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UN-Sonderberichterstatterin für die Rechte Indigener Völker zu Gast bei der Ökumenischen Philippinenkonferenz

Vom 16. bis 18. Oktober 2015 findet in Bonn die 31. Jahrestagung der Ökumenischen Philippinenkonferenz statt. Unter dem Titel »Philippinen – Recht auf Vielfalt: Menschenrechte und Erhalt der Lebensgrundlagen Indigener in einer globalisierten Welt« widmet sie sich der indigenen Bevölkerung in den Philippinen.

Hauptreferentin ist Frau Victoria Tauli-Corpuz, Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die Rechte Indigener Völker. Weitere Sprecher sind Herr Raymond De Chavez, Direktor der in den Philippinen ansässigen internationalen Organisation TEBTEBBA, und Herr Johannes Icking, Koordinator des deutschen »Aktionsbündnisses Menschenrechte Philippinen« aus Köln.

Die Ökumenische Philippinenkonferenz (ÖPK) ist ein seit 1985 bestehendes offenes Netzwerk von Deutschen und Filipin@s verschiedener Konfessionen sowie Vertreter_innen von Hilfswerken und – überwiegend – kirchlichen Organisationen. Auf der Tagung in Bonn will die ÖPK über die vielfältige Bedrohung indigenen Lebens in den Philippinen informieren und sie stärker in das Bewusstsein auch der deutschen Öffentlichkeit bringen.

Fast 15 Prozent der philippinischen Bevölkerung sind Indigene, die meist in klar definierten
Gemeinschaften zusammenleben. Davon befinden sich 60 Prozent in Mindanao, 33 Prozent in Luzon, und sieben Prozent in den Visayas. In der öffentlichen Wahrnehmung und ihrer Repräsentanz in der Gesellschaft sind sie jedoch unbedeutend. Beim Zugang zu sozialen Einrichtungen, wie z.B. Schulen und Gesundheitswesen, sind die Indigenen stark benachteiligt, stigmatisiert und gelten als fremd.

Im internationalen Bewusstsein werden die Philippinen kaum mit der Existenz indigener Völker in Verbindung gebracht, obwohl sie neben Burma in Asien die Nation mit dem höchsten Anteil sind. Sogar viele Menschen in den Philippinen sind überrascht zu erfahren, wie viele ihrer Mitbürger_innen indigener Herkunft sind.

Seit den 1990er Jahren wurden von Seiten des philippinischen Staates verschiedene Gesetze erlassen und Kommissionen eingerichtet, die die Lebensgrundlagen und die Rechtssicherheit der Indigenen im Land verbessern sollten und die die Vielfalt der philippinischen Gesellschaft betonten.

Doch klaffen formales Recht und dessen Umsetzung in der Wirklichkeit weit auseinander. Ihre Lebensgrundlagen sehen die Indigenen bedroht durch die Wirtschaftsinteressen nationaler und internationaler Unternehmen (z.B. Bergbau) und Landraub (z.B. Agrobusiness). Versuchen ihre Organisationen, sich mit rechtlichen Mitteln dagegen zu wehren, werden sie bedroht und eingeschüchtert. Eine Folge ist ein trauriger Rekord an Menschenrechtsverletzungen und heimtückischen Morden an ihren Vertreter_innen. Darüber hinaus werden die Lebensgrundlagen der Indigenen durch den wahrnehmbaren Klimawandel gefährdet.