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31. ÖPK zum Thema »Recht auf Vielfalt«

Die diesjährige Ökumenische Philippininenkonferenz (ÖPK) trägt den Arbeitstitel »Philippinen – Recht auf Vielfalt: Menschenrechte und Erhalt der Lebensgrundlagen Indigener in einer globalisierten Welt«. Sie findet vom 16. bis 18. Oktober 2015 in Bonn statt.

Fast 15 Prozent der philippinischen Bevölkerung sind Indigene, die meist in klar definierten Gemeinschaften zusammenleben. Davon befinden sich 60 Prozent in Mindanao, 33 Prozent in Luzon, weniger in den Visayas. In der öffentlichen Wahrnehmung und ihrer Repräsentanz in der Gesellschaft sind sie jedoch unbedeutend. Im Zugang zu sozialen Einrichtungen, wie z.B. Schulen und Gesundheitswesen, sind sie stark benachteiligt, stigmatisiert und gelten als fremdartig.

Viele Menschen in den Philippinen sind überrascht zu erfahren, wie viele ihrer Mitbürger_innen indigener Herkunft sind. Im internationalen Bewusstsein werden die Philippinen kaum mit der Existenz indigener Völker in Verbindung gebracht, obwohl sie neben Burma in Asien die Nation mit dem höchsten Anteil sind. Seit den 1990er Jahren wurden von Seiten des philippinischen Staates verschiedene Gesetze erlassen und Kommissionen eingerichtet, die die Lebensgrundlagen und die Rechtssicherheit der Indigenen im Land verbessern sollten und die die Vielfalt der philippinischen Gesellschaft betonten. Von zentraler Bedeutung sind der Indigenous Peoples Rights Act (IPRA) von 1997 und die National Commission on Indigenous People (NCIP). Weitreichende Rechte – wie z.B. auf kommunales Land (»ancestral domain«) – wurden gesetzlich festgelegt. Doch leider klaffen formales Recht und dessen Umsetzung in der Wirklichkeit weit auseinander. Ihre Lebensgrundlagen sehen die Indigenen bedroht durch die Wirtschaftsinteressen nationaler und internationaler Unternehmen und Landraub. Versuchen ihre Organisationen sich mit rechtlichen Mitteln dagegen zu wehren, werden sie bedroht und eingeschüchtert. Eine Folge ist ein trauriger Rekord an Menschenrechtsverletzungen und heimtückischen Morden an ihren Vertreter_innen. Darüber hinaus werden die Lebensgrundlagen der Indigenen gefährdet durch den wahrnehmbaren Klimawandel.

Die ÖPK sieht es als ihre Aufgabe an, über die vielfältige Bedrohung indigenen Lebens in den Philippinen zu informieren und sie stärker in das Bewusstsein auch der deutschen Öffentlichkeit zu bringen.

Uns ist gelungen, namhafte philippinische und deutsche Referent_innen zur 31. Jahreskonferenz einzuladen. Unter anderen von der philippinischen Organisation TEBTEBBA: Frau Victoria Tauli-Corpuz (UN Special Rapporteur für die Rechte indigener Völker) und ihren Mitarbeiter Herrn Raymond De Chavez. Dazu aus Köln den Koordinator vom Aktionsbündnis Menschenrechte Philippinen Herrn Johannes Icking.

Neben der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema wird auch diese Tagung Raum geben und Zeit lassen zur persönlichen Begegnung, zum Austausch der Erfahrungen im vielfältigen Engagement in der Solidarität mit den Philippinen.