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The Holy Week in the Philippines!

Frohe Ostern wünsche ich Euch allen!!!
Hier bin ich wieder und möchte euch in meinem Eintrag von meiner Karwoche hier berichten.

Es gibt einiges, was sich sehr von unseren Traditionen unterscheidet, aber auch einiges, was unseren sehr ähnlich ist.
Ich fange einfach mal beim Palmsonntag an!

Palmsonntag:
Dieser Tag fing morgens früh um 5 Uhr für mich an, da wir uns um diese Zeit auf dem Plaza versammelt haben.
Dort wurde dann ein Text gelesen und die Palmzweige wurden gesegnet, dieses Jahr hatte ich auch zum ersten Mal richtige Palmzweigen an Palmsonntag in der Hand! 🙂
Nach dem Segen, bei dem alle mit Ihren Zweigen gewedelt haben und der Pfarrer sie mit dem Weihwasser bespritzt hat, ging es dann in einer kleinen Prozession in die Kirche.
Dort fand dann noch ein ganz normaler Gottesdienst statt, welcher jedoch mit dem Hosannagesang der Engel begonnen hat.
Nach dem Gottesdienst dann sind wir mit der Jesusfigur einmal um die Kirche gelaufen und auf Türmen aus Bambus gebaut, standen die Engel und haben singend Blumen auf den Jesus und die umstehenden Menschen gestreut.
Also Palmsonntag ist unserem Tag schon mal sehr sehr ähnlich, aber dennoch mit anderen Details! 😉

Holy Tuesday:
Am Dienstag der letzten Woche sind wir gegen acht mit dem Jeep und dem Auto von Nidas Schwester nach Surip ans Meer gefahren.
Dort waren Menschen aus dem ganzen Bistum versammelt um in der Mittagszeit den Kreuzweg hoch auf den Berg zulaufen.
Am Vormittag sind wir Kinder ins Wasser gesprungen und haben es genossen mal wieder am Meer zu sein.
Nach dem Mittagessen habe ich mich dann bei ziemlicher Hitze mit Auntie Luz auf den Weg nach oben gemacht.
Der Strand in Surip liegt an einem steilen Felshang und oben auf dem Felsen steht das große weiße Kreuz, dass ihr evt. schon mal hier in meinem Blog auf Bildern gesehen habt.
Vom Fuße haben wir uns dann auf den Weg durch den Wald/Dschungel gemacht.
Es war wirklich eine tolle Erfahrung und auch wenn es heiß war und die vielen provisorischen Treppenstufen steil hinaufgingen war es doch nicht ganz so anstrengend, da wir ja alle paar Meter an den Stationen Halt machen mussten.
Am Ende war ich dann auch sehr überrascht, als wir plötzlich schon da waren, ich hatte gar nicht bemerkt wie die zwei Stunden umgegangen sind, die wir für den Weg gebraucht hatten.
Da der Rest der Truppe nicht den Weg gegangen ist mussten wir oben dann noch auf sie warten und das hat dann doch länger gedauert als gedacht, da auf dem engen, steilen und kurvigen Weg ein Jeep leicht den Abhang runtergerutscht war und deshalb alle anderen Fahrzeuge am Fuße des Berges warten mussten…
So dass sie Kinder irgendwann zu siebt den Berg hoch gelaufen kamen und wir nach langem hin und her dann zu 10 ein Tricycle besteigen haben um zum Haus von meiner einen Tante hier zufahren, dass nicht allzu weit weg lag.
Wenig später kamen dann aber auch schon unser Jeep und unser Auto angefahren und ich habe für die Rückfahrt noch spontan bei den Jungs auf dem Dach platz genommen, was mal wieder eine unbequeme aber einfach tolle Fahrt war, weil die Aussicht so toll ist und das Gefühl vom frischen Fahrtwind bei der Hitze denitiv besser ist als die stickige Luft im Inneren des Jeeps.

Gründonnerstag:
Am Donnerstag ging es dann weiter mit einer anderen philippinischen Tradition und zwar soll man während der Holy Week sieben Kirchen besuchen und in jeder Kirche zwei Stationen des Kreuzweges beten.
Wir sind mit einer kleinen 14 Mann starken Gruppe, aus befreundeten Lehrern meiner Gasteltern, unterwegs gewesen.
Um sieben Uhr ging es los und es hieß diese Route zu bewältigen: Bolinao, Anda, Zaragosa, Sual, Salasa, Bugallion und Laprador.
Die ersten drei Kirchen liegen bei uns in der Nähe, für die anderen mussten wir noch ein Stück weiter fahren und natürlich hat auch das Essen nie gefehlt!
Für mich war es einfach eine tolle Möglichkeit mal die Kirchen der anderen Gemeinden zusehen und auch in Orte zufahren, wo ich noch nicht war bisher.
Außerdem war unsere Gruppe wirklich sehr lustig und es herrschte ein tolles Miteinander!
Als wir am Nachmittag um vier wieder hier ankamen war ich allerdings doch auch sehr müde, konnte mich aber nur kurz ausruhe, da es um 5 schon wieder zum Gottesdienst ging.
Im Gottesdienst gab es zwei Besonderheiten, zum einen wurden 10 ausgewählten Menschen die Füße gewaschen (leider weiß ich noch nicht warum gerade genau diese ausgewählt wurden) und zum anderen wurde am Ende des Gottesdienstes die Kirche leer geräumt und der Pfarrer ist mit den Hostien einmal durch die Kirche gezogen und dann ausgezogen.
Einen Gottesdienst ohne Segen zu beenden war für mich wirklich sehr seltsam und unsere Kirche sah wirklich sehr traurig aus bevor wir gegangen sind.

