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Reisen

Mit dem Oktober endet nun auch mein dritter Monat auf den Philippinen und es ist schon erschreckend wie schnell sich der Alltag bei mir breit gemacht hat.

Von Montag bis Freitag starte ich um 8 Uhr meine Arbeit in der SPED-Klasse der Bani East Integrated School. Bis zur Mittagspause um 11:30 Uhr unterrichte ich die Kinder in Englisch und/oder Mathe. Meine Mittagspause verbringe ich zu Hause bei meiner Gastfamilie. Da mein Gastvater an derselben Schule angestellt ist wie ich haben wir so die Möglichkeit zusammen zu essen und uns auszuruhen bis wir um 13 Uhr wieder zurück zur Schule fahren. Am Nachmittag folgt dann meistens nur noch eine kleine Lerneinheit ehe den Kindern erlaubt wird zu spielen und Sport zu treiben, wo ich mich immer gerne anschließe. Vor wenigen Wochen habe ich erst erfahren, dass mein Vorgänger zwei Tische bemalt hatte, um eine Tischtennisplatte herzustellen und uns somit zu ermöglichen Tischtennisspiele auszutragen. Allerdings ist das alte Netz nicht mehr funktionstüchtig und so müssen wir mit einem Brett improvisieren, was allerdings den Spaß nicht schmälert. Weitere beliebte Pausensportarten bei uns sind Volleyball, Badminton, American Football und der von mir importierte europäische Fußball. Meine Arbeitstage enden um 16 Uhr wonach ich dann entweder nach Hause oder ins Fitnessstudio gehe.

Ein sehr lustiger Ausbruch aus dieser Routine war der „National Teachersday“, der in allen philippinischen Schulen gefeiert wird. Für diesen Tag denken sich die Schüler ein Programm mit Spielen, Preisverleihungen und Essen für ihre Lehrer aus. Ich war ziemlich beeindruckt davon wie gut die Schüler ihre Sache gemacht haben und wie viel Arbeit in der Vorbereitung und Ausführung dieses Programmes stecken musste. Am nächsten Tag stand noch ein großes Fest an, das diesmal von den Lehrern organisiert war und alle Lehrer im Umkreis einlud. Unglücklicher Weise konnte ich dort nicht teilnehmen, da ich erneut nach Manila musste, um endlich mein Missionars-Visum zu erhalten. Ich war sehr froh, dass es diesmal funktionierte und ich so nur noch ein letztes Mal nach Manila zurückkehren musste.

Wenn keine Arbeit ansteht unternehme ich gerne etwas mit meinem philippinischen Kumpel Niko. Er ist zwar 26 und somit 6 Jahre älter als ich, doch liegen wir komplett auf einer Wellenlänge. Ein großes Glück ist, dass Niko ein eigenes Auto besitzt, sodass wir bereits mehrere Male zum Strand oder nach Alaminos konnten ohne immer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein. Allerdings hat er die blöde Angewohnheit mich dazu bringen zu wollen Balut zu essen. Und leider war seine Mission letzten Monat erfolgreich. Nicht ganz freiwillig habe ich das gegessen, was ich mir eigentlich geschworen hatte nicht anzurühren. Zu meiner Verblüffung war der Geschmack nicht so schlimm wieich es mir vorgestellt hatte, allerdings war mein gesamter nächster Tag von Übelkeit und Bauchkrämpfen durchzogen, weshalb ich Balut tatsächlich niemanden weiterempfehlen würde.

Mit meiner Gastfamilie habe ebenfalls bereits Ausflüge gemacht. Einer diesen Monat ging in die Stadt Dagupan, wo ich das erste Mal in einem philippinischen Kino saß. Der Film war zwar nichts Besonderes, allerdings waren die Nachos sehr lecker.

Diesen Monat standen außerdem einwöchige Semesterferien an,da die Schüler gerade ihre Klausurenphase hinter sich gebracht hatten. Bei uns in der SPED-Klasse wurden natürlich keine Klausuren geschrieben, trotzdem fehlten viele Schüler, was daran lag, dass viele Eltern mit der Reisernte beschäftigt waren und so keine zeit hatten ihre Kinder bei uns abzugeben.

