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Leben am anderen Ende der Welt

Da die letzte Woche doch ganz gut mit Programm gefüllt war, ging es dann wieder etwas ruhiger zu. Am nächsten Abend, nachdem ich wieder allein in meinem Zimmer schlafen konnte, war Sankt Martin. Mein Vater hatte mich am Sonntag Abend noch gefragt, ob man das hier auch feiert. Da ich das erst einmal wieder am nächsten Tag sehr kurzfristig erfahren würde, verneinte ich dies noch am Telefon. 

Allerdings wurde ich montags dann eben aus meinem Mittagsschlaf gerissen, ich solle doch zum Gottesdienst zu unseren Nachbarn kommen. 

Vielleicht ein kurzes Wort zum Thema Mittagsschlaf. Ich habe in Deutschland nur unregelmäßig mal einen Mittagsschlaf oder – wie man heute sagt – einen „Nap“ gemacht. Aber hier kommt es schon häufig vor, dass ich mich nach der Arbeit für anderthalb Stunden hinlege und dann erst wieder zum Abendessen geweckt werde. Man muss halt sagen, dass die Hitze schon sehr viel Energie raubt. Aber das geht nicht nur mir so. Es kommt häufig vor, dass auch meine Kollegen oder Schüler wirklich müde sind, weshalb wir hier auch ein Bett im Klassenraum haben, was auch regelmäßig genutzt wird. 

Aber nun zurück zu Sankt Martin. Ich ging also rüber zu unseren Nachbarn, wo schon Father Marco und viele Novizinnen warteten. Wir saßen alle recht eng beieinander. Ich glaube in Deutschland hätte sich da sofort jemand wegen der Nichteinhaltung von Flucht- und Rettungswegen beschwert, aber hier war das nun mal so. 

Da ich nicht besonders viel von der Predigt verstanden habe, da die wichtigen Stellen gefühlt immer in Filipino gesprochen werden, erzähle ich jetzt ein bisschen über Father Marco. 

Als wir damals in unserem ersten Monat hier auf den Philippinen nach Bani kamen – es war unser erster Ort und das erste Projekt, das wir besuchten – hatte mich die lockere Art der Leute hier in Bani, also auch von Father Marco überzeugt gehabt. Mit einem Witz über eine der Anwesenden Freunde gemacht hatte. Ab diesem Moment war er mir direkt sympathisch. 

Wie sich später herausstellte, hatten die meisten Filipinos einen dunklen Humor – zumindest dann, wenn man sie besser kennengelernt hat. 

Eine gewisse Schlagfertigkeit eben…

Father Marco hatte auch etwas davon. 

Ich hatte ja durch meine Tätigkeit hier schon einige Priester und Pfarrer kennengelernt, aber Father Marco war in seiner Art ein wenig anders. Er setzte weniger auf rhetorisch perfekte Reden, sondern mehr auf die Nähe zu den Zuhörern. Jeder konnte in seinen Predigten mal angesprochen werden. Das machte es persönlich, was seine Zuhörer eben auch zu schätzen wussten. Er war sich auch nie zu schade mal einen Witz einzubauen – deswegen macht es immer Spaß ihm bei den Predigten zuzuhören – sofern ich sie natürlich verstand…

Anschließend gab es natürlich noch Abendessen und dann ging es auch schon recht schnell ins Bett. 

Denn am nächsten Tag ging es morgens sehr früh nach Baguio!

Die Busgesellschaft Partas hatte sich nämlich dazu erbarmt einen Direktbus von Bolinao (über Bani) nach Baguio einzurichten. Ich weiß nicht wie ausführlich ich mich hier bereits zu den Busgesellschaften auf den Philippinen geäußert habe, aber grundsätzlich gab es doch nur etwa 3 Anbieter, die ich regelmäßig nutzte. Fivestar und Victory Liner waren meine Kandidaten, um nach Manila zu kommen. Dann gab es noch Dagupan Bus, die ich meist nutzte, wenn ich am Wochenende bei Freunden in Alaminos zu Gast war, denn diese fahren alle bis Bani bzw. Bolinao, die nächste größere Stadt nach Bani.

Meine Freunde aus Manila und meine deutschen Leser könnten sich jetzt fragen, warum ich denn kein Jeepney nehme. Das liegt daran, dass diese hier in der „Provinz“ nur bis 18 Uhr und somit bis Sonnenuntergang fahren, weshalb ich danach immer einen Bus nehmen muss. Da Fivestar und Victory Liner mehr nach Bani verlangen, als Dagupan Bus, bevorzuge ich eben jenen auf der kurzen Strecke nach Bani. Allerdings hatten mich die Busse von Dagupan Bus öfter mal stehen lassen, weshalb ich momentan dann eher auf die Konkurrenz setze… grrrr…

Aber nun gab es eben auch Partas. Zwei mal täglich fuhren nun Busse nach Baguio in jede Richtung. Also schnappte ich mir Ericka und wir fuhren morgens früh um 5 Uhr los nach Baguio. Als pünktlicher Deutscher ist man natürlich – auch um diese Uhrzeit – schon eine halbe Stunde vorher da. Nach einigen Minuten wurde ich von einer Frau angesprochen, ob ich denn wisse ob und wann der Bus nach Baguio fahren würde. Ich sagte ihr, dass er demnächst kommen müsste, da ich ihn in der Woche davor bereits um diese Uhrzeit gesehen hatte. Die Woche vorher war ich ja bereits um die selbe Uhrzeit wach, da es ja nach Lingayen zu den Sped Olympics ging. 

