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Immer Ärger in Manila

Heute auf den Tag genau bin ich 3 Monate auf den Philippinen. 

So viel Neues gibt es nicht. Es lebt sich hier in philippinischer Gelassenheit ein angenehmes Leben bei 30 Grad – und das im Oktober. Hier haben bereits Ende August die ersten Geschäfte angefangen für die Weihnachtszeit zu dekorieren. 

Ich für meinen Teil muss ja sagen, dass ich es auch nie in Deutschland verstanden habe, warum man bereits Ende Oktober in Deutschland mit Weihnachtsdekoration und Süßkram anfängt. Aber wie häufig setzen die Philippinen bei Feiern noch eine Schippe drauf. Ende August werde ich hier bereits in meinem Lieblingscafé in Alaminos mit Weihnachtsmusik „belästigt“…

Mir wurde, nachdem ich die letzte Woche in unserem Klassenraum aufgehängte Weihnachtsdekoration mit skeptischen Blick beobachtet hatte, erklärt dass die Weihnachtszeit hier auf den Philippinen dann beginnt, wenn der Monat mit ber endet. SeptemBER, OktoBER, NovemBER… okay, ich glaube das ist selbsterklärend…

Lustig, dass ich bei dem Kürzel BER Immer  an den Pannenflughafen Berlin Brandenburg denken muss… 

ich hoffe ja, dass sich bis ich wieder komme, da mal was tut – also wirklich was tut!

Inoffizieller Repräsentant Limburgs

Apropos fertig werden: Anfang September war ich als Repräsentant des Bistum Limburgs dazu eingeladen die neue Radiostation in Alaminos zu eröffnen. 

Einmal war ich ja bereits dort in einem Interview zu Gast und nun wurde die Radiostation nach einigen Investitionen des Bistums Limburg offiziell mit einer Segnung von Bischof Riccardo von mir persönlich eröffnet. Damit hat das Bistum Limburg jetzt auch von mir die Bestätigung, dass alles geklappt hat. 

Ich hatte mich neulich mit Anette aus dem Büro des Bischofs über die Finanzierung des Radiosenders unterhalten. Es werden schon ganz schöne Summen benötigt, um so etwas zu ermöglichen. Durch Werbeeinnahmen ist es dann aber schlussendlich möglich auch Leute aus der Provinz, die zu weit weg wohnen, um jeden Sonntag nach Alaminos zu fahren, per Radio zu erreichen und somit die frohe Kunde bis in das entlegenste Fleckchen von Pangasinan zu tragen. Wenn ich mich nicht irre, ist es sogar möglich, das Kirchenradio überall auf den Philippinen zu empfangen. 

Eine wirklich tolle Idee, die anscheinend auch gut genutzt wird. 

Anschließend waren Theresa und ich noch zu einem Spendenessen eingeladen. Theresa war zuvor zeitlich verhindert gewesen. Als ich ihr allerdings geschrieben hatte, dass ich für ein bisschen schnipp schnapp an der Einweihungskordel zwei Freikarten für das Dinner bekommen hatte machte sie sich schleunigst auf den Weg von Mabini nach Alaminos. Sie hatte sich wirklich beeilt, aber wie so oft, wenn man es eilig hat, spielt dann der PUV oder wie man bei uns sagt der ÖPNV nicht mit. 

Ich habe ja bereits einige Male darüber berichtet, dass es sich bei Jeepneys um alte Militär-Jeeps der Amerikaner handelt  und diese auch munter weiterhin genutzt werden. Entsprechend ist auch der Zustand vieler Jeepneys. TÜV, grüne Plakette oder Abwrackprämie sind hier nur Zukunftsmusik. 

Im Endeffekt kam das, was man sich schon öfter denkt, aber meist zum Glück nicht passiert: Theresas Jeepney ist liegen geblieben…

Nachdem der Fahrer auf Theresas bitten das Jeepney doch nochmal zum laufen gebracht hatte, schmierte es kurz darauf erneut ab und dann ging auch nichts mehr zu retten. 

Hieß für Theresa: auf das nächste Jeepney warten…

Währenddessen traf ich beim Spendendinner auf mehr Leute, die ich kannte, als ich dachte. 

