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Kasalang Pinoy

….eine philippinische Hochzeit.

Seit einigen Wochen liefen bei uns in der Gastfamilie die Vorbereitungen für die erste Hochzeit auf Hochtouren. Der älteste Sohn heiratet, das war für alle ziemlich aufregend. Ich wurde natürlich auch miteingespannt: So durfte ich beim Make Up- Trial dabei sein, die Familie der Braut kennenlernen, war sogar beim Ring aussuchen in Manila dabei und dann das Highlight, ich war eine der Brautjungfern (für mich musste dann noch ein gleichgroßer Partner gefunden werden  ).

Zuhause sollte ich dann meine ganzen Sachen aus dem Zimmer räumen, habe dann natürlich alles gründlich gesäubert und festgestellt, wieviel Kruscht sich in den letzten Monaten bei mir angesammelt hat… Alles damit die Verwandten meiner Gastfamilie ein schönes Zimmer haben.

Die Hochzeitzeremonie hat mit der sogenannten „Baile“ oder „Sayawan sa Gabi“ angefangen. Dort gab es dann Musik und Tanz, so sollte es jedenfalls sein. Ich bin dann natürich etwas unwissend dort hin, habe mich schön brav auf meinen angewiesenen Platz am Rand der leeren Tanzfläce gesetzt, mich gewundert warum meine Gastschwestern dort gar nicht sitzen wollten… und wurde dann prompt vom Ersten aufgefordert zu tanzen, leider war er nur nicht ganz mein Alter, sondern min. 3x so alt 😛 Ich habe dann nur noch lachende Gesichter gesehen, sehr amüsiert über mein Schicksal… besonders ging das noch den ganzen Abend so weiter. Ich habe es mit Humor genommen, das nächste Mal geselle ich mich wohl doch lieber zu meinen Gastschwestern  Begeistert an dem Abend hat mich aber das Talent einiger Schwuler und Transsexuellen, die ihre Tanztalent zu moderner Musik zum Besten gegeben haben, da konnte ich als Mädchen echt nur neidisch werden, bei diesem Hüftschwung.

Am Samstag fing der Tag dann für mich mit gefühlten hundertmal frühstücken mit den Verwandten an, sind ja nicht alle gleichzeitig angekommen, bis ich dann endlich zur Anprobe und anschließendem Machen der Haare und des Make Ups flüchten konnte. Im Haus der Braut waren fast alle Brautjungfern, Jr. Brautjungfern und Blumenmädchen versammelt, die alle durch Haar und Make Up mussten. Ich habe mich gefüht wie bei Germany’s Next Topmodel: Warten, dass andere fertig werden, bis ich dann hergerichtet wurde. War schon alles sehr aufregend.

Die Trauung war sehr schön: Nachdem zuerst wir und dann endlich die Braut, Ate Haydee, eingezogen ist, habe ich doch Gänsehaut bekommen und beim „Ja ich will“ war es ja fast nicht mehr auszuhalten… Sie sind aber auch ein sehr goldiges Paar. Die anschließende Feier war sehr philippinisch, eigentlich ging es nur ums Essen, ein Paar Aktivitäten hatte sie aber doch geplant: Die Geschwister haben auf den Violinen gespielt und die Brautjungfern mussten mit geschlossenen Augen Teile des Körpers des Partners anzeigen sollten… Wir waren auf jeden Fall alle sehr platt und ich bin ganz schnell in das Bett im anderen Haus gefallen, dort habe ich für die eine Nacht mir mit Kim das Zimmer geteilt…

Neben diesen natürlich ganz aufregenden Ereignissen rund um die Hochzeit geht der Alltag natürlich auch weiter: In der Schule ist jetzt eine ganz neue Situation: Die SPEDS kommen jetzt den ganzen Tag, sind aber nach Wissen und Fähigkeiten aufgeteilt, kommen also nicht alle immer. Wir haben auch die ganze Spielecke neu gestaltet, was uns ziemlich viel Zeit und Kraft gekostet hat. Jetzt ist es aber sicher und größerer Platz zum Toben für unsere Kinder! 

Heute Morgen durfte ich dann noch ganz spontan auf einem Karabao reiten, was natürlich ein sehr großer Spaß war. Bevor es dann zu unserer Evaluation mit Sister Carol in Alaminos ging, welche doch recht zufriedenstellend war.

 

Ich widme mich dann mal weiter dem Genießen meiner letzten 13 Tage!

Babye,

Caro