Ich unterhielt mich eine Weile mit ihr. Wie sich herausstellte hatte sie 13 Jahre in Israel gelebt und sogar einen Bombenanschlag auf einen Bus überlebt. Da konnte ich natürlich mitreden, da ich erst 7 Monate zuvor – zum Glück von keinem Attentat geplagt wurde – aber ebenfalls in Israel mit dem Bistum Limburg war. 

Kurz darauf traf auch Ericka ein. Sie musste zu dieser Zeit mit einem Tricycle (Buuuuh) fahren, da von Agno aus – dem „Kaff“ südlich von Bani – nichts fuhr. Nun wurde ich quasi von Ericka als Gesprächsteilnehmer abgelöst. So böse es auch klingt, treffen sich zwei Filipinos – sprechen sie noch so gut englisch, fangen sie darauf immer in Tagalog an. 

Sie bezeichnen den Zwang englisch zu sprechen als Nosebleed – Nasenbluten. Diese Bezeichnung ist überall bekannt und ich bekomme es immer wieder zu hören…

Warum es Nosebleed heißt und was der Hintergrund ist, weiß ich bis heute nicht, aber sollte ich es noch herausfinden, werde ich natürlich hier darüber berichten…

Es gibt allerdings noch eine Gegenfraktion zu Nosebleed. Die haben zwar keinen solchen Namen, aber einer ihrer Vertreter ist (neben mir…) Father Mel. Wie mir erzählt wurde hält er seinen Unterricht grundsätzlich auf englisch ab und spricht auch mit Leuten, die Tagalog sprechen können, grundsätzlich englisch. Auch mit uns, mit denen er ja auch auf deutsch sprechen könnte…

Zumindest kam dann nach weiteren Minuten des Plauschs auch der Bus nach Baguio. Knapp 5 Stunden und einem kleinen Nickerchen später konnte ich schon die Serpentinen des Nordgebirges der Philippinen bestaunen. 

Auch wenn ich bereits persönlich mit dem Auto durch die Schweiz und Österreich durch die Alpen gefahren bin, solche Berge habe ich vorher noch nicht gesehen…

Angekommen, konnten wir unsere Pullis anbehalten, denn Baguio war angenehm kühl. Ich meine es waren ungefähr 18 Grad. Laufen ohne zu schwitzen, hatte ich schon lange nicht mehr gehabt. 

Von dort aus ging es direkt zum Mind view Park. 

Und dann weiter nach Burnham Park. Dort mieten wir uns ein Tricycle- Fahrrad oder wie man das auch immer nennt. 

Der Reifen könnte mal etwas Luft gebrauchen…

Spannend fand ich, wie viele Ähnlichkeiten die Bergstadt Baguio mit Städten in den Rocky Mountains hatte. 

Nach einem kurzen Nickerchen im Hotel ging es dann abends noch in das sogenannte Christmas Village. Dort war eine Art Ritterburg aufgebaut worden mit kostümierten Leuten aus Game of Thrones und Seifenschaum, der Schnee darstellen sollte. 

Was macht denn der Nachtkönig noch hier?

Am nächsten Tag ging es noch auf die Erdbeerfarm, da die Erdbeere das Symbol Baguios war. Leider war die Zeit noch nicht reif und die Erdbeeren auch nicht. Entsprechend schmeckten sie auch…

Nach dem Mittagessen ging es dann auch schon wieder heim. 

Am nächsten Wochenende, am Sonntag war in der Kirche hier in Bani wieder eine Feier, weshalb es dort auch Mittagessen gab. 

Dort blieben nach dem Gottesdienst noch einige junge Leute da. Unter anderem Luck, Polien und Jenel, die ich bereits von Aktivitäten aus der Kirche kannte. Dazu kam Jessie, die für das Wochenende aus Baguio gekommen war. Sie brachte mir zusammen mit den anderen einige witzige Wörter in Tagalog bei, mit denen man sich auf jeden Fall auf lustige Weise bei Filipinos beliebt machen kann. 

Dazu gehört zum Beispiel: „Ha? Hatdog“

Ich habe ja bereits einige Male beschrieben, dass Essen hier eine große Rolle spielt, deswegen auch „Ha? Hatdog“. 

Alle echten Hessen werden es kennen. „Wie bitte?“ ist für Anfänger; man sagt einfach „Hä?“ wenn man den Gegenüber nicht verstanden hat. „Ha? Hatdog“ ist quasi das Gleiche, nur ohne Pünktchen. 

Aber man sagt als Fragender nur „Ha?“ und wie wenn jemand niest, sagen die anderen dann „Hatdog“. Man kann auch Hamburger sagen, aber Hatdog ist meiner Meinung nach besser und einfach weiter verbreitet. 

Allerdings muss man aufpassen in welcher Situation man das benutzt. 