Ich hatte mich zuvor gefragt, wer um 17 Uhr an einem Dienstag Zeit für ein Dinner hat. Ich kannte das aus der Parteiarbeit, dass man Termine unter der Woche eher später als zu früh ansetzen muss, aber es war dann doch sehr gut gefüllt. Dort traf ich erstaunlicherweise auch meine Gastmutter, mit der ich mir am Abend zuvor noch jene Frage gestellt hatte. 

Auch traf ich auch Arnold und Marvin. Außerdem lernte ich Father Edgar kennen, der mich sehr unerwartet auf deutsch begrüßte. Ich war erst ganz verdutzt, da ich das so gar nicht hatte kommen sehen. Wie er mir aber später – auf deutsch – erklärte, hatte er drei Jahre in Deutschland gelebt, weshalb er die Sprache doch beherrschte. 

Spannend bei solchen Veranstaltungen ist für mich immer noch, wie viele Leute mich kennen, ich sie aber noch nie zuvor gesehen habe. Manche Dinge ändern sich eben nie…

Unser Platz befand sich wie so häufig bei Veranstaltungen in Alaminos am Tisch des Bischofs. Das war schön. Da wir ja jetzt nicht mehr mit ihm unsere Mahlzeiten zu uns nehmen, hatten wir dort einmal wieder die Gelegenheit uns auszutauschen. Daran gewöhnt hatte ich mich aber immer noch nicht, dass wir ein bisschen wie Promis behandelt werden.

Toll, dass sich die wahren Prominenten an diesem Abend aber selbst nicht zu ernst genommen haben 😉

Camping in einer Schule

Am Freitag würde ich einen eher unkonventionellen Schlafplatz haben. Ich würde in einer Schule campen. Wegpennen im Unterricht kennt wahrscheinlich jeder, aber mit einem Zelt auf dem Schulgelände schlafen, war zumindest für Theresa und mich neu. 

Es war DYD – Diocese Youth Day. 

An diesem Wochenende sollte sich die Kirchenjugend des gesamten Bistums in Theresas Wohnort Mabini treffen, um dort Gottesdienst zu feiern und Spaß mit Leuten aus den anderen Gemeinden zu haben. Zudem gab es einen Video- und Malwettbewerb. 

Ich bin wirklich erstaunt gewesen, wie gut ich dort schlafen konnte. Das Programm des nächsten Morgens hatte ich allerdings größtenteils verschlafen, da ich, wie so oft, nicht wusste wann es weiter geht und man mich einfach hat schlafen lassen…

Somit war ich auf der Rückfahrt nach Bani der einzige im Jeepney, der nicht eingeschlafen ist. Später gab es noch ein Mittagessen in der Wohnung von Father Marco. Eigentlich war geplant dann mit meiner Gastschwester und Ihren Freundin zu Tea Boss zu gehen, aber als weiter als bis zum Sofa zuhause schafften sie es nicht – somit war dieser Samstag zum faulen Samstag beschlossen worden. Es geht schlechter. 

Am nächsten Tag waren für den ganzen Tag Wartungen im Stromnetz angekündigt. Von 7 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags sollte es keinen Strom geben. Laut meinen Freunden war einige Tage zuvor ein entsprechendes Gebäude explodiert, was nun an jenem Sonntag gewartet werden musste. Da ich durch die sich pünktlich um 7 Uhr abschaltende Klimaanlage wach wurde, fuhr ich mit meiner Familie nach Alaminos zum einkaufen. Offenbar hatte halb Alaminos plus Umgebung die gleiche Idee gehabt. Nachdem wir nach einer gefühlten Ewigkeit aus dem Laden raus waren, gingen wird noch etwas essen. Es gab zum Glück nicht nur Ziege…

Denn wenn es eines gibt, was ich wirklich nicht mag ist Ziege. Für mich schmeckt es so wie Ziege reicht. Ende der Beschreibung. 

Auf der Rückfahrt nahm ich allerdings war, dass in Alaminos alle Geschäfte regulär geöffnet waren. Denn vor jedem Geschäft stand ein Generator, der mir mit Gestank und Lärm den Anblick „versüßte“. 