Am Wochenende vor den Ferien beschloss ich dann meine letzte Reise in die Immigration von Manila zu unternehmen, um letztlich nach 3 Monaten mein einjähriges Missionars-Visum in den Händen zu halten. Doch wollte ich diesmal das ganze Wochenende in der Hauptstadt bleiben. Da traf es sich gut, dass ich einen deutschen Freiwilligen namens Daniel in Manila kenne, bei dem meine Mitfreiwillige und ich umsonst wohnen konnten. Am ersten Abend, nachdem ich bereits mein fertiges Visum erhalten hatte, fuhren wir zum Livingston-Tower, dem höchsten Wohngebäude in Manila, und konnten die schönste Aussicht über eine Stadt genießen die ich in meinem Leben bisher erleben durfte. Dass wir dieses Gebäude überhaupt betreten durften lag an dem glücklichen Umstand, dass Daniel mit dem deutschen Ex-Freiwilligen Simon befreundet ist, der in dem Tower lebt. Am selben und am nächsten Abend begaben wir uns in das Nachtleben von Manila, was doch ziemlichen Spaß gemacht hat. Am Sonntag vor unserer Rückreise nach Alaminos sind wir mit Daniel in einen Escape-Room gegangen, den wir leider erst nach Ablauf unserer Zeit lösen konnten. Dennoch war dieses Wochenende eine sehr coole Erfahrung, vor allem wegen Simon und Daniel.

Unter der Woche der Semesterferien machte ich nicht allzu viel, was sich am Wochenende jedoch dramatisch änderte. Niko hatte mich eingeladen mit ihm und einer Freundin in San Juan surfen zu gehen. Das hatte ich mich natürlich nicht zweimal fragen lassen. Ich lud noch meine Mitfreiwillige Elena ein und wir machten uns am Freitag auf den Weg. Die erste unserer vier Stunden war für uns jeweils ein Surftrainer abgestellt, der uns sagte welche Wellen wir am besten nehmen sollten. In dieser ersten Stunde lief es sehr gut für mich und ich konnte bereits nach wenigen Versuchen eine Welle komplett reiten. Leider änderte sich dies als mein Trainer mich verließ, da ich einfach nicht in der Lage war für mich selbst gute Wellen zu finden, sodass die nächsten 3 Stunden nicht mehr besonders erfolgreich waren.

Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher in die Sommer-Hauptstadt der Philippinen. Baguio ist die Sommer-Hauptstadt, da sie hoch im Gebirge gelegen ist und somit eine deutlich geringere Durchschnittstemperatur zu bieten hat, als der Rest der Philippinen. Ich empfand Baguio als sehr schöne und lebhafte Stadt. Wir besuchten einen Park auf dessen See Schwanenboote fuhren, eine Aussichtsplattform über die Stadt und Berge, sowie ein vermeintliches Geisterhaus aus der Zeit des 2. Weltkriegs als die Japaner Baguio und die ganzen Philippinen unter ihrer Kontrolle hatten. Außerdem durften wir die traditionellen Kostüme namens Barong tragen. Es war ebenfalls ein sehr schöner Trip, der allerdings einen Wermutstrophen zu bedauern hatte:

Beim Surfen in San Juan hatte ich dummerweise meine Sonnencreme vergessen wollte aber unbedingt surfen, sodass ich ohne mich einzucremen 4 Stunden unter der philippinischen Sonne gegrillt wurde. Ich hatte noch nie in meinem Leben einen Sonnenbrand, der auch nur ansatzweise so schlimm war wie dieser hier. Also hiermit ein Rat an jeden der vor hat die Philippinen zu besuchen… GEHT NIEMALS OHNE SONNENCREME FÜR LANGE ZEIT UNTER DIE SONNE!!!

Damit verabschiede ich mich für heute.

Christian Voß

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