Es muss also in einem humorvollen Kontext stattfinden, sonst machst du dich schnell unbeliebt…

Aber für alle Liebhaber des Wortes „Dingens“ oder „Dingsbums“ gibt es ein philippinisches Äquivalent. Man sagt „Ano“

Mit diesem Wort an jeder belieben stelle das Satzes kann man sehr viel Spaß haben. Das habe ich am folgenden Wochenende zur Genüge ausprobiert und demonstriert bekommen. Eigentlich ist „Ano“ das Fragewort Was, aber es wird eben auch gern anders genutzt…

Der Taifun hat meine Stimmung verregnet 

Am nächsten Tag in der Schule war einmal wieder ein Taifun angesagt gewesen, weshalb alle Eltern provisorisch gewarnt worden waren, ihre Kinder möglichst nicht in die Schule zu schicken. Das bedeutete, dass für uns auf der Arbeit quasi nichts zu tun war. Glücklicherweise hatte ich eines meiner neuen Bücher mit dabei. Am Ende meines Arbeitstages hatte ich dann bereits die Hälfte geschafft und am Abend dann komplett durch. 

Zwischendurch fand eine Erdbebenübung in der Schule statt. Dafür musste sich jeder ein Buch nehmen – ich hatte meines ja schon zur Hand – und über den Kopf zum Schutz vor potentiellen herabfallenden Gegenständen. Wie viel mit ein Buch hilft, wenn mir die Decke auf den Kopf stürzt, weiß ich auch nicht, aber immerhin etwas Schutz, der in einer Gefahrensituation schnell griffbereit war. 

Wir gingen raus und hockten uns hin.

Leider ging diese Übung länger, als meine Beine das gut fanden, weshalb ich mich dann zusammen mit meinen Kollegen, denen es ähnlich ging, hinsetzte. 

Ich hatte tatsächlich ein ganzes Buch an einem Tag gelesen. Da war ich schon etwas stolz auf mich. Meine Kollegin Riza hatte sogar noch mit mir gewettet, ob ich es schaffen würde. Das gab mir den zusätzlichen Ehrgeiz…

Leider ging es die nächsten Tage ähnlich weiter. Einen Tag war ich nur zur Hälfte in der Schule und am nächsten gar nicht, weil die Schule deshalb tatsächlich abgesagt wurde. 

Aber wenn man solange nichts produktives macht, hat man irgendwann auch ziemlich schlechte Laune. 

Besonders dann, wenn freitags morgens einmal wieder der Strom ausfällt und deine Powerbank das ganze Wochenende halten soll. 

Was so eine Nacht unter Sternen doch bewirken kann

Vormittags war ich noch in der Schule und nachmittags bin ich dann meinen Freunden aus Bani nach Mabini gefolgt. 

Dieses Wochenende würde nämlich Christ the King in Mabini gefeiert werden. Dazu war für die Jugend des ganzen Bistums ein Camp organisiert worden. Geschlafen wurde einmal wieder in Zelten – auf Asphaltboden. Mein Rücken sagt Danke…

Das Programm am Freitag ging los mit einem Konzert. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich es eher Talentshow genannt, denn so ein richtiges Konzert war es nicht. 

Über das Wochenende wurde sogar ein kleiner Film auf YouTube hochgeladen (https://youtu.be/YLeHd07-ajw), auch wenn ich mich selbst dort nicht gefunden habe…

Mabinis Kirche bei Nacht zur Weihnachtszeit

Am nächsten Morgen ging es dann bereits um 5 Uhr morgens aus den Betten. Wenn man das so nennen kann…

Mein Verbesserungsvorschlag vom letzten Mal hatte wirklich Früchte getragen, denn es gab nun tatsächlich auch Duschen. Finde ich bei drei Tagen Camping auch irgendwie notwendig…

Nach dem Gottesdienst schloss ich mich allerdings Theresa an, die nur teilweise am Programm teilnahm, da sie Fieber hatte. Ich begleitete sie zum Arzt. Sie hatte aber nichts Ernstes, weshalb wir dann ganz beruhigt zu ihr zum Mittagessen fuhren. 

Wie ich ja bereits geschrieben hatte, war meine Laune die ganze Woche über wirklich nicht gut gewesen, weshalb es wirklich gut tat mit Theresa zu reden. Ich hatte sie seit zwei Wochen nicht gesehen gehabt und wir hatten uns einiges zu erzählen. Bei ihr Zuhause war niemand, also aß sich das restliche Pancit von der Gala des letzten Abends und als Nachtisch Müsli. Ich muss sagen, ich habe seit knapp drei Monaten kein Müsli mehr gesehen und ich habe es wirklich sehr vermisst. Theresa und ich konnten fast nicht mehr aufhören das Müsli zu verputzen…

Ich muss ja sagen, so gut ich mich hier mit meinen einheimischen Freunden auch verstehe, nichts geht über ein Gespräch mit einer Deutschen, die dich von deinen Gewohnheiten versteht. Denn auch nach fünf Monaten ist vieles immer noch nicht verständlich. Ich denke auch, dass ich hier nie wirklich alles verstehen werde, aber man lernt zu akzeptieren mit der Zeit. 

