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Eine Million Menschen geimpft

Anfang März erhielten die Philippinen die ersten Lieferungen an COVID-19 Impfstoffen, anderthalb Monate später haben mehr als eine Million Menschen im Land eine Impfung erhalten. Damit hat das Land die vierthöchste Anzahl an verabreichten Impfungen in Südostasien nach Indonesien, Singapur und Myanmar. Zu den Geimpften gehören mehr als 900.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen, die in der Impfreihenfolge die oberste Priorität haben. Somit haben bislang ca. 63 Prozent des Gesundheitspersonals eine Impfung erhalten.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums (DOH) verzeichnen die Philippinen im April die höchste Zahl an bestätigten Infektionen seit Beginn der Pandemie. Damit wächst auch die Sorge, dass das Gesundheitssystem bald völlig überlastet sein könnte. Um den Strom an Patient_innen, die medizinische Versorgung benötigen, zu verwalten, möchte das DOH ein »Triage-System« in den lokalen Regierungseinheiten einrichten. Auf dieser Grundlage sollen Gesundheitsbeamt_innen einschätzen, ob Patient_innen in lokale Quarantäneeinrichtungen gebracht werden können oder ob sie bereits eine Behandlung im Krankenhaus benötigen.

Besonders die Hauptstadt hat mit dem Anstieg der Infektionszahlen zu kämpfen. Die Krankenhäuser in Metro Manila erklärten Anfang April, dass sie voll ausgelastet seien. Unterstützung bekommt das Personal in Manila von 50 Mitarbeitenden des Gesundheitswesens aus Cebu City. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist beunruhigt über die COVID-19-Situation in den Philippinen, da ein weiterer Anstieg der Infektionszahlen schon bald die Grenzen der Versorgungskapazität sprengen könnte, sagte der Regionaldirektor der WHO für den Westpazifik, Dr. Takeshi Kasai.

Die philippinische Regierung kämpft immer noch damit, ausreichend Impfstoffdosen für die Bevölkerung zu sichern. Ursprünglich hatten die Philippinen für den Monat April mit vier Millionen Impfstoffdosen gerechnet, von denen nun aufgrund von Lieferengpässen nur zwei Millionen Dosen erwartet werden können. Durch die globale Verteilung der COVAX-Einrichtung sollen die Philippinen zwischen April und Juni zu den Hauptempfängern des Pfizer-Impfstoffes gehören.

Seit Mitte April ist die Verwendung des Sinovac-Impfstoffs auch für Senior_innen mit geringem Gesundheitsrisiko erlaubt. Zuvor waren Personen über 59 Jahre ausgenommen worden. Das Gesundheitsministerium hat der Empfehlung der Food and Drug Administration (FDA) Mitte April zugestimmt, die Aussetzungsanordnung von AstraZeneca-Impfstoffen für Menschen unter 60 Jahren aufzuheben. Der Generaldirektor der FDA, Eric Domingo, betonte, dass die Vorteile des Impfstoffes die Risiken überwiegen. In anderen Ländern war zuvor von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit AstraZeneca berichtet worden.

In den Philippinen wird aktuell die Verwendung des Anti-Parasiten-Medikaments Ivermectin als prophylaktisches oder therapeutisches Mittel gegen das Coronavirus diskutiert. Dies geht auf die Initiative des Abgeordneten Mike Defensor zurück. Die WHO warnte vor der Behandlung von COVID-19 mit diesem Medikament, da dessen Wirksamkeit gegen die Krankheit nicht bewiesen sei. Trotz der vorherigen Warnung erteilte die FDA drei Krankenhäusern eine Sondergenehmigung für den Einsatz des Anti-Parasiten-Medikaments. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind die im Land registrierten Ivermectin-Produkte für den tierärztlichen Gebrauch bestimmt und nur zur Behandlung von inneren und äußeren Parasiten zugelassen.

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