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COVID-19 trifft die Armen am härtesten

Am 15. März stellte Präsident Rodrigo Duterte Metro Manila unter Quarantäne. Zwei Tage später folgte eine Ausweitung der Quarantänebestimmungen auf die gesamte Insel Luzon. Seither ist die Bevölkerung angewiesen, ihre Häuser nur wenn unbedingt notwendig zu verlassen, beispielsweise um Lebensmittel zu kaufen oder systemrelevanten Tätigkeiten nachzugehen. Die Abriegelung (der sogenannte Lockdown) beinhaltet die Aussetzung des öffentlichen Personenverkehrs, die Schließung von Geschäften und Schulen. Militär und Polizei bewachen Gemeindegrenzen, um die Ein- und Ausreise zu verhindern, und die Ausgangssperre zu kontrollieren.

Besonders für die Bewohner_innen ärmerer Communities bedeutet der Lockdown wenig bis gar kein Einkommen. Zwar versicherte Duterte, dass Bedürftige Nahrungsmittel erhalten würden, doch die versprochenen Hilfen kommen kaum an. Hilfesuchende bleiben auf Spenden von Kirchen, NGOs und Privatpersonen angewiesen. Ähnlich sieht die Situation für viele Obdachlose aus, deren Gelegenheitsjobs aufgrund der Quarantäne wegbrechen. Auch sie leiden Hunger und können sich kaum noch selbst versorgen. Am 1. April trieb der Hunger die Menschen aus Sitio San Roque in Quezon City letztlich auf die Straße. 21 Personen wurden verhaftet, da sie damit gegen die Ausgangsbeschränkungen verstießen.

Die Eindämmung der Corona-Pandemie in den Philippinen ist unabdingbar. Das Einhalten von Quarantänebestimmungen ist für die Armen aber eine viel größere Herausforderung, leben sie doch in kleinen Wohnungen und überfüllten Vierteln, reisen in überfüllten, öffentlichen Verkehrsmitteln und kaufen an überfüllten Orten ein. Entweder arbeiten sie trotz der aktuellen Lage an überfüllten Orten oder müssen erleben, wie ihnen die Abschottung die finanzielle Lebensgrundlage entzieht. So trifft die Pandemie die einkommensschwächste Bevölkerung am härtesten und macht die ohnehin schon bestehenden Ungleichheiten beim Zugang zu Unterkunft, Nahrung, Bildung und Gesundheitsversorgung der Bevölkerung noch deutlicher.

Die Regierung Dutertes konzentriert sich indes offenbar lieber auf die strenge Durchsetzung der Quarantäne, als deren Auswirkungen auf die Schwächsten der Bevölkerung zu mildern. Dutertes präsidiale Machtbefugnisse wurden durch die Abstimmung des »Bayanihan to Heal as One Act«-Gesetzentwurfs vom Repräsentantenhaus und dem Senat am 24. März erweitert. Landesweit agiert der Präsident nun auf Basis erweiterter Notstandsvollmachten. Für Furore sorgte der Präsident mit seiner Aussage, die Durchsetzung der Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus notfalls mit Waffengewalt durchzusetzen.

In einer Fernsehansprache am 6. April räumte der Präsident ein, dass die von der Regierung bereitgestellte Summe von 200 Milliarden Pesos zur sozialen Unterstützung der Bevölkerung nicht ausreiche, um allen einkommensschwachen Familien während des Lockdowns zu helfen. Ebenso kündigte er an, die Quarantänemaßnahmen in Luzon womöglich bis Ende April zu verlängern.

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