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Ihre Stimme trägt weiter

Die philippinische Menschenrechtsaktivistin Zara Alvarez ist tot — ermordet am 17. August 2020 in Bacolod City. Europäische Organisationen verurteilen die Tat und geben ihrem Anliegen eine Stimme.

Wir sind traurig, fassungslos und wütend. Am Abend des 17. August wurde die Menschenrechtsverteidigerin Zara Alvarez (39 Jahre alt) in Bacolod City erschossen, wenige Stunden nachdem der am 10. August ermordete Landrechts- und Friedensaktivist Randall Echanis beerdigt wurde.

Die Unterzeichnenden dieser Pressemitteilung stehen nicht nur in Solidarität geschlossen an der Seite der philippinischen Zivilgesellschaft, sondern fordern gleichzeitig Gerechtigkeit und ein Ende der Repression regierungskritischer Stimmen in den Philippinen.

Zara Alvarez setzte sich seit ihrer Jugend aktiv für eine gerechtere Gesellschaft ein und kämpfte für den Schutz der Menschenrechte auf der Insel Negros. Zuletzt arbeitete sie bei der Gesundheitsorganisation NIHP-CD (Negros Integrated Health Programm for Community Development). Die Themen, für die sie sich einsetzte, und die Kritik, die sie übte, lösten eine Reihe von Einschüchterungsversuchen aus. Seit Jahren erhielt sie Morddrohungen, wurde zwischen 2012 und 2014 im Zuge einer fingierten Verurteilung inhaftiert und nach ihrer Freilassung durch die Regierung als Terroristin denunziert. Zu ihrem Schutz wurde Zara Alvarez durch internationale Menschenrechtsbeobachter_innen, seit 2014 intensiv auch durch Prozessbeobachtung, begleitet.

Nach bisherigem Erkenntnisstand lauerte der_die maskierte Mörder_in ihr auf, um sie gezielt zu erschießen und anschließend mithilfe einem_r Komplizen_in auf einem Motorrad zu fliehen. Der_die Täter_in mag bislang unbekannt sein, aber wir wissen: Die wiederkehrenden Drohungen gegen Aktivist_innen durch Präsident Rodrigo Duterte, flankiert von Gesetzen wie dem Anti-Terror-Gesetz, das die Auslegung von regierungskritischen Aktivitäten als Terror, ergo Repression erleichtert, bilden einen Grundstein für ein zunehmend autoritäres und repressives Klima in den Philippinen. Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass der philippinische Staat unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung brutal gegen Menschenrechtsverteidiger_innen und andere zivilgesellschaftliche Kräfte vorgeht. Deren Einsatz für die Menschenrechte, eine saubere Umwelt, eine gerechte Landverteilung und die Rechte von Indigenen soll von Seiten der Regierung behindert und delegitimiert werden. Menschenrechtsaktivist_innen, Journalist_innen, Umweltschützer_innen, Juristen_innen und andere werden so öffentlichen Beleidigungen und Verunglimpfungen sowie fabrizierten und manipulierten Rechtsverfahren mit haltlosen Anschuldigungen bis hin zu physischer Gewalt ausgesetzt. Zara Alvarez ist eines der Opfer.

Wir wissen auch, dass sie nicht das einzige Opfer dieser Gewalt ist. Wenn wir um Zara Alvarez trauern, trauern wir gleichzeitig um Randall Echanis, Ben Ramos, Jory Porquia, Bernardino Patigas; um alle, die wegen ihres Engagements für eine gerechtere Gesellschaft ermordet wurden.

Um ihrer zu gedenken, wollen wir uns umso mehr solidarisch mit der philippinischen Zivilgesellschaft zeigen und Zaras Anliegen und den Werten, für welche sie gestanden hat, eine eindrückliche Stimme geben.

Wir fordern Gerechtigkeit für Zara Alvarez! Gerechtigkeit für alle politisch Verfolgten und Opfer des Duterte-Regimes!

Mitzeichnende Organisationen

Aktionsbündnis Menschenrechte – Philippinen (AMP), Amnesty International (Deutschland), Amt für Mission, Ökumene und Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen, Arbeitskreis der Ökumenischen Philippinenkonferenz, Philippine Women’s Forum e.V./Babaylan Germany, barkadas e.V., UK Campaign for Human Rights in the Philippines (CHRP), Carpus e.V., Deutsch Philippinische Freunde e.V., Dreikönigsaktion Hilfswerk der Katholischen Jungschar, International Coalition for Papua (ICP), International Peace Observers Network (IPON), Kirchenkreis Koblenz der Evangelischen Kirche im Rheinland, Korea-Verband e.V., Misereor, Missio München, philippinenbüro e.V., Philnetz e.V., PowerShift e.V., Stiftung Asienhaus, Vereinte Evangelische Mission (VEM/UEM), Westpapua-Netzwerk (WPN)

Mitzeichnende Privatpersonen

Michelle Anders, Bishop Antonio Ablon (IFI), Philipp Bück, Prof. Christoph Antweiler (Universität Bonn), Dr. Rosa Cordillera Castillo (Humboldt Universität zu Berlin), Pfarrerin Joy dela Cruz (Ev. Kirche von Westfalen), Dr. Bernhard Hoeper (Bonn), Pfarrer Dr. Christian Hohmann (Ev. Kirche von Westfalen), Risa Jopson, Stella Matutina, Dr. Oliver Pye (Universität Bonn), Michael Reckordt, Hadje C. Sadje (Foundation Academy of Amsterdam), Jasmine Grace Wenzel, Dr. Rainer Werning (Publizist, Köln), Fr. June Mark Yañez (IFI)

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