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Wann gehen wir das nächste Mal essen?

Bevor jetzt jemand fragt: nein, ich bin noch nicht auf den Philippinen! In gestern einem Monat geht es für mich los. Ein 16 Stunden Flug mit 2 Stunden Aufenthalt in Hong Kong. So weit bin ich vorher noch nie geflogen. Das Längste war zuvor Israel, mit knapp 4 Stunden Flugzeit. Von daher ist auch das ganze Prozedere mit dem Beantragen eines Visums oder eines erweiterten Führungszeugnis´ komplettes Neuland für mich.

Aber jetzt zu mir: Ich bin Max, bin dieses Jahr 19 Jahre alt geworden und habe vor einer Woche mein Abitur in der Carl von Weinberg Schule in Frankfurt, Goldstein absolviert. Trotz Beendigung der Schule spüre ich nicht besonders viel von meiner Freizeit, da man sich eben jetzt noch um alles kümmern muss, bevor der Freiwilligendienst am 9. Juli 2019 durch den Abflug am Frankfurter Flughafen beginnt. 

Zudem bin ich Mitglied in der Jungen Union, was meinen Terminplan doch noch ein wenig enger schnürt, da jetzt am Wochenende noch Landestag der Jungen Union Hessen war, wofür man dann eben lange Zugfahrten zurück nach Frankfurt und wenig Schlaf in kauf nimmt.

Aber das, was meine Lage extrem brenzlich und knapp macht, ist scherzhaft gesagt auf dem Mist der Europäischen Union, genau genommen auf dem Mist des Spitzenkandidaten der EVP, Manfred Weber gewachsen. Er hatte in der letzten Legislaturperiode die Verlosung von Interrail-Tickets durch einen Gesetzesentwurf finanzieren lassen und ich habe durch Zufall und Glück eins davon gewonnen. Zu mir: ich bin leidenschaftlicher Bahnfahrer, weshalb die EU damit genau den Richtigen gefunden hatte, trotzdem hilft das meinem Zeitplan nicht weiter…

Ihr müsst euch vorstellen: ich habe jetzt noch knapp einen Monat bis zur Abreise darunter sind noch ein 10-tägiges Vorbereitungsseminar in Bonn, das sich sowieso schon mit meinem Abiball überschneidet und eine 12 tägige Interrail-Reise unterzubringen… Ihr könnt euch also vorstellen, wie wenige Tage ich eigentlich noch in Deutschland, geschweige denn in Frankfurt in meinem gewohnten Umfeld bei Freunden und Familie habe.

Und nun komme ich endlich zu dem Punkt, der mich heute dazu verleitet hat diesen Blog bereits vor meiner Abreise zu schreiben – nach einer Seite Text… Ich versuche mich zu bessern, ich versprech’s…

Mit diesem Vorwissen, was den jetzigen Monat noch ansteht und wie viel Zeit wirklich noch für zB. Essen mit der Familie verbleibt, steigt einerseits die Vorfreude, aber eben auch die Sorge, ob das wirklich das ist, was man will. Alaminos, das Bistum in dem ich ab Juli eingesetzt werde, ist 10.073 Kilometer von Frankfurt entfernt, es besteht ein Zeitunterschied von 6 Stunden und eben eine Rückreise würde um die 16 Stunden dauern und knapp 500€ kosten… 

Man muss sich das vorstellen: Ich lebe für EIN GANZES JAHR am anderen Ende der Welt – Da wird man als engagierter und doch zeitweise erwachsener junger 19-Jähriger doch ganz klein und Unsicher. 

Richtig bewusst wurde mir diese Tatsache vor kurzem, als meine Eltern von ihrem Pilgerurlaub aus Portugal bzw. Spanien zurück kamen. Normalerweise bringen die beiden meinem Bruder und mir, die währenddessen fast 3 Wochen sturmfrei hatten, was auch seine Vorzüge hat, immer etwas Kleines als Andenken mit. Diesmal hatten sie sich entschlossen einfach mit uns zu unserem Lieblingsspanier nach Hattersheim zu fahren und dort zusammen Tapas zu essen. Es schmeckte wie immer nach Mehr und da kam von mir der übliche Gedanke, wenn es mir richtig gut in einem Restaurant schmeckt: „Wann gehen wir eigentlich das nächste Mal hierhin zum essen?“

Tja und da ist das Problem! Es wird für knapp ein Jahr kein nächstes Mal geben!

Da kommen dann eben solche Gedanken auf…

Man steht vor so einer Reise im Zwiespalt. Einerseits freut man sich auf die Philippinen, die klassische Vorstellung: Sommer, Sonne, Strand, Meer… Auch die ehemaligen Freiwilligen hatten mir diese Vorstellung durchaus bestätigt gehabt, aber dann gibt es noch die andere Seite: Das Verlassen des Gewohnten. Was davon überwiegt, ist von Tag zu Tag anders.

Neulich ging es darum sich um eine Genralvollmacht und die Studienanmeldung zu kümmern. Ich hatte dies vormittags alles erledigt und als meine Mutter von der Arbeit nach Hause kam, präsentierte ich ihr mein „Ergebnis.“ Kurze Zeit später sah ich sie mit Tränen in den Augen, weil sie realisiert hatte, wie schnell jetzt alles geht. Mich als recht emphatischen und teils auch emotionalen Menschen hatte dieser Anblick zu tiefst verunsichert. 

Es ist also nicht nur die Organisation, die so einen Freiwilligendienst anspruchsvoll gestaltet, sondern eben auch das, was man selbst zu verarbeiten hat und was nur im Kopf vorgeht.

Kurzer Nachtrag:

Dieser Blogeintrag wurde bereits am 10. Juni 2019 verfasst. Interrail und das Vorbereitungsseminar in Bonn liegen hinter mir und mein Flug nach Manila startet in etwas mehr als 24 Stunden…

2 Kommentare

  1. Tobias Tobias 8. Juli 2019

    Sehr beeindruckender Beitrag! Ich freue mich, wenn ich über deine Zeit und deine Erfahrungen in Philippinen lesen könnte!

    • Maximilian Leißner Maximilian Leißner Autor des Beitrages | 8. Juli 2019

      Wart‘s ab, ich bin ja noch nicht mal abgeflogen 😂😉🇵🇭

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