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Veränderungen

Hallo zurück! Wieder einmal ist viel Zeit vergangen und es ist so einiges passiert.

Fest steht auf jeden Fall, obwohl es natürlich auch Tiefpunkte gibt, dass ich noch nicht im Juli zurück nach Deutschland will. Ich habe hier so viel, was ich nicht zurücklassen möchte. Mir ist besonders in der letzten Zeit nochmal bewusst geworden, wie sehr das mein Zuhause geworden ist. Es ist wirklich meine 2. Familie. Ich hatte total viele Erkenntnisse über mein Leben und Familie in Deutschland aber auch über mein Leben und Familie hier.

Meine Eltern und mein kleiner Bruder waren über Weihnachten und Neujahr hier. Es war wunderschön mit ihnen, aber auch nochmal eine sehr große Umstellung für mich. Ich lebe wirklich ein sehr philippinisches Leben und da war es natürlich total komisch drei Deutsche plötzlich da zu haben, die auf jeden Fall einen anderen Lebensstil haben. Aber meine Eltern haben sich sehr, sehr schnell angepasst und lieben die Philippinen fast genauso dolle wie ich. Zumindestens würden sie es überhaupt nicht schlimm finden, wenn ich irgendwann mal wieder für längere Zeit auf die Philippinen zurückkehren würde oder sogar einen Filipino heiraten würde! HAHA! Naja, mal sehen, was die Zukunft bringt. Eine Sache weiß ich auf jeden Fall: ich werde noch ganz oft zurückkehren und vielleicht mal längere Zeit hier leben. Dass ich mich so fühle, wie ich mich fühle, habe ich auf jeden Fall am meisten meiner Gastfamilie zu verdanken und ich kann es mir kaum vorstellen, sie am Juli auf unbestimmte Zeit verlassen zu müssen.

Bevor ich jetzt jedoch anfange in Traurigkeit zu versinken, weil schon über die Hälfte meines Freiwilligendienstes rum ist, erzähle ich euch, was ich für tolle Sachen in den letzten zwei Monaten erleben durfte.

Ein Tag vor der Ankunft meiner Familie, feierten wir den Geburtstag von meinem Gastbruder. Ich sage euch, philippinische Geburtstagfeiern sind der Knaller!  Der Filipino Way hier auf dem Land zu feiern ist einfach legendär. Man trinkt, isst und sinkt. Wir nennen sie Barangay-Partys. Da es keine Bars und Clubs gibt, feiert man immer bei sich zuhause (also bei sich im Barangay, irgendwo im nirgendwo) um die Karaokemaschine herum. Es gibt einen riesigen Haufen leckerem Essen. Über die Lautstärke muss man sich überhaupt keine Gedanken machen, da es keine Nachbarn in unmittelbarer Umgebung gibt. Und ich sage euch, die Karaokemaschine ist immer auf voller Lautstärke.

Leicht verschlafen machte ich mich dann am nächsten Tag auf nach Manila, um meine Familie abzuholen. Somit starteten die drei Wochen mit meiner Familie.

Sie durften für zwei Wochen bei meiner Gastfamilie mitwohnen, was einfach nur toll war. Somit konnten sie richtig gut ins philippinische Leben reinschnuppern und mussten aber auch alles mitmachen, was dazu gehört. Wie zum Beispiel, die letzten Tage vor Weihnachten um 4:30 Uhr in die Kirche gehen. Aber wie gesagt, sie lieben die Philippinen genauso wie ich und hatten zwei wunderschöne Wochen bei mir Zuhause. Zusammen feierten wir Weihnachten und Neujahr und unternahmen ganz viel in der Umgebung. Unter anderem besuchten wir eine Diakonenweihe, die Abschiedsfeier von unserem ehemaligen Bischof Riccardo und noch andere Gemeinden. Danach reisten wir noch in den Norden und besuchten die berühmten Reisterrassen.

Mit dem Abschied meiner Eltern, kam auch der endgültige Abschied unseres Bischofs Ricardo. Dafür reiste ich mit meiner Gastmutter in das 10h entfernte Tuguegarau um bei seiner Einführung als Erzbischofs in seinem neuen Bistum dabei zu sein. Eine riesige beeindruckende Feier (mit ganz viel Essen). Den Abend lies ich dann mit paar Pfarrern und Diakonen aus unserem Bistum ausklingen. Ganz ehrlich, ich hätte mir nie im Leben erträumt, dass ich mich mal so gut mit denen verstehen würde. Diese Jungs sind mit Abstand die lustigsten und coolsten Menschen, die ich hier kennen lernen durfte.

