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Ein letzter Abend

Der Koffer ist gepackt, alle Dokumente eingepackt – jetzt kann es noch los gehen den letzten Abend in Deutschland mit den Freunden zu verbringen. 

Ich hatte ursprünglich zwei Freunde von mir eingeladen zum Frankfurter Kultimbiss zu gehen. Das ganze hatte zwei Gründe: 

  1. ich Reise aus
  2. Der Kultimbiss macht (vorerst) zu

Also hatte ich mir die zwei Freunde geschnappt, die von Fatmas Burgern genauso besessen waren, wie ich und hatten uns für den letzten Abend dort verabredet. 

Ich hatte dann noch ein paar andere Freunde gefragt. Marija wollte noch ihren Freund mitbringen und Marco noch seinen Bruder. War alles kein Problem, ich kannte beide und war auch mit beiden sehr gut, also waren wir dann im Endeffekt 9 Leute. 

Da am letzten Abend nie alles so läuft wie man will und ich – faul wie ich war – den ganzen Tag im Bett verbracht hatte, wurde 18:30 Uhr dann doch sehr knapp. Hier musste das Dokument noch organisiert werden oder davon eine Kopie eingepackt werden…

Wie dem auch sei, ich kam somit zu meinem eigenen Abschiedsessen zu spät… 

Und wen sah ich dann dort vor dem Kultimbiss neben meinen acht anderen Freunden sitzen: Tobias Antoni!

Einer meiner besten Freunde, der wie es im Leben eben manchmal so kommt weiter weg wohnt, als man es gern hätte, sich aber mit Marco so gut versteht, dass er ihn kurzer Hand eingeladen hatte und er den Weg aus Neupotz in Rheinland-Pfalz zurückgelegt hatte, um heute dabei zu sein. Einer der Gründe warum ich ihn auch so gern mag. 

Ich kenne ihn von Jugend und Parlament, das wir beide im Jahr 2018 absolviert hatten und seitdem dauerhaft in Kontakt stehen. Er und viele weitere meiner besten Freunde – natürlich aus allen Teilen von Deutschland – waren sich auch nicht zu schade zu meiner Abschiedsfeier Ende Mai zu kommen, was mich vor die Herausforderung brachte 9 Leute bei mir zuhause unterzubringen. Aber man muss sagen, wir haben diese Herausforderung mit viel Spaß gemeistert gehabt. 

Aber nun zurück zum Thema: jeder genoss seinen oder ihren Burger oder Currywurst, redeten über die Reisen die anstanden oder hinter uns lagen und was uns Abiturienten eben sonst noch so für Schabernack durch den Kopf ging. 

Am Ende verabschiedete ich mich bei Fatma, der Besitzerin des Kultimbiss‘, da sie kurz darauf ihren Kultimbiss schließen würde, da Ihr Mietverhältnis nicht so positiv lief, wie es viele ihrer Stammkunden – meine Freunde und ich eingeschlossen – gern hätten. 

Sie hatte aber doch gute Nachrichten für uns. Sie wird ein neuen Ort finden, an dem sie den Kultimbiss neu eröffnen wird – näher von meinem Zuhause entfernt, worüber sich weder meine Waage, noch mein Geldbeutel freuen wird – aber was spielt das schon für eine Rolle, wenn man ehrlich ist… und hungrig.

Als Fatma ihren Laden für heute schließen wollte, machten wir uns noch mit einem Kasten Bier und einer Musikbox bewaffnet auf dem Weg ins Licht und Luft Bad, ein Platz direkt am Main, wo wir noch den Abend ausklingen lassen konnten. 

Es war ein toller Abend für mich und ich vermute auch für alle Anwesenden.

Nach und nach gingen aber die ersten Leute. Anni und Denise, Marija und Aleks. Nachdem wir auf dem Parkplatz noch etwas Schlager à la Tobias gehört hatten, haben wir uns auch von ihm, Lucas und Marco verabschiedet und schließlich brachten Sandra und ich auch noch Jaro zur Bahn, da wir beiden mit dem Fahrrad dort waren. 

Es war ein guter Abend und ich merkte, dass hier in meinem Freundeskreis alles gut war. Natürlich ging es immer noch besser, aber jeder genoss den Abend, jeder wollte einfach noch die letzte gemeinsame Zeit – für ein Jahr – im Guten verbringen, was auch gelang. Erst in den Momenten des Abschieds merkt man, wie gut man wirklich mit einer Person ist. 

Einerseits macht es den Abschied nicht leichter, wenn man hört welche Geburtstage und Feiern in den nächsten Wochen und Monaten in deiner Heimat stattfinden und wenn man merkt welch tolle Freunde man über die Jahre kennengelernt hat. 

Andererseits kann man auch froh sein dies alles im Guten zu verlassen. Man geht ohne Streit und mit Spaß und einem Lächeln im Gesicht. 

Ich kann Frankfurt und meine Freunde hier lassen, ohne dass ich etwas zu bereuen habe, ohne dass noch etwas zu erledigen wäre und dies gibt mir Kraft später in den Flieger zu steigen und Deutschland soweit zu verlassen, wie noch niemals zuvor. 

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