Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Mein Leben in PREDA

Das Ende dieses Monats geht unglücklicher Weise Hand in Hand mit der Beendigung meiner Beschäftigung bei PREDA. Die Sommerferien sind bald vorbei und somit kehren Elena und ich nach Pangasinan zurück, um unser jeweiliges Auslandsjahr mit unseren eigentlichen Arbeiten ausklingen zu lassen.

Die Arbeit bei PREDA hat auch im zweiten Monat großen Spaß gemacht und ich konnte viele Jungen sehen, die bereits wieder in ihre Familien reintegriert werden konnten. Es bleibt nur zu hoffen, dass sie auf dem rechten Weg bleiben, allerdings bin ich da sehr guter Dinge.

Meine Aufgaben haben sich im Großen und Ganzen nicht wirklich verändert. Ich spiele immer noch beinahe jeden Tag mit den Kindern Basketball oder Schach. Das langsame Eintreten der Regenzeit hat die Zahl unserer Basketballspiele allerdings in letzter Zeit etwas schrumpfen lassen. Zum Glück hat Elena diesen Monat angefangen den Jungs Gitarren-Unterricht zu geben, sodass sie auch im Regen Beschäftigung finden. Natürlich konnte ich diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen und hab mir auch etwas Gitarre beibringen lassen. Ich würde zwar nicht behaupten, dass ich hochtalentiert wäre aber es könnte auch deutlich schlechter sein. Obendrein planen wir auch immer wieder Aktivitäten mit den Kindern wie Backen, Origami, Fußball und vieles mehr.

Eine weiter Aktivität unsererseits war das Streichen des Duschhäuschens, bei dem uns die Kinder tatkräftig unterstützt haben. Manche waren tatsächlich etwas über motiviert. Unsere Idee war es eine Unterwasserlandschaft auf den Wänden abzubilden. Die Arbeiten dauerten in etwa eine Woche an. Ich war vom Endergebnis äußerst positiv überrascht.

Zur Zeit laufen Vorbereitungen für ein großes Sportsfest, bei dem sowohl das Girl´s – als auch das Boy´s Home, sowie Ehemalige und Schoolars teilnehmen werden. PREDA vergibt übrigens genauso wie die Kirche in Alaminos „Schoolarships“. Das bedeutet PREDA zahlt die Schulbildung für wenige ausgewählte Kinder aus Familien, die sich das nicht leisten könnten, um diesen Kindern ein sorgenfreieres Leben zu ermöglichen. Wir sind in den Vorbereitungen für das Fest stark involviert, so habe ich zum Beispiel dabei geholfen eine Tischtennisplatte zu bauen und diese noch auf richtige Höhe zu flexen. Das hat ziemlichen Spaß gemacht. Leider werden wir nicht anwesend sein wenn das Fest stattfindet, da wir uns da bereits auf dem Heimweg nach Alaminos befinden werden.

Die Irin Claire ist bereits vor mehreren Wochen abgereist. Am Wochenende vor ihrem Flug waren wir alle zur Verabschiedung zusammen in dem Ort Baler. Dieser ist ein bekannter Surf-Ort, so konnte ich mich ein zweites Mal auf dem Board beweisen, was mir manchmal mehr, manchmal weniger gelang. In Baler lernten wir die beiden Franzosen Hugo und Melanie kennen mit denen ich mich überragend gut verstanden habe. Die beiden waren dann auch dabei als wir Claires Geburtstag gefeiert haben. Nur wenige Tage zuvor hatte Elena bereits Geburtstag gehabt, sodass ich mich zu dieser Zeit nicht über fehlenden Kuchen beschweren musste.

Noch in Olongapo bot sich Claire, Elena und mir die Möglichkeit Parasailing auszuprobieren, die wir natürlich sofort ergriffen. Obwohl es nicht die erwartete „Achterbahnfahrt“ war sondern eher ein entspannter Rundflug war das eine gute Investition und sehr cool.

Vor einer Woche hat hier die Mango-Saison begonnen. Dementsprechend gibt es hier gerade viel zu tun, da PREDA ja in etwa die Hälfte des benötigten Kapitals durch den Mango-Verkauf erwirtschaftet. Wir konnten auch bereits bei der Ernte helfen. Also unsere Aufgabe beschränkte sich darauf die geernteten Mangos auf Mängel und Größe zu begutachten. Es war ein ziemlich anstrengender Tag aber an deren Ende wusste man wenigstens, dass man was geschafft hat.

Letzte Woche war die Zeit der vielen Abschiede angebrochen. Da es auch für Marina die letzte Woche war begann die Woche mit dem Abschied in unserem Kick-Boxing-Studio. Da es auch gleichzeitig der Geburtstag von Marinas philippinischen Freund Gimo war, der auch gleichzeitig unser Kick-Boxing-Lehrer ist, hatten wir genug Grund zu feiern. Ganz nach philippinischer Tradition gab es Pancit zu essen während wir stundenlang Karaoke gesungen haben. Ich bin zwar nach wie vor kein großer Karaoke-Fan doch trotzdem war es ein schöner Abend. Darauf folgte der Abschied von den Kindern und dem Kollegium im Boy´s Home. Sie haben extra für uns Spiele und Essen organisiert. Es war zwar ein sehr lustiger Tag allerdings doch ziemlich traurig alle Leute zurückzulassen, die man hier kennengelernt hat. Aber im Prinzip kann ich das als Vorbereitung für meinen Abschied in 2 Monaten sehen, wenn ich die Philippinen gen Deutschland verlassen werde.

Doch bevor es soweit ist geht es für Elena, Daniel und mich erstmal zwei Wochen in Urlaub. Wir gehen in den Norden von Luzon und wandern durch die Reis-Terrassen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Regenzeit uns keinen Strich durch die Rechnung macht.

Christian Voß

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Webseite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.