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Immer mehr »red tagging«

Mehrere Prominente, wie die Schauspielerin Liza Soberano, wurden wegen ihrer Unterstützung der Frauenorganisation Gabriela angefeindet. Auf Facebook warnte Generalleutnant Antonio Parlade Jr. die Schauspielerin, nachdem sie als Rednerin an einem von Gabriela Youth organisiertem Webinar über Kinder und Frauenwohlfahrt teilgenommen hatte: »Liza Soberano, es gibt immer noch eine Chance, sich von dieser Gruppe zu distanzieren. Wenn Sie es nicht tun, wird Sie das gleiche Schicksal erleiden wie Josephine Anne Lapira«. Lapira war eine 22-jährige Studentin, die 2017 von Regierungstruppen getötet wurde. Viele Filipin@s, liberale Politiker_innen und die Menschenrechtskommission solidarisierten sich mit der Schauspielerin und kritisierten Parlade wegen seiner Äußerungen, die ihrer Meinung nach einer Morddrohung gleichkamen. Zudem mahnte Parlade in demselben Facebook-Post auch Miss Universe 2018 Catriona Gray, »nicht dem Weg zu folgen«, den die Schauspielerin Angel Locsin eingeschlagen hatte, die mehrere Menschenrechtsgruppen unterstützte. In einer Anhörung vor dem Senatsausschuss bestritt Parlade, die Schauspielerinnen Liza Soberano und Angel Locsin, sowie Miss Universe 2018 Catriona Gray mit der kommunistischen Bewegung in Verbindung gebracht zu haben. Parlade behauptete, die Schauspielerinnen nur gewarnt zu haben, damit sie nicht von »Kommunisten instrumentalisiert werden«.

So wie den Schauspielerinnen ergeht es auch vielen anderen Akteur_innen der philippinischen Zivilgesellschaft. Das sogenannte red tagging von Aktivist_innen und Oppositionellen hat sich unter Präsident Duterte intensiviert, der kürzlich Mitglieder des progressiven Makabayan-Blocks beschuldigte, zur Front der Kommunistischen Partei der Philippinen zu gehören. Daraufhin wurden mehrere Verwaltungsbeschwerden gegen eine Reihe von Regierungsvertreter_innen eingereicht. In einer Senatsausschussanhörung machte Senator Panfilo Lacson deutlich, dass er die Empfehlung red tagging zu kriminalisieren »ernsthaft in Erwägung zieht«. Duterte belächelte diesen Vorschlag nur.

Viele Aktivist_innengruppen und der Makabayan-Block im Repräsentantenhaus sagen, dass red tagging größtenteils vom Militär, der Polizei und deren Unterstützer_innen genutzt wird, um sie zu schikanieren und einzuschüchtern. Dies kann schlimme Folgen haben, wie Verhaftungen, Bedrohungen bis hin zur Ermordung der rotmarkierten Personen. Das jüngste tragische Beispiel ist der Mord an der Ärztin Dr. Mary Rose Sancelan und ihrem Ehemann Edwin Sancelan, auf der Insel Negros.

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