Den restlichen Tag verbrachte ich mit Pre-analogen Informationsvermittlern – auch genannt Bücher, bis dann etwas früher als geplant der Strom wieder an ging und ich mich vor Mücken und 30 Grad ohne Wind in meinem klimatisierten Rückzugsort flüchten konnte. 

Dagupan das neue Dagobah

Was allerdings so gar nicht früher als geplant fertig wurde, waren unsere Visas. 

Unsere ursprüngliche Hoffnung war ja, dass unser noch in Deutschland beantragtes Touristenvisum mit einer Gültigkeit von 59 Tagen ausreichen würde, bis unser Missionarsvisum fertig ist. Spoileralarm: war es nicht!

Also wurde sehr kurzfristig mit Limburg abgeklärt, was jetzt zu tun war. 

Also fuhren wir am ungünstigsten Tag dafür nach Dagupan, um unser Visum zu verlängern. Zur Erklärung: Dagupan ist ungefähr zwei Stunden mit dem Bus von Alaminos entfernt. Da dieser allerdings nicht direkt am Immigration Office hält, schlug Theresas Gastmutter vor einen Van dorthin zu nehmen. Dies war im Nachhinein betrachtet wohl die beste Entscheidung. 

Ich verlies also morgens gegen halb 7 das Haus. Allerdings hätte bereits das mir eine Warnung für den ganzen folgenden Tag sein sollen. Bereits um halb 7 waren die Straßen überschwemmt. Das Wasser stand an der Bushaltestelle etwa 15 Zentimeter hoch. Weshalb meine Schuhe bereits ab diesem Zeitpunkt für den ganzen Tag nass sein würden. Angekommen in Alaminos warteten wir noch etwa anderthalb Stunden, bis der Van los fuhr. Der fährt nämlich ähnlich wie Jeepneys nur, wenn sie voll sind. Dieser war dann aber ganz schön flott unterwegs und konnte Straßen nutzen, die für Busse zu eng waren. Das war auch gut so, da einige der Highways wegen Überschwemmungen gesperrt wurden. Somit kamen wir zumindest schon mal in Dagupan an. Aber die Zeit tickte und bei Regen ist Dagupan eine Zeitbombe. Dagupan ist nämlich zwischen Berge gebaut. Somit kommt alles Wasser aus der Umgebung schließlich in der Stadt an. Ist die Stadt einmal überschwemmt, kommt man da erstmal nicht mehr raus. Glücklicherweise ist das Bureau of Immigration ein Paradebeispiel für ein gut funktionierendes Amt. Denn innerhalb von einer Stunde konnten wir es samt verlängertem Visa wieder verlassen. 

Falls jetzt die Frage aufkommt, warum wir zur Beantragung unseres Missionarsvisums nicht einfach nach Dagupan gehen. Die sind dazu leider nicht befugt. Wäre zu schön gewesen. 

Also machten wir uns dann mit dem Jeepney auf den Weg zum nächsten Bus Terminal. 

Es stand dort schon ein Bus nach Alaminos bereit. Ob und wann dieser fahren würde konnte uns aber nicht gesagt werden. 

Zum Glück änderte sich dies sehr kurzfristig und wir kamen wohl als einer der letzten Busse raus aus Dagupan und dann sicher nach Alaminos. 

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ein verregneter Tag und nasse Füße nicht das waren, was uns über den Tag hinweg Sorgen bereitete. 

Morgens hatte ich mitbekommen, dass laut meinen Eltern unser Haus zum Teil vollgelaufen war. Ich malte mir schon Bilder aus von meinem in den Fluten schwimmenden Laptop und Freundebuch. Das Problem daran war nämlich gewesen, dass ich morgens dummerweise mein Zimmer abgeschlossen hatte und mein Vater zumindest zeitweise den Ersatzschlüssel dafür verlegt hatte. Zum Glück entschärfe meine Gastschwester meine Sorge mit einem Bild von meinem Zimmer. Von vollgelaufen kann man wirklich nicht sprechen. Aber beurteilen Sie das einfach selbst:

Mein Zimmer „unter Wasser“

Ich bekam aber auch ganz andere Bilder von Freunden geschickt:

Nicht jeder in Bani hatte so viel Glück, wie ich…

Zum Dankeschön brachte ich meiner Familie auch noch etwas von Turks zum Essen mit. 