Anschließend legte ich mich auf die Couch und schlief relativ schnell ein. Kein Wunder, wenn du nur knapp drei Stunden geschlafen hast und deine Matratze eine – wie meine Oma sagen würde – Kolter ist. 

Am nächsten Morgen war ich dank der Couch von Theresa doch etwas wacher. 

Verschlafen öffnete ich also den Reißverschluss meines Zeltes und auf einmal wurde mein Name von einer bekannten Stimme gerufen. Jessie war über Nacht aus Baguio gekommen. 

Das besondere an Jessie war, dass sie genauso schlagfertig und derbe sein konnte, wie ich das aus Deutschland gewohnt war. Zudem war sie in meinem Alter. Die anderen Teilnehmer, waren bis auf Luck, Arnold und Marvin so alt wie meine Gastschwester, also ungefähr 15. 

Für Sonntag war eine Parade und der Gottesdienst zu Christ the King angesetzt. Soweit ich das verstanden habe, feiert man an diesem Tag den letzten Sonntag des Kirchenjahres. Christkönig, heißt das bei uns. 

Also zogen wir nach Kirchorten sortiert zur Townplaza in Mabini, wo der Gottesdienst gefeiert werden sollte. Allerdings hatten wir so lange gebraucht uns aufzustellen, dass wir dort angekommen, keinen vernünftigen Platz im Schatten fanden. Theresa, da sie unabhängig von den Campteilnehmern dort hingegangen war, hatte einen guten Platz. Ich nicht. 

Deswegen setze ich mich mit Jenel, Polien und Jessie irgendwann in die Kirche, weil es dort einfach nicht so heiß war. 

Nach ungefähr drei Stunden verstecken spielen mit der Sonne sollten wir uns wieder nach Kirchorten aufstellen, denn nun „prozessierten“ wir für eine weitere Stunde durch irgendwelche Waldwege, bis wir dann irgendwann wieder an der Schule ankamen, von wo es aus dann zurück nach Bani ging. 

Allerdings nicht mit einem gemieteten Bus oder einem Jeepney, nein!

Für die Rückfahrt war ein Lastwagen organisiert worden, wo wir dann einfach auf der Tragfläche hinten drauf saßen. 

Fertig vom Wochenende legte ich mich auf den Kissenhaufen auf dem LKW und beobachtete den klaren Sternenhimmel. 

Ich war nun bereits fast ein halbes Jahr von zuhause weg. Ich hatte viele neue Menschen kennengelernt und mich in einer neue Kultur eingelebt. Ich habe geweint und gelacht. Ich habe probiert. Ich habe gearbeitet und bin gereist. Ich hatte ganz neue Seiten an mir kennengelernt und mich weiterentwickelt. Ich war in Gedanken in meiner Heimat und ganz in meinem neuen Zuhause. 

Aber in diesem Moment war ich ganz einfach nur auf diesem Lastwagen und beobachtete die Sterne. Bis auf die hin und wieder vorbeikommenden Laternen gab es kein künstliches Licht. Ich erlebte die Natur, den Wind, die Nacht. Ich sah Sterne, die ich zuhause nie sehen würde. Ich hatte meinen Traum einmal am ganz anderen Ende der Welt zu leben wahr gemacht. 

Wenn ich mir vor knapp fünf Monaten vorgestellt hatte, wie es hier sein würde, dann hatte ich mir auch, wenn es unglaubwürdig ist, nie vorgestellt, dass dies für mich so normal werden würde. Jeden Tag Reis zu Essen, jeden Tag eine andere oder zwei andere Sprachen zu sprechen, in einer anderen Familie zu leben und hier zu arbeiten. All das war klar, aber auch doch nicht. 

Es ist eine Erfahrung, die man mit nichts auf der Welt vergleichen kann und die kein Film, kein Buch, kein Studium dieser Welt ansatzweise ersetzen kann. 

Genau eine Woche später wird mir die deutsche Botschafterin noch ergänzend sagen, dass es sich zu neben der persönlichen Erfahrung auch super im Lebenslauf macht, aber dazu später mehr. 

Ich hatte mir in den Bewerbungsgesprächen für diesen Freiwilligendienst ein Ziel gesetzt, offener und leichter auf Menschen zugehen zu können. Meine besten Freunde hatten es noch prophezeit gehabt, dass ich dies ohne Probleme bereits könne und sie hatten wie so oft recht behalten. Da saß ich nun, mit einem ganzen Haufen Jugendlicher auf einem LKW, unter denen ich, der doch nicht mal ihre präferierte Sprache sprach, nein sie sogar zum „Nasenbluten“ verleitete, doch Freunde gefunden hatte. 

Luck hatte mir später geschrieben gehabt, wie toll er es doch gefunden hatte, wie viele Leute ich zum Lachen gebracht hatte und dass ich mich gut integriert hätte – trotz kultureller- und sprachlicher Barrieren. 

Auch wenn sich das jetzt ein wenig nach Abschied anhört – so ist es nicht. Ich habe noch volle sieben Monate vor mir und ich habe noch lange nicht alles gesehen, alle Leute kennengelernt und vor allem noch nicht möglichst viele witzige Arten mit Leuten auf Tagalog zu sprechen gezeigt bekommen, dass das hier nur einer von vielen Checkpoints ist. 

