Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Ein Monat im Zeichen des Sports

Diesen Monat stand in unserer SPED-Klasse der Fokus ganz auf dem Sport. Mit dem immer näher rückenden Start der 2. Runde der SPED-Olympics wurde es von Tag zu Tag wichtiger unsere Schüler auf die nun deutlich größere Schwierigkeit und Konkurrenzsituation vorzubereiten. Meine Lehrerkollegin Sheryl und ich kamen auf die Idee ein paar Hanteln und Gewichte aus dem Fitnessstudio auszuleihen, in dem wir uns beide fit halten. Glücklicherweise stimmte der Besitzer zu, sodass wir unserem Training auch eine kraftaufbauende Einheit hinzufügen konnten. Für das Krafttraining war ich zuständig, während Sheryl die Kardio-Einheiten betreute.

Bevor es allerdings ins Trainingslager nach Lingayen und darauf folgend nach Ilocos Norte zu den SPED-Olympics ging stand noch eine große Feierlichkeit an. Meine Schule hatte nämlich zum großen „Homecoming“ eingeladen. Dieses Fest namens „Alumni“ findet alle 3 Jahre statt und hat so eine ungeheure Anzahl an Klassentreffen zur Folge für die manch einer schon mehrere Stunden Anreise in Kauf nimmt.

Nach den Klassentreffen am ersten Tag der Alumi stand am 2. Tag eine Parade sowie eine Talentshow auf dem Programm. Ich hatte kurzfristig noch meine Mitfreiwillige Elena eingeladen sodass wir uns zusammen mehrere ordentliche Auftritte ansehen konnten. Mit der am folgenden Abend stattfindenden „Grand Night“, die eine sehr gute Band und viel Tanz zu bieten hatte, sollte die Alumni auch schon beendet sein.

Sie hätte allerdings auch kein Tag länger gewesen sein dürfen, da wir bereits am nächsten Morgen nach Lingayen zum Trainingslager aufbrachen. Dort hatten wir die Möglichkeit auf einer richtigen Wettkampfbahn zu trainieren und somit unsere Athleten auf den Ernstfall vorzubereiten. Geschlafen haben wir auf Matten in einem umfunktionierten Klassenraum also waren die ersten ein, zwei Nächte nicht wirklich bequem, allerdings konnte ich mich zum Glück recht schnell daran gewöhnen. Wenn wir nicht gerade trainiert haben hatten wir nicht wirklich viel zu tun und so fanden Elena und ich Zeit uns in Lingayen am Strand zu treffen. Elenas Einsatzstelle ist dort nämlich ganz in der Nähe.

Schließlich wurde es Zeit sich auf den Weg nach Ilocos Norte zu machen, da der Beginn des Turniers unmittelbar bevorstand. Nach knapp 9 Stunden im Bus kamen wir letztlich in San Nicolas National High School an. Eine Schule einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Laoag City, wo das Turnier stattfinden sollte. Die Schule hatte sich netter Weise dazu bereit erklärt unserer Delegation Unterkunft und Verpflegung zu gewähren. Mir war bis zum Schluss nicht bewusst wie riesig dieses Turnier ist. Tatsächlich waren die SPED-Olympics nur ein kleiner Teil dieses Turniers. Auch viele Schüler ohne Behinderungen aus 11 verschiedenen Delegationen traten an um sich in sportlichen Wettkämpfen zu messen, zu denen auch Sportarten wie Fußballtennis, Tanz, Boxen und unzählige mehr gehörten.

Am ersten Tag des Turniers gab es eine offizielle Begrüßung sowie eine beeindruckend aufwendige Eröffnungsfeier mit traditionellen Tänzen und einer Ehrung eines einstigen Olympia-Gold-Schwimmers, der aus der Region Ilocos Norte stammt. Zum Schluss kam dann der große Einlauf aller 11 Delegationen vor vollen Rängen.

Der nächste Tag hielt die ersten Wettkämpfe bereit in denen auch unsere Schüler partizipierten. Abends wurde uns dann in der San Nicolas National High School noch eine Begrüßungsfeier geboten, bei der mehrere Schüler ihre Qualitäten in Tanz und Gesang unter Beweis stellen konnten.

In den folgenden Tagen bestritten unsere Athleten in ziemlicher Hitze (da zur Zeit Sommeranfang ist) ihre Wettkämpfe in 100m, 200m, Kugelstoßen, Weitsprung, Staffellauf und waren dabei unterschiedlich erfolgreich. Ich war froh, dass unsere Schüler nicht für den 1000m Lauf angemeldet waren, da die Schüler, die diesen bestritten zu großer Zahl aufgrund der Temperaturen an der Ziellinie zusammenbrachen. Am letzten Tag hatten 3 unserer Schüler mindestens eine Medaille, zwei davon konnten sogar mit 2 Medaillen nach Hause fahren. Leider hatten wir aufgrund des vollen Terminkalenders kaum Zeit etwas von Laoag City zu sehen, allerdings konnten Sir Claro und ich einen Tag Zeit finden die älteste Kirche der Philippinen, die Paoay Kirche, zu besichtigen.

Nach dem Ende des Turniers machten wir uns alle auf dem Heimweg, jedoch hat sich unsere Ausrichtung in der Schule nicht wirklich verändert, da bereits ein neues Sport-Turnier im April stattfindet. Dieses Mal handelt es sich um die Disziplinen Badminton und Tischtennis. Da ich früher jahrelang Tischtennis im Verein gespielt habe wurde ich also zum Tischtennistrainer berufen. Es macht wirklich Spaß nach langer Abstinenz mal wieder zu spielen allerdings macht mich das Klima zur Zeit sowieso schon fertig und dabei noch Sport zu treiben macht es nicht wirklich besser. Jedoch werden die Temperaturen sowieso noch steigen also muss ich mich so oder so daran gewöhnen.

Dass das Turnier ein Erfolg wird steht bei unserer Form auch schon fast fest, nachdem unsere tauben Schüler gestern erst den 2. Platz im SPED-Tanzwettbewerb gemacht haben und wir außerdem den Landscaping-Wettkampf in unserer Schule gewonnen haben.

Letzten Monat hatten sowohl meine Kollegin Sheryl als auch meine Gastschwester Jaja Geburtstag, außerdem hatte ich letztes Wochenende sowas wie meine eigene kleine Alumi hier in den Philippinen. Ein alter Klassenkamerad hatte mich nämlich informiert, dass er bald nach Manila fliegen würde. Diese Chance wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und habe sofort Daniel in Manila kontaktiert, ob er Platz für uns hätte. Am Ende hatte sich sogar noch Elena angeschlossen und wir hatten ein sehr cooles Wochenende zusammen in Manila.

Christian Voß

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Webseite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.