Zurück in Mabini, startete die Fiesta Woche. Jeden Tag gab es Veranstaltungen, Feiern, Wettkämpfe und sogar eine mini Kirmes. Es gab eine riesige Eröffnungsfeier mit einer Parade, riesige Tanzveranstaltungen, Partys und die Krönung der Miss Mabini. Ich war immer fleißig dabei und es war eine aufregende Woche. Es war schon beeindruckend, wie einfach jeden Abend die ganze Stadt zusammen ihre Fiesta feierte. Eine Fiesta ist die Patronatsfeier der Stadt.

Die Woche danach ging es schon in den Süden auf Negros zu unserem Zwischenseminar. Ich kann es eigentlich nur nochmal wiederholen aber… die Philippinen sind so wunderschön und ich liebe es einfach hier zu sein. Insgesamt blieb ich einige Zeit unten auf den Visayas und erkundete all die wunderschönen Inseln.

Unser einwöchiges Seminar auf Negros mit 13 anderen deutschen Freiwilligen war ein super Austausch und total interessant; oft hatten wir eigentlich ähnlich gute oder auch schlechte Erfahrungen gemacht. So kamen sehr viele Gespräche mit dem Satz: „Oha, das habe ich auch erlebt!“ zustande und es wurde sehr viel gelacht. Zudem tat es auch mal gut, dass letzte halbe Jahr Revue passieren zulassen und sich bestimmt Fragen nochmal zu stellen wie zum Beispiel, was man eigentlich noch alles erreichen möchte oder auch, was man überhaupt schon alles erlebt hat. Generell hat jeder das abendliche Beieinandersitzen genossen und die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Als Abschied, fuhren wir noch ein ganzes Wochenende nach Dumaguete und besuchten Apo-Island zusammen. Danach ging für uns die große Reise erst los.

Insgesamt zu 8 verbrachten wir noch paar Tage auf Siquijor Island und dann ging es für Max, Alice und Lukas und mich noch weiter. Ich muss zugeben, ich habe mich ziemlich in die Visayas verliebt, besonders in Cebu. Nach meiner Rückkehr hatte ich mit meiner Gastmutter, die aus Cebu stammt, ein lustiges Gespräch. Sie meinte, sie würde sich manchmal immer noch fragen, warum sie nicht in Cebu geblieben ist, da es dort doch viel schöner wäre. Und ich muss zugeben, Cebu ist schon mal was anderes als Pangasinan. Wenn ich je nochmal hierher zurückziehen werde, wäre glaube ich Cebu als Wohnort an erster Stelle. 

Viel zu schnell ging die Zeit herum und jetzt bin ich wieder Zuhause und realisiere langsam, dass ich nur noch 4 Monate hier bin. Ich bin auf jeden Fall noch nicht bereit dafür.

Während meiner Abwesenheit ist einiges passiert. Leider ist meine Arbeit in der SPED Klasse beendet worden. Mit mir selber wurde darüber überhaupt nicht kommuniziert. Meine Gastmutter war diejenige, die mit den Neuigkeiten herausgerückt ist und mir schon während meines Urlaubs mitgeteilt hatte, dass ich wohl nicht mehr zurückkehren darf. Bis vor kurzem wurde mir der richtige Grund auch gar nicht mitgeteilt, jeder hatte mir irgendwas anderes erzählt. Immerhin weiß ich jetzt, worin das Problem liegt: mein Zwischenseminar auf Negros/Cebu. In Cebu gab oder gibt es immer noch mehrere Corona-Fälle. Die Schulleitung hatte deswegen während meiner Abwesenheit beschlossen, dass ich nicht mehr zurückkommen darf, da ich ein zu hoher Risikofaktor für die Kinder geworden bin. Jedenfalls habe ich seit Montag zwei neue Arbeitsplätze und es gefällt mir bis jetzt sehr, sehr gut. Ich bin jetzt vormittags in einer Daycare Einrichtung in Mabini und nachmittags im Kindergarten bei mir im Barangay Magalong. Mit meinen neuen Lehrern verstehe ich mich total gut und ich wurde super schnell aufgenommen.

Seit die Sache mit dem Coronavirus ist, scheinen wir Ausländer eine ziemlich große Gefahr in den Augen der Filipinos zu sein. Da ich mich bei meinem neuen Arbeitsplatz sehr wohl fühle, ist der Wechsel für mich überhaupt nicht schlimm und freue mich auch den kommenden Monat. 

In diesem Sinne, bis bald und passt auf euch auf!

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