Ich habe gelernt, dass es auch mal gut ist inne zu halten und zu schauen, wo man gerade steht, liegt oder hin fährt. 

Glücklicherweise kannte ich zumindest für diesen Abend das Ziel. Und das war Bani. Es war auch gut so, denn ich war hundemüde. 

Ich brachte Jessie noch zum Bus und ging dann selbst nach Hause, um nach einem dringend benötigten Bad ins Bett zu fallen. 

„Uff de Abait“

Was so ein kleiner Moment doch auslösen kann. Eine Lastwagenfahrt unter Sternenhimmel und schon sind die Sorgen vergessen. 

Könnte ich vielleicht sogar so stehen lassen, aber ich denke es lag auch an dem Gespräch mit Theresa und daran, dass ich mich vor dem Schlafen gehen mit einem Glas Ananassaft hingesetzt habe und nachgedacht habe wo ich jetzt stehe. 

Mein Kopf war nun wieder frei. Das war auch nötig. 

Da sich meine Oma gewünscht hat, ein wenig mehr über meine Arbeit zu lesen, kommen hier noch ein paar weitere Eindrücke:

Am nächsten Tag konnte ich mit viel Energie trotzdem anstrengendem Wochenende in meinem Arbeitstag starten. Zu meiner Freude waren viele Schüler da und auch meine Kollegen schnappten sich Schüler und machten Unterricht nach Bedürfnis. 

Meine Kollegen Riza übte mit einigen Kindern das ABC ebenso wie meine Chefin Pinky. Claro kümmerte sich um die taubstummen Schüler. 

Ich hatte meine eine Schülerin in Mathe. Ich bereitete jeden Tag neue Aufgaben vor, aber eine blieb immer ziemlich gleich. Eine Tabelle für das einfache Einmaleins. Ich fand es toll wie gut meine Schülerin die einzelnen Zahlenreihen in Erinnerung behalten hatte. Manchmal hakte es bei der Einen, mal bei der Anderen, aber das war ok. Dann wusste ich immerhin, wo ich als Nächstes ansetzen musste. 

Mimi, so heißt meine Schülerin, verstand nicht alles, was ich ihr erklärte. Nicht, weil sie nicht clever genug war, sondern weil ihr einfach die Englischkenntnisse fehlten. 

Aber da muss ich dann einfach viel mit zeigen und mit Beispielen bildlich erklären. Irgendwann klappt es dann. Es kommt eben auf die Geduld an. Nicht nur von mir, sondern auch von ihr…

Das ist nämlich manchmal das Problem, wenn meine Kollegen schneller mit ihren Unterrichtseinheiten fertig sind, als ich, können andere Kinder gern mal ablenken, was es für mich nicht unbedingt einfacher macht. 

Momentan Versuche ich ihr Bruchrechnen beizubringen. Sie hat schon mal verstanden, dass man bei Division mit dem Kehrwert multipliziert und man nur den Zähler addieren kann, wenn beide Brüche den gleichen Nenner haben. 

Sie fragt mich dann öfter mal, wenn beide Brüche den gleichen Nenner haben: „copy?“ und ich sage dann ja. 

Auch eine Expression, die sie gern benutzt ist „do you want?“. 

Sie zeigt dann meist auf die Frisur eines Mitschülers oder einer meiner Kollegen. Da ich mit der Arbeit meines Friseurs in Alaminos zufrieden lehne ich dann immer dankend ab…

Eine Sache, bei der ich nur akzeptieren, aber nicht so recht verstehen kann beziehungsweise will, sind Geburtstage vor zu feiern. Für mich ist der Geburtstag immer noch nichts variables, aber wie ich es neulich in einem Reiseführer gelesen hatte: Filipinos würden am liebsten jeden Tag feiern und Fiesta machen.

Mimi hatte am Dienstag Geburtstag, ihr Vater hatte meiner Chefin aber bereits am Montag Geld für ein Geburtstagsessen gegeben. Also fuhren meine Kollegen Claro und Riza nach Alaminos zu McDonald’s, um Essen zu kaufen.

Meine Chefin musste sich einmal wieder um ihren Enkel und ihre Mutter zuhause kümmern. Auf die Kinder aufzupassen blieb also an mir hängen. 

Glücklicherweise war ich ja selbst mal („damals“) Schüler und kenne deren Bedürfnisse. Die sind übrigens überall auf der Welt gleich. 

Ich machte also den Fernseher an und lies einen Film laufen. Währenddessen aßen sie ihr Mittagessen. Ich denke der Preis für den Pädagogen des Jahres geht definitiv (nicht) an mich. 

Was es zu essen geben würde, darüber hatte ich schon eine gewisse Vorahnung, denn ich war ja auch hin und wieder bei McDonald’s. Es war spannend zu sehen, was einheimische hierzu Lande für gewöhnlich bestellen. 

Wenn man in Deutschland zu McDonald’s geht, bestellen die Menschen meist einen Burger, vielleicht Chicken Nuggets und wahrscheinlich Pommes mit irgendeinem Softdrink. 

Auf den Philippinen kann man tatsächlich auch bei McDonald’s Reis bestellen. Das kriegt man dann zusammen mit einem Chickenwing. Vielleicht auch mit Pommes und einem Getränk. 