Alle Aufregung umsonst

Montags waren wir noch am dafür ungeeignetsten Tag nach Dagupan zur Verlängerung unseres Visums gefahren und am Mittwoch wurde mein Name überraschend auf der Seite des Bureau of Immigration angezeigt. Mein Visum war also fertig. Laut dem Immigration Office sogar schon seit Freitag. Dass dies aber eine glatte Lüge war, zeigt die Tatsache, dass Ate Ning aus dem Büro des Bischofs am Freitag noch dort angerufen hatte und man dies auf die Frage ob die Visas denn fertig seien, verneinte. 

Allerdings war Theresas Visum noch nicht fertig. 

Wir warteten bis Montag und dann war ihr Name ebenfalls im Internet zu sehen. Am Mittwoch fuhren wir dann. Wir entschieden uns für Mittwoch, da meine Chefin sonst alleine auf der Arbeit gewesen wäre, da Riza eine Fortbildung besuchte und Claro sich auf seine Prüfungen vorbereitete. 

Unser Plan wäre eigentlich gewesen den Nachtbus um 3 Uhr hier in Bani zu nehmen. Theresa wollte dafür zu mir fahren, bei mir schlafen und hätten dann gemeinsam den Nachtbus genommen. Allerdings kam zu dem Zeitpunkt schon kein Bus mehr in Richtung Alaminos , geschweige denn nach Bani, also wurde der Plan umgeworfen und wir entschlossen uns den Bus um 5 Uhr in Alaminos zu nehmen. 

Normalerweise fahren Jeepneys nur am Tag. Als ich allerdings um 3:30 Uhr morgens in Bani auf einen Bus wartete, kam bereits das erste Jeepney nach Alaminos. Was mich erstaunte. 

Was mich aber noch viel mehr erstaunte: ich war bei weitem nicht der Einzige in diesem Jeepney. 

Theresa hatte anscheinend zeitgleich einen Bus nach Pasay, Manila erwischt. Also rannte ich mit meinem großen Rucksack bepackt von der Jeepney Station zum Five Star Bus Terminal, wo Theresa nur eine Minute später Einfuhr und ich zusteigen konnte. Einmal wieder Glück im Unglück gehabt. 

Nach knapp 5 Stunden kamen wir dann in Manila an einer Tankstelle an und nahmen von dort aus ein Grab Car zum Bureau of Immigration. Grab ist etwa so wie Uber und Uber so etwas wie ein Taxi von Privatleuten. Der Vorteil ist, man kennt den Fahrer und das Auto vorher, sowie den Preis den man zahlen wird. Steht man im Stau, wird das vorher mit einberechnet und kostet dich somit nicht mehr. Wirklich praktisch – aber auch teuer…

Dort angekommen hofften wir endlich unsere I-Cards ausgehändigt zu bekommen. 

Haha! Falsch gedacht! Nicht mit der philippinischen Einwanderungsbehörde…

Wir kamen dort an und uns wurde direkt gesagt, dass die Visas noch nicht fertig sind.

Nach einer Stunde warten hieß es dann, sie würden angeblich dann unter Umständen vielleicht möglicherweise potentiell tendenziell nächsten Dienstag fertig sein. 

Also durften wir in der nächsten Woche erneut nach Manila fahren, dafür eine Nacht in nem Bus schlafen und nen Tag verplempern, weil der Umstieg von Papier auf Digital da wohl ein riesigen bürokratischen Aufwand macht. 

Immerhin hatten wir jetzt noch Zeit uns mit anderen Freiwilligen in Manila zu treffen, die wir bereits von unserem Vorbereitungsseminar aus Maria Steinbach im Allgäu kannten. Mit ihnen haben wir dann den Abend in einer Bar verbracht, haben uns über unsere Arbeit ausgetauscht und über potentielle Reiseziel gesprochen. 

Zurück gefahren sind wir beide dann über Nacht und am nächsten Morgen ging es dann direkt auf die Arbeit. 

