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Zurück Zu Hause

Nach einem Monat in ganz andere Umgebung ging es am vorletzten Sonntag mit sehr gemischten Gefühlen zurück nach Mabini: Einerseits wurde mir mal wieder bewusst, wie schnell die Zeit verfliegt, zurückkommen hieß also schon wieder: Ein weiterer Teil ist zu Ende, das macht mich immer ganz melancholisch. Außerdem war es natürlich eine super spannende Zeit bei Preda, die ich sehr genossen habe und nicht so schnell schon beenden wollte. Aber auf der anderen Seite habe ich mich doch sehr auf meine Gastmutter und meine Schüler, wieder einen geregelten Alltag, richtig philippinisches Essen und sogar auf meine Kübeldusche gefreut.

Der erste Tag des Schuljahres und die Einschulung der Vorschüler war im Gegensatz zu unserer üblichen Einschulung sehr nüchtern, wie eigentlich jeder gewöhnliche Tag, außer, dass es noch eine kleine Einweisung für die Eltern gab. Wir haben da einfach eine Tradition, mit Schultüte und so weiter, die es hier nicht gibt. Aber ist vielleicht auch gut so, Schulsachen an sich sind ja schon teuer genug! Die Kinder sind aber echt wieder zu goldig und noch so diszipliniert, aber das ändert sich schon langsam…sie werden immer frecher.

Nachmittags war ich dann wieder mit vertrauten Gesichtern umgeben, meinen SPEDS. Außerdem noch ein männlicher Freiwilliger, er ist ausgebildeter Lehrer und will von Privat- auf staatliche Schule wechseln. Da man hier eine höhere Zertifizierung haben muss, um an staatlichen Schulen zu arbeiten und somit besseren Lohn zu erhalten, wartet er gerade darauf, dass seine Testergebnisse ankommen und er dann hoffentlich Mitte Juni wieder arbeiten kann. Auch meine Gastschwester ist gerade in dem Prozess und hofft auf eine Stelle hier in Mabini.

Nachmittags war es letzte Woche somit etwas anders, die Mädels flogen auf Sir Brian und die Jungs freuten sich mal einen männlichen Lehrer zu haben, da musste ich mir die Aufmerksamkeit ja schon fast erkämpfen. Wir zwei haben den Unterricht zudem erst alleine gehalten, da Teacher Laurice bei den Vorschulkindern aushelfen musste: Normalerweise gibt es 3 Klassen, 2 morgens eine nachmittags, aber dieses Jahr gibt es 120 neue Vorschüler, größer als 30 soll aber die Klassenstärke nicht betragen. Es ist alles somit noch etwas chaotisch, besonders da noch ein neuer Direktor fehlt, der entscheiden wird, wer von den 1. Klasse Lehrern „herunter“ zu den Vorschülern „gestuft“ wird. Ich helfe deshalb seit Donnerstag letzter Woche morgens in einer anderen Vorschulklasse mit 40 Kindern aus . Da wird meine Hilfe nötiger gebraucht, als bei unseren 16 „Hochbegabten“. Da mich jetzt doch schon der zweite Jahrgang als „Lehrerin“ hat, mich insgesamt fast 60 Vorschulkinder, 25 1. Klässler, 15 SPED und jeder neugierige Schüler beim Namen kennt, bin ich in Mabini sehr bekannt. Hier und da höre ich immer ein „Teacher, Teacher“, „Say Hello to Ate Carol“ oder „Ate ich habe dich gestern bei Zumba gesehen“  Das ist irgendwie eine sehr schöne Sache.

Am Samstag war ich mal wieder in Sual in der Caring for the Future Foundation. Dort habe ich vier meiner alten Schützlinge von den „Missionaries of Charities“ getroffen, sie haben da ein neues Zuhause gefunden. Das macht mich sehr glücklich, das ich wenigstens von diesen Vier weiß, dass sie eine Zukunft haben. Von dort aus bin ich weiter nach Bacabac, um mal wieder bei meiner alten Gastfamilie vorbeizuschauen. Das war ein zweites Mal „Nach Hause Kommen“ in einer Woche. Andie, meine kleine Gastschwester, meinte zu mir: „Ich habe seit heute Morgen gewartet, gewartet und gewartet bis…du kamst! Das war sooooo lang!“ Sie vermisst mich wohl doch sehr, ihre weiße große Schwester. Sonntag war in Salasa dann die Fronleichnam Prozession mit anschließender Feier der Partnerschaft der Diözesen. Ich habe mich total gefreut die Scholars mal wieder zu sehen, die neuen unter ihnen kennen zu lernen und beim Bukluran mitzumachen. Ich weiß noch genau wie ich am Anfang immer nervös war, was ich denn jetzt für Erfahrungen mit ihnen teilen will, heute macht mir das nichts mehr aus. Meine Rede ist somit sehr spontan und dann etwas chaotisch, aber dafür ich selber!

Sonst bin ich wieder zu meiner gesünderen Lebensweise zurückgekehrt: Ich jogge wieder regelmäßig und war gehe hier aufm Rathausplatz zu Zumba, was ein richtiger Trend geworden ist. Schwitzen ist da natürlich mit im Programm, aber dafür braucht man sich noch nicht mal zu bewegen, so heiß ist es gerade! Ich bin schon ganz abhängig von den Ventilatoren, dass wenigstens die Luft nicht so steht. Die letzten zwei Tage mit Stromausfall von 9am-4pm waren deshalb eine reine Schwitz-Qual. Aber ich bin ja zum Glück nicht die Einzige!

Ich sitze jetzt gerade noch ganz aufgeregt im Office, weil in Mabini ein Mann für vier Stunden aufm Kreuz vom Kirchdach saß, zum Glück konnten sie ihn davon überzeugen, dass sich Umbringen nicht unbedingt die beste Lösung ist.

Gleich geht es aber dann los zu unserem Kurzurlaub nach Cebu, vier Tage ausspannen 

Bis schon ganz bald!

Ayaw ko umalis, talaga! (Ich will wirklich nicht gehen!)

Caro

(Anbei auch von mir noch ein paar Mangoernte Impressionen)