CMD), Hugpong ng Pagbabago (HNP, Fraktion für Wandel) und Pwersa ng Masang Pilipino (PMP, Kraft der philippinischen Massen). Jedoch handelt es sich bei ihnen weniger um klassisch programmatisch ausgerichtete Parteien, als vielmehr um parteiförmige Organisationen, die von bestimmten Familien in Wahlzeiten zur Einflusssicherung genutzt werden. In den Philippinen nennt man sie Trapos, ein Kofferwort für traditionelle Politiker_innen.

Im Falle der PFP ist es der Marcos-Clan, dessen Interessen sie vertritt. Bei der CMD handelt es sich um eine Gruppierung der Expräsidentin Gloria Macapagal-Arroyo, an dessen Spitze jedoch Duterte-Carpio steht. Gleichzeitig ist sie auch Vorsitzende der HNP. Die PMP wird vom Expräsidenten Joseph Estrada, angeführt. Estrada hatte nach Protesten, die von katholischer Kirche und dem Militär unterstützt wurden, als Präsident zurücktreten müssen. Anschließend wurde er wegen Plünderung verurteilt, jedoch später von seiner Nachfolgerin Macapagal-Arroyo begnadigt. Sie kam wiederum 2011 wegen des Vorwurfs der Plünderung und der Manipulation von Wahlen aufgrund ihres Gesundheitszustands in Krankenhaushaft, bevor sie der Oberste Gerichtshof nach Amtsantritt Dutertes im Sommer 2016 freisprach.

Vor allem Marcos zeigte sich nach dem Zusammenschluss der Parteien in Siegesstimmung. Das Bündnis sei »ein Zeichen der Einheit« und werde das durch schmutzige Politik polarisierte Land wieder »heilen und Frieden bringen«, berichtete die Tageszeitung Philippine Daily Inquirer am 26. November. Duterte-Carpio sagte nach der Verkündung der Allianz, dass das Bündnis ein lautes Echo »unseres Triumphes« sei.

Weitere Unterstützung erhielt der Block der Reaktionären durch das am Dienstag verkündete Ausscheiden des Präsidentschaftskandidaten Christopher Lawrence Go, dessen einzige Qualifikation darin bestand, Berater des Präsidenten Duterte zu sein. Wie die Manila Times berichtete, gab er für seine Entscheidung familiäre Gründe an: »Meine Familie ist der Meinung, dass es noch nicht der richtige Zeitpunkt für mich ist«. Nur Gott wisse, wann dieser Zeitpunkt kommen werde, so Go.

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