Bevor jetzt jemand der Arbeitsstelle etwas vorwerfen will, das war unsere Entscheidung. Wir kamen gegen 5 Uhr nach Hause, schliefen noch zwei Stunden und gingen dann auf die Arbeit. Ich selbst war über meine eigene Produktivität an jenem Tag wirklich erstaunt. Auch wenn ich nach der Arbeit direkt ins Bett fiel und erst früh morgens wieder aufwachte. 

Hohe Geburtstagsdichte

Nun sollte es also noch einmal nach Manila gehen. Dieses Mal hoffentlich zum letzten Mal. 

Am Sonntag hatte meine Kollegin Riza Geburtstag gehabt, weshalb ich vorher mit meiner Chefin Pinky abgesprochen hatte, wie wir sie am Montag am besten überraschen. Ein Kuchen schien schon angebracht. Zudem fragte ich sie am Morgen noch völlig ohne Hintergedanken was denn ihr Lieblingsessen sei. Sie sagte Pommes und Spaghetti. Zufälligerweise tauchte ich dann zwei Stunden später mit einem Kuchen, Mountain Dew und Pommes in der Schule wieder auf. 

Da sitzt der Übeltäter

Allerdings war dies nicht der einzige Geburtstag, der heute gefeiert wurde. Theresa hatte nämlich an diesem Montag Geburtstag und lud mich für nach der Arbeit zu ihr ein, um mit der Familie zu feiern. Also ging es für mich direkt nach der Arbeit ins Jeepney, um das nächste Geschenk zu besorgen. 

Jedes Mal, wenn Theresa und ich Lust auf was heimisches hatten – oder zumindest etwas, was dem nah kam, gingen wir zu Shakeys. Das ist eine für philippinische Verhältnisse echt teuere Fastfood Kette, die Pizza auch verkauft. Wirklich gute Pizza. Also entschied ich mich Theresa eine Party Pizza mit ihrem Lieblingsbelag: Hawai mitzubringen. 

Ich hatte die Rechnung nur leider nicht damit gemacht, dass es ja Rushhour in Alaminos war und kein Bus in Richtung Mabini fuhr. Zudem war es irre heiß. Also musste ich ein Jeepney nehmen. Aber mach‘ das mal mit nem riesigen Pizzakarton, wenn mit Dir noch 30 andere Leute in das Jeepney einsteigen wollen. 

Nachdem ich das erste Jeepney nicht mal ansatzweise berührt hatte, half mir eine Frau, die sichtlich davon amüsiert war, dass ich so eine riesige Pizza transportierte, indem sie mich durch die Menschenmassen quetschte und ich am Ende tatsächlich ins Jeepney gelangte. 

Jedes Mal, wenn jetzt jemand aus- oder einsteigen wollte, musste ich den Pizzakarton hochheben und die Leute mussten darunter durch laufen. Anders wäre es wirklich nicht möglich gewesen…

In Mabini stieg dann Theresa ins Jeepney zu. Sie war ebenfalls sehr amüsiert und freute sich wirklich über dieses doch sehr lustige und leckere Geschenk. 

Zudem hatte ich bei Shakeys unsere alten Tagalog Lehrerin Mme Santos getroffen, von der ich ihr noch Grüße ausrichtete. 

Nun war ich auch das erste Mal bei Theresa zu Hause. Ein nettes großes Haus, nach amerikanischen Baustil gelegen in mitten von Reisfeldern. 

Am Abend gab es dann noch Pancit und Hühnchen zusammen mit Pizza und Torte. 

Die Nacht über schlief ich bei ihr und um 3 Uhr würden wir dann den gleichen Bus, wie in der letzten Woche nehmen, um erneut nach Manila zu fahren. 

Manila, die Vierte

Am nächsten Morgen im Bureau of Immigration angekommen, waren ich mir nicht sicher, ob ich gleich ausrasten müsste oder glücklich wie ein Honigkuchenpferd durch Manila watscheln würde, denn wir waren zu früh dort. Ich hatte meinen Termin zur Abholung um 11 Uhr und Theresa um 13 Uhr. Es war allerdings erst 10 Uhr. 

Der Versuch konnte nicht schaden. Unsere Reisepässe und unsere I-Cards waren tatsächlich abholbereit. 

Es ging also doch: nach zweieinhalb Monaten hatte es die philippinische Einwanderungsbehörde endlich auf die Reihe gebracht nen mickrigen Stempel in meinen Reisepass zu machen und eine Chipkarte zu bedrucken. 

