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Die mitreißende Mitreisende

Nun war es soweit, der Tag an dem sich mein Leben grundlegend verändern würde war gekommen: der 9. Juli 2019

Immer als noch so fern gesehen war heute gekommen – der Tag meines Abflugs!

Hab ich meiner gesagt? Entschuldigung, ich meine natürlich unseres Abschieds, denn ich fliege ja schließlich nicht allein. 

Mit mir gerade im Flieger und dann auch ein Jahr auf den Philippinen ist mit mir Theresa Unverricht. 

Ich kenne sie seit etwa einem halben Jahr, seit einem viertel Jahr auch besser, da wir da erfahren haben, dass wir zusammen einen Freiwilligendienst machen werden. 

Aber wie der Titel schon sagt ist sie ziemlich mitreißend, das habe ich heute wieder am Flughafen gemerkt. Ich meine dies nicht im übertragenen Sinne, sondern wörtlich… sie hat ein ganz schönes Tempo drauf.

Ich, der nach dem Abitur immer bequemer geworden ist und sich auch während der Interrail Reise auch vom knappen Zeitplan nicht hat stressen lassen, werde hier doch ganz schön auf Trab gehalten – Ist vielleicht auch gut so…

Auch wenn das jetzt erstmal so klingt, als würde mich das nerven, aber so ist dem nicht. 

Wir verstehen uns gut und ergänzen uns auch sehr gut: Sie hat das Tagalog Wörterbuch dabei und ich den Philippinen Reiseführer. Sie hat die Kamera und ich die GoPro. 

Wahrscheinlich gäbe es da noch mehr Punkte, aber die werden sich wahrscheinlich erst im kommenden Jahr zeigen. 

Aber nun zurück nach Kasachstan…

Kein Scherz, wenn ich das hier schreibe befinde ich mich im Kasachischen Luftraum. 

Laut der Berliner Zeit auf meinem Handy haben wir 19:30 Uhr, was aber nicht stimmt, da es hier bereits Nacht ist. Man konnte den Sonnenuntergang super aus dem Flugzeug beobachten und da ich auf beiden Flügen von vornherein den Fensterplatz habe (vielleicht lasse ich auch mal Theresa an‘s Fenster…), umso besser. 

Sonnenuntergang – die Sonne geht ja bekanntlich im Westen unter, also die letzten Strahlen des Westens, von Europa, von Deutschland, von Frankfurt, verschwanden immer weiter unter dem kasachischen Nachthimmel. 

Da trifft ein doch irgendwann die Melancholie. Weder Ich, noch Theresa wurden davon verschont. 

Der Abschied von der Familie und den Freunden ist erst wenige Stunden her und man ist schon etwa 5000 Kilometer von ihnen allen entfernt…

Das macht zu schaffen, obwohl ich für meinen Teil es noch nicht wirklich realisieren kann, dass ich nun für ein Jahr 10.000 Kilometer entfernt von zuhause leben werde…

Aber egal wie schwer es wird, egal welche Hindernisse auf einen warten, man hat in der Heimat Menschen, die einem den Rücken stärken:

Meine Familie und Freunde haben es nämlich geschafft mir ein Freundebuch zu schenken, in dem so viele Freunde und Verwandte von mir unterschrieben und Grüße verschriftlicht haben, weshalb ich mich jetzt frage, wie die das überhaupt hin bekommen haben, ohne dass ich das wirklich mitbekomme. 

Tobias hat einen Psalm hinterlassen, Sandra hat haufenweise Kinderbilder von uns eingeklebt, Anni hat endlich zugegeben, dass sie 15 ist und Edda hat mir ein „interessantes“ Werbegeschenk von den Jungen Liberalen eingeklebt. Das waren bei weitem nicht alle und dafür bin ich sehr dankbar. 

Dies hatte bei mir am Flughafen den Inbegriff der Stimmungsschwankung ausgelöst: vom rührenden Abschied zum strahlenden Abflug. 

So konnte ich mit dem Rücken aus dem Westen gestärkt mit Vorfreude und Zuversicht in den Flieger steigen, auf dass die Sonne im Land der aufgehenden Sonne (wir haben soeben die Grenze überflogen…) uns Kraft und Energie für das kommende Jahr gibt. 

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