In Deutschland hängt McDonald’s überall ein „Mc“ vorne dran McNuggets, McFlurry…

Ich habe mich dann gefragt, ob es hier auch McRice heißt oder nur Rice, aber bei dieser Frage bin ich bis jetzt auf keine Lösung gekommen…

Jedenfalls gab es Chicken mit Reis und Pommes. Dazu gibt es eine hier überall erhältliche Soße, die ich zuvor noch nie gegessen habe. Sie besteht aus, wie mir gesagt wurde, aus Pfeffer und Zucker. Klingt komisch schmeckt aber wirklich gut. 

Egal wo man hin geht: Sei es in der Schulkantine, im Shakey‘s oder eben bei McDonald’s, überall kriegt man sie, aber so kaufen, wie zB Ketchup kann man die nicht. 

Eine spannende Änderung gab es auch bei der Leitung unserer Schule. Unser vorherige Schulleiterin würde nach Lingayen ins – ich glaube in Deutschland würde man es es Schulamt nennen – wechseln. Dafür würde jemand altbekanntes wieder an unsere Schule kommen – meine Gastmutter!

Sie würde aus Bolinao nach Bani wechseln. Sie hatte bereits früher in Bani gearbeitet. Sogar als „Sped-Teacherin“ mit meiner Chefin zusammen. 

Jetzt konnte ich einfach ein Stockwerk höher gehen, wenn ich wissen wollte, ob beispielsweise wegen eines Taifuns die Schule ausfällt oder nicht. Aber dazu komme ich auch später noch.

Ich glaube, dass ich mittlerweile auch mal erzählen kann, was wir „uff de Abait“ so machen, wenn wir nicht gerade Mathe, das Alphabet oder die Namen von Körperteilen üben. Die Kinder sind nicht den ganzen Tag fähig zu lernen, was ich auch ok finde, weshalb wir dann Sungka spielen, was die Kinder mittlerweile nahezu in jeder freien Minute machen. Das tolle ist dabei wirklich die Selbstständigkeit der Kinder. Anstatt sich das bringen zu lassen oder großartig „Rabatz“ zu veranstalten holen sie es sich selbst und spielen ganz ruhig. Leider haben wir nur ein Sungka Spiel, aber das scheint die Kinder nicht zu stören. Wenn zwei Kinder gegeneinander spielen, schauen die anderen zu und sind ruhig dabei. 

Manchmal wollen sie aber auch ein etwas aktiveres Spiel spielen, wo wir dann auch eingebunden werden – wortwörtlich eingebunden. Es handelt sich um ein, wie mir gesagt wurde, chinesisches Straßenspiel. Zwei Personen – meist meine Kollegen und ich, halten ein Gummiband und die Kinder versuchen auf kreative Weise über das Gummiband zu kommen. Es ist also quasi das Gegenteil von Limbo…

Wie spannend das für die Halter sein kann demonstrieren die folgenden zwei Bilder von meinem Kollegen und mir…

Das ist pure Begeisterung..!

Am Mittwoch wurde ich dann von zwei Handwerkern auf der Arbeit überrascht. Sie würden endlich mal die Klimaanlage in unserem Klassenraum säubern. Das war mein Weihnachtsgeschenk für meine Kollegen, da das – wie so häufig – nicht von der Schule übernommen wird, aber bitter nötig war. Also habe ich ein wenig meines Gesparten Geldes in die Hand genommen und mal wieder für ein angenehmes Klima gesorgt…

Auch mal eine Erfahrung…

Wie ich ja bereits berichtet hatte, war Theresa bereits krank gewesen, nun hatte es mich auch erwischt. Aber nicht aufgrund der Begegnung mit Theresa sondern weil man hier den Kindern nicht beibringt die Hand vor den Mund zu halten. Ich weiß, der Arm wäre besser, oder einfach ganz zuhause bleiben, aber das wird den Kindern hier unglücklicherweise nicht oder nur minimal beigebracht. Leider kann ich da auch nicht viel daran ändern, auch wenn ich es immer wieder sage. An dieser Stelle stößt mein Pragmatismus auf Gewohnheit und das kann dann sehr unbefriedigend für mich sein…

Die Schweizer-Deutsche Blase

Wie dem auch sei, nun war ich krank und das obwohl ich am Wochenende nach Manila wollte. Jorelyn aus der Schweiz war einmal wieder zu Gast. Diesmal war auch ihre Schwester Sherelyn dabei. 

Soweit es ging ruhte ich mich die nächsten Tage aus, das war aber nicht genug, weshalb ich dann am ersten Abend in Manila bei Jorelyn, unserer Schweizer Freundin, zuhause blieb. Das war auch gut so. Der Rest des Wochenendes würde nämlich noch anstrengend genug werden…

Deutsch-Schweizerische Freundschaft

Bis Sonntag Mittag waren wir dann bei Jorelyn und ihrer Schwester Sherelyn zu Gast, bis es dann am Nachmittag nach Makati in die Residenz der deutschen Botschafterin ging. Für diesen Abend war dort eine Weihnachtsfeier angesetzt. 