Im Anschluss entschlossen wir uns das historische Viertel von Manila zu besichtigen und anschließend nach Pasay in die Mall of Asia zu fahren, um dort zu essen. Da bis zum Abend noch etwas Zeit war, entschieden wir uns noch ins Kino zu gehen. Da wir nicht mehr allzu lange warten wollten, kauften wir Karten für die zeitliche nächste Vorstellung von Ad Astra. Die Tickets waren erstaunlich teuer und das Kino war am anderen Ende der Mall. Als wir dort ankamen wurde uns einiges klar. Wir hatten uns soeben Karten für eine Kinovorstellung im Directors Club gekauft. Das ist ein Kino mit Liegesesseln und Popcorn und Getränken im Preis mit inbegriffen. Leider waren die Sessel so bequem und Brad Pitt machte Till Schweiger, was nuscheln angeht so sehr Konkurrenz, dass ich von dem Film nicht alles mitbekam. 

Im Anschluss ging es wie in der Woche zuvor mit Lukas und Alice in eine Bar in Cubao, Manila. 

Auf Einladung der deutschen Botschaft

Allerdings würde ich nächste Woche erneut nach Manila fahren. Diesmal aber zu meinem eigenen Spaß. 

Am dritten Oktober wird alljährlich das Tag der deutschen Einheit in Deutschland gefeiert. Was wenige wissen, in vielen anderen Ländern laden die jeweiligen Botschaften zu einer Feier ein, so auch Theresa, Lukas, Alice, mich und einige weitere Freiwillige. 

Da Theresa zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Bruder bereits in der Nähe von Manila war, fuhr ich dieses Mal allein nach Manila. Ich hatte mir vorgenommen erneut in die Mall of Asia zu fahren und wollte dazu das aus meiner Sicht einzig wirklich funktionierende Verkehrsmittel in Manila nutzen: die LRT bzw. MRT. 

Das ist eine Art Metro auf Stelzen, die zumindest Cubao und Pasay miteinander verbindet. Allerdings hatte es, wie ich später herausfand, einen Brand in einer der sich seit 1970 in Betrieb befindlichen LRT/MRT gegeben, weshalb mir Manila einmal wieder einen Strich durch die Rechnung machte. Frustriert ging ich in die nächste Mall und bestellte mir eine Pizza bei Shakeys. Seitdem bin ich auch stolzer Besitzer der Shakeys Supercard, aber das nur nebenbei…

Mit Bussen und Jeepneys schlug ich mich dann weiter in Richtung Wohnung von Alice und Lukas durch. Glücklicherweise ließen mich die Besitzer rein, wodurch ich schon mal duschen konnte. Später trudelten auch noch Lukas und Alice, sowie Theresa mit ihrem Bruder ein, die sich alle durch die ausgefallene LRT/MRT verspäteten. Frisch geduscht und umgezogen ging es dann mit einem Grab nach Makati, dem luxuriösen Viertel Manilas. Dort waren wir ins New World Makati Hotel eingeladen. So ein luxuriöses Hotel hatte ich zuvor noch nie betreten.

Am Eingang des Ballsaals wurden wir von der Botschafterin begrüßt, zudem drückten uns Bedienstete direkt ein Glas Bier in die Hand – deutsches Bier. Ziemlich schnell fanden sich alle anwesenden Freiwilligen in einer Ecke wieder, wo man dann auch den Abend verbrachte. Was nett war, viele der Leute, die ich dort kennengelernt habe, werde ich auf dem Zwischenseminar im Januar in Negros wieder sehen. Dort werde ich dann auch meinen Geburtstag feiern – könnte lustig werden…

Nach einer Ansprache der Botschafterin und dem Singen der Nationalhymne gab es das, worauf alle gewartet hatten: Deutsches Essen!

Von Brezeln und Sauerkraut, über Käse und Würstchen war für alles gesorgt. 

Natürlich konnte ich mir dort auch ein kurzes Gespräch mit der Botschafterin nicht entgehen lassen. 

Später ging es dann noch in eine Bar. Allerdings verabschiedeten wir uns recht schnell, da wir alle müde waren. 

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