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Das Maguindanao-Massaker und sein Urteil

Seit fast zehn Jahren ist Richterin Jocelyn Solis-Reyes mit dem Magunindanao Massaker Fall befasst. Am Abend des 23. November 2009 griffen Paramilitärs den Konvoi von Angehörigen eines Gouverneurskandidaten in Maguindanao (Mindanao) an, töteten 58 Personen und vergruben die Leichen am Straßenrand. Laut Reporter ohne Grenzen ist es das »größte einzelne Massaker an Journalisten der Geschichte«. Unter Verdacht stand die lokalpolitisch einflussreiche Ampatuan-Familie beziehungsweise deren Privatarmee. Die Ampatuans dominierten über viele Jahre die Provinz Maguindanao — bis ein lokaler Rivale, Esmael Mangudadatu, 2009 in den Gouverneurswahlen die Herrschaft des Clans herausforderte.

Laut Zeug_innenaussagen nutzten die Ampatuans ihre mehr als hundertköpfige Privatarmee, die sie zur Bekämpfung muslimischer Rebellen legal unterhalten durften, für das Massaker. Die Opfer wurden samt Fahrzeugen in Massengräbern verscharrt, die mit Baggern ausgehoben wurden. Sechs Passant_innen, die zufällig vorbeifuhren, wurden gleich mit ermordet, weil sie für einen Teil des Konvois gehalten wurden. Mangudadatu verlor bei dem Massaker seine Frau und mehrere Angehörige. Die Wahl jedoch gewann er und ist inzwischen sogar Kongressabgeordneter.

Nach mehr als neun Jahren vor Gericht verkündete am 19. Dezember 2019 Richterin Solis-Reyes das Urteil. Die Ampatuan-Brüder Datu Andal Jr., Zaldy und Anwar Sr. wurden in 57 Fällen des Mordes verurteilt. Andere Mitglieder des Ampatuan-Clans sowie die Neffen der Ampatuan-Brüder Anwar Jr. und Anwar Sajid wurden ebenfalls verurteilt. Die Brüder Datu Andal Jr. und Zaldy Ampatuan wurden zu jeweils 40 Jahren haft verurteilt. Insgesamt wurden 28 Personen zu 40 Jahren und 15 Personen zu 6 bis 10 Jahre für Komplizenschaft verurteilt und 55 Personen freigesprochen.

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