Theresa und ich machten uns also von Marikina, einem der nördlichen Stadtteile Manilas auf nach Quezon City, wo Lukas und Alice wohnten und momentan zusätzlich noch Desi zu Gast war. 

Desi hatten wir an der Feier zum Tag der deutschen Einheit kennengelernt und hatte jetzt bevor sie am Montag wieder arbeiten musste, noch einen Zwischenstopp auf der Rückreise ihres Urlaubs gemacht. 

Dafür brauchten wir etwa eine halbe Stunde. Eine weitere halbe Stunde später waren wir dann auch bei der Residenz der Botschafterin angelangt. Wie sich das gehört wurden wir am Eingang von Wachleuten gefragt wo wir hin wollten und wie viele Personen wir seien. Mehr war es dann aber auch nicht. 

Die Botschaft lag in einem geschlossenen Villenviertel, – in einer Blase – wie uns die Botschafterin später gestand. 

Scheint sich ganz gut hier zu leben…

Aufgrund des Verkehrs waren wir etwas zu spät, konnten aber immerhin noch das Singen von Weihnachtsliedern von Schüler der Deutsch-Europäischen-Schule in Manila verfolgen. Später kam noch der Nikolaus (am 1. Dezember… tztztz…) und verteilte Schokonikoläuse – leider nur an die Kinder…

Mit Desi vorm Weihnachtsbaum

Glücklicherweise wurde dann auch schon das Buffet eröffnet. Endlich einmal wieder deutsches – bzw. Europäisches Essen – das war gut. Dort lernten wir auch noch zwei andere deutsche Freiwillige kennen, die ebenfalls wie Desi aus der Nähe von Naic kamen. Naic liegt irgendwo südlich von Manila…

Mit vollem Magen verbrachten wir den Abend auf deutschem Hoheitsgebiet bei 28 Grad und 50% Luftfeuchtigkeit. 

Nach und nach gingen immer mehr Gäste bis am Ende nur noch wir sieben Freiwillige übrig geblieben waren. 

Ob wir noch etwas zu trinken haben wollen, fragte uns die Botschafterin und da lehnten wir noch ab, worauf sie sich zu uns setzte. 

Wie sie uns erzählte sei nicht nur sie beim Auswärtigen Amt tätig, sondern auch ihr Mann. 

Er ist Generalkonsul in Istanbul und war unter anderem auch bei der Freilassung von Deniz Yücel beteiligt. 

Immer wieder spannend welche Leute man doch am anderen Ende der Welt so trifft…

Wir sprachen aber nicht nur über unsere Aufgaben hier auf den Philippinen oder ihre Aufgaben als Botschafterin, sondern auch über die brenzliche Situation in Hongkong, Chinas Einfluss darauf und auf die Philippinen. Das war für mich besonders spannend, mich in dem Punkt mit der Botschafterin austauschen zu können. Insgesamt konnte man sagen, dass sich unsere Eindrücke über die Philippinen und die Politik nicht sonderlich unterschieden, obwohl sie natürlich viel mehr Insiderwissen parat hatte, an das ich so gar nicht kommen würde. 

Insgesamt war es ein wirklich tolles Wochenende mit einem für mich krönenden Abschluss, da ich seit Monaten einmal wieder die Chance hatte mich einer Amtsträgerin über die politischen Geschäfte dieser Welt zu unterhalten. Wirklich toll fand ich wie viel Zeit sie sich für uns genommen hat und auch mit welcher Gelassenheit sie mit uns über solch brisante Themen sprach. 

Einmal wieder Deutschland und wenn auch nur für ein paar Stunden. Eine Blase der Heimat im Ozean voll Karaoke, Merienda und Ha? Hatdog…

Aber alles hat ein Ende – landestypisch machten wir noch ein Foto vor den drei Flaggen. Der Philippinischen, der Europäischen und der Deutschen.

Die auswärtigen Deutschen

Es war nun schon spät, weshalb wir uns schnell ein Grab bestellten und uns zum Five Star Pasay Terminal fahren ließen. 

Über Nacht ging es dann nach Hause nach Bani, mit einem Umstieg in Alaminos. 

Später erzählte mir meine Chefin, dass ihr Mann, der Inspektor bei Fivestar war, mich gesehen und erkannt hatte, da ich ihn aber nicht kannte, ihn nicht bemerkt hatte. Zumal es auch 3 Uhr in der Früh war, weshalb meine Aufmerksamkeitsspanne nicht besonders groß war…

(Un)glücklicherweise bahnte sich nun langsam der Taifun an. Zuvor hatte bereits das Auswärtige Amt mit einer ausführlichen Mail davor gewarnt gehabt, weshalb ich nach diesem anstrengenden Wochenende auch Zuhause bleiben konnte. Zumal ich meinen Husten immer noch mit mir herumtrug…

Wenn ich ehrlich bin, kann man aus unserer Sicht in Bani nicht von unglücklich sprechen, denn ein bewölkter Himmel, ein bisschen Nieselregen und Schulausfall waren das Beste was mir in meiner Situation passieren konnte. 

Dienstag Abend gab es dann also die SMS, dass ich morgen ausschlafen könne, diesmal eben von meiner Gastmutter. 