Karfreitag:
Der Freitagabend war dann wieder geprägt von Philippinischem.
Der Gottesdienst begann um 4 Uhr am Nachmittag und vor dem Hochgebet wurde das Kreuz mit Jesu enthüllt und danach konnten alle nach vorne gehen wie bei der Kommunion um diesen Jesu am Kreuz drei Mal zu küssen und mit ihren Tüchern darüber zu wischen.
Auf den Gottesdienst folgte dann eine Art Trauermarsch, so würde ich es nennen.
Dabei sind vier Heiligenfiguren zu Beginn getragen oder auf Wagen gezogen worden und zwischen den einzelnen Figuren ist die Gemeinde gelaufen.
Ganz zuletzt wurde der Sarg von Jesu mit seiner Figur auf einem Wagen von, ich würde schätzen, nahezu 100 Menschen gezogen worden.
Diese sind alle Barfuß gewesen und haben an einem langen Tau den Sarg durch Bani gezogen.
Der Rest der Gemeinde ist mit Kerzen in zwei Reihen rechts und Links der Straße gelaufen und währenddessen wurde der Rosenkranz gebetet.
Nach ca. 2 Stunden war die Prozession vorbei und man konnte bis in die Abendstunden noch an den Sarg zum Beten kommen.

Karsamstag:
Die Osternacht war im Grunde eigentlich genauso wie unsere auch!
Es wurde vor der Kirche mit einem Feuer begonnen, an dem die Osterkerze entzündet wurde und nach einigen kurzen Texten sind wir mit der Kerze in die dunkle Kirche eingezogen.
Nach dem Gloria ging dann die Lichter an und in Windeseile wurde alles wieder hergerichtet und die lilanen Tüchern über den Heiligenfiguren und dem großen Kreuz sind gefallen.
Nur eine Agape gab es danach nicht, was ich sehr erstaunlich fand, da es glaube ich das erste Event war, bei dem wir Deutschen etwas essen und die Filipinos nicht. 😉

Ostersonntag:
Ostersonntag hat dann wieder früh um 5:30 Uhr begonnen.
Die Gemeinde ist mit der Jesusfigur, der Figur einer anderen wichtigen Heiligen und Kerzen durch die Straßen bis zu einem weiß verschleierten Bambusgerüst gezogen, auf dem und unter dem die Engel wieder standen.
Nach einer kurzen Einleitung von Father Divino wurde dann die zweite Heiligenfigur mit Gesang der Engel von einem der Engel enthüllt und mit Blumenblättern bestreut, danach sind wir dann weiter gezogen in die Kirche, wo noch ein gewöhnlicher Gottesdienst folgte.
Nachdem ich dann wieder hundemüde ins Bett gefallen bin, um noch ein wenig zu schlafen habe ich dann hier Zuhause noch einige Eier und Körbchen versteckt, da die ganzen Kinder der Familie nach dem Eiersuchen in der Kirche zu uns kamen und hier weitergesucht haben.
Ansonsten bestand der Tag eigentlich nur aus ausruhe, schlafen und gammeln und das hat nach der Woche auch wirklich gut getan!
Trotzdem musste ich sehr viel an das deutsche Ostern denken und natürlich viel an Taize, wo ich die letzten Jahre Ostern verbracht habe.
Um meine Sehnsucht etwas zu stillen habe ich mir dann gestern Abend noch die Lichtmesse von vor einer Woche angehört um ein wenig Taize zu genießen!
Hier möchte ich einmal allen, die Ostern dort verbracht haben sagen, dass ich hoffe, dass ihr es genossen habt und viele lustige, interessante und tiefe Begegnungen machen konntet!

So und nun an Euch alle!
Ich wünsche Euch noch einen schönen und familiären Ostermontag und hoffe, dass Ihr das Osterfest voll Freude feiern konntet!

Für mich geht es am Freitag jetzt endlich nach Olongapo und ich werde euch berichten, was ich dort wieder neues erleben darf!
Bis bald,
Eure Jasmine