Am Mittwoch war ich auch schon wieder auf der Arbeit…

Wie mir Desi und Luisa, die wir in der Residenz kennengelernt hatten, gab es bei ihnen auch stärkere Winde und starken Regen, aber auch sie konnten spätestens Donnerstag wieder arbeiten. 

Endlich Fiesta

Das kommende Wochenende würde in Bani die Townfiesta auf mich zukommen. Ich habe am Telefon versucht meinen Eltern zu erklären, was das genau ist, aber zumindest in meinem Heimatort gibt es nichts wirklich Vergleichbares. 

Es ist einfach ein jährlich stattfindendes Fest was mit viel Musik, Tanz und Verlosungen gefeiert wird. 

Eröffnet wurde es Freitag Abend mit einem Feuerwerk vom Dach des Rathauses. 

Das schöne an der Townfiesta war, dass Menschen aus allen Teilen der Philippinen nach Bani kamen um daran Teil zu haben. Leider habe ich kein Foto gemacht, aber es standen Jeepneys vor unserem Haus herum, die offenbar den weiten Weg aus Manila gekommen waren. 

Zur Erklärung: An den Seiten der Jeepneys steht für gewöhnlich immer wo das Jeepney lang fährt. Wenn dann auf einmal ein Jeep mit der Aufschrift Taguig (Manila) vor dir steht, bist du schon erstmal etwas verwundert. 

Deswegen waren Jessie und Polien aus Baguio auch wieder da. Am Samstag Abend war ich dann mit Ericka, Henry und Jessie in Lucap Wharf und am Sonntag zum Tischtennis spielen an der Kirche in Bani. 

Der Montag war dann einmal wieder mein Relax Tag, der war nämlich für alle Einwohner von Bani frei – aufgrund der Townfiesta…

Dinner mit dem besten Bischof!

Alles beim Alten

Auch wenn der Montag für mich primär zum ausruhen gedacht war, hatte ich jedoch einen Termin an diesem Tag. Ein Termin, der mir einfach mich einfach geprägt hat in diesem Jahr. 

Bevor der Bischof von Alaminos, mit dem wir in unserem ersten Monat jeden Abend gemeinsam gegessen hatten, in seinen Heimatbistum Tuguegarao zum Erzbischof ernannt werden wird, würden wir noch einmal gemeinsam zusammen zu Abend essen. Nur der Bischof, Father Mel, Theresa und ich. 

Leider hatte Father Mel Grippe, weshalb wir doch nur zu dritt waren. 

Trotzdem hatten wir einen wirklich schönen gemeinsamen Abend. Wir hatten seit langem einmal wieder die Gelegenheit über die Zeit seit unserem Umzug aus Alaminos zu sprechen. Vor allem sprachen wir über die Freundschaften, die wir seitdem mit einheimischen Jugendlichen geschlossen hatten. Ich muss gestehen, mir ist seitdem einiges klarer. Der Bischof ist nämlich mit einer Präzision und Pragmatik an unsere Probleme herab gegangen, wie ich es hier sonst sehr selten erlebe. Er hat durch einfache Fragen versucht uns zu helfen. Nicht so ernst, wie beispielsweise bei einer Beichte, sondern Face-to-Face und ganz locker bei einem Abendessen. Vielleicht sollte das die Kirche in ihr Repertoire aufnehmen um die Menschen in Deutschland wieder zurück zu holen…

Was ich aber an diesem wunderschönen Abend auch noch loben möchte, ist das Essen. 

In unserem ersten Monat auf den Philippinen, in Alaminos hatten an einem Abend die Chance für den Bischof, Father Mel und die Mitarbeiter zu kochen. Wie entschlossen uns damals für Schnitzel. 

Wie gut und einfach ein Schnitzel doch zuzubereiten ist, hatte auch der Koch Albert festgestellt, weshalb wir dies an diesem Abend erneut vorfanden. Zusammen mit Reis, Frühlingsrollen, Früchten und einem abschließenden Bier, war das ein absolut gelungener Abend – abgesehen davon, dass Father Mel leider nicht teilnehmen konnte. 

Am nächsten Morgen kam ich in die Schule und wurde von meiner Kollegin Sheryl gefragt, ob ich Blutspenden möchte. Ich war im ersten Moment etwas verwundert, weil ich es so gar nicht erwartet hatte. Aber nachdem ich etwas darüber nachgedacht hatte, kam ich zu dem Punkt, dass das Blut für Operationen auch irgendwoher kommen muss und ich in Deutschland ja auch regelmäßig spenden gehe. 

Warum also nicht. 

Ich ging also zusammen mit meiner Kollegin rüber ins Lehrerzimmer. 

Dort wurden wir schon vom Roten Kreuz erwartet. 

Leider, das ist das Ende von Lied, war ich noch nicht lange genug auf den Philippinen, dass ich spenden durfte. Ich hätte ein Jahr hier sein müssen, um spenden zu dürfen. Das gleiche gilt aber auch umgekehrt für Deutschland. 

Den Rest des Tages verbrachten wir damit die Weihnachtsfeier unserer Klasse zu planen. Dazu aber mehr nächsten Monat…

Eins kann ich aber schon sagen, für mich würde das diesjährige Weihnachten ein ganz besonderes werden…

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