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Mangoernte bei PREDA

Hallöchen liebe Leserinnen und Leser,

das Praktikum bei Preda nach einem ein monatigen Aufenthalt ist schon zu Ende und nun ist man wieder zurück in Alaminos. In dem einen Monat hab ich meine Gastfamilie, Freunde sowie meine Arbeit in der Sped Class und mit den LSP (Altenheim)vermisst. Zusammen mit den anderen deutschen Freiwilligen hat man schon sehr „deutsch“ gelebt und mir hat schon gewissermaßen das „philippinische“ Leben ein bisschen gefehlt. Dennoch würde ich gerne von den letzten zwei Wochen bei Preda berichten.

Die Mangoernte stand in den beiden Wochen im Fokus und das Fair Trade Team, das bei Preda mit angeschlossen ist war gut damit beschäftigt alles zu koordinieren. Denn die Mangos werden bei den Aetas, den Ureinwohnern in den Zambales Mountains grün bzw. noch nicht reif gepflückt, sodass sie dann während des Transports noch reifen können. Am Montag ging es dann für uns deutschen Freiwilligen los. Der Weg zu Aetas ist teilweise echt lang und auch manchmal schwer zu passieren. Wir Freiwilligen durften oben auf dem Jeepney die Fahrt und den Ausblick auf das Tal mit den riesigen Ausläufen des Pinautubo genießen. Der Mount Pinatubo, einer der Vulkane auf den Philippinen ist 1991 ausgebrochen und hat echt große Ausläufe mit mittlerweile Sand hinterlassen oder manche sind jetzt Flüsse. Auch wurde ein Dorf wegen des Ausbruchs mit Wasser überschwemmt. Heute ragt nur noch der Kirchturm aus dem Wasser. Da die Aetas in mehreren Barangays an verschiedenen Stellen wohnen, wurde unsere große Gruppe in drei Gruppen unterteilt. Leider ist die Kommunikation zwischen den Bauern und dem Fair Trade Team echt schwierig, weil es bei den Aetas fast kein Handysignal gibt. Deswegen mussten manchmal welche vom Fair Trade Team checken, ob die Bauern schon Mangos haben. Manchmal mussten wir etwas warten und die Filipinos hatten dann die Ruhe nochmal eine Runde Schach zu spielen. Dann ging es für mich und meine Gruppe auf einer ziemlichen Schotterpiste zu einer etwas weiter entfernten Barangay, wo die frisch gepflückten Mangos schon auf uns warteten. Dort angekommen wurden die Kisten ausgeladen und dann wurden die Mangos in die Kisten gepackt. Jedoch mussten ein paar Mangos aussortiert werden, weil manche zu klein oder schon zu reif waren und bei anderen war die Haut zu sehr beschädigt. Bevor die Kisten dann eingeladen wurden, wurden die Kisten mit den Mangos noch gewogen, den in jeder Kiste sollten 25 kg Mangos sein. Mit den eingeladene Kisten ging es noch zu anderen Bauern, bis alle Kisten voll waren. Auf dem Jeepney ging es dann wieder zurück. Doch die Kisten mussten noch von dem Jeepney in den neuen Bus von Preda umgeladen werden und die Kisten mit den 25 kg Mangos wurden schon nach einer Zeit echt schwer. Dieser Bus ist immer alle zwei Tage nach Manila gefahren um dort die Mangos abzuliefern. Geschätzt waren dann immer so 7-8 Tonnen Mangos im Bus. Am nächsten Tag durften wir Freiwilligen noch mal ran. Jedoch bin ich mit meiner Gruppe zu einem Dorf gewähren das ziemlich abseits vom Schuss war. Dorthin zu kommen war schon echt schwierig, weil der Weg fast nur aus Steinen bestanden bzw. teilweise auch ein Flussbett war und wir mussten mehr als eine Stunde auf diesem Weg fahren. Es war echt anstrengend. Bei den Bauern wurden dann die Mangos in die Kisten gepackt und nach dem Mittagessen ging es dann noch weiter ins nirgends. Dort konnte man sich wenigstens ein bisschen im Fluss abkühlen, weil es schon echt heiß war. Später kam der Jeepney noch mit mehr Kisten, die wir dann auch voll bekommen haben. Mit dem Jeepney ist die Mam. Grace mit gekommen, die den Bauern dann das entsprechende Geld ausgezahlt hat. Im Dunklen fuhren wir auf dem vollgeladenen Jeepney wieder zurück. Allerdings ist während der Fahrt ein Reifen geplatzt. Zum Glück war auf dem Jeepney noch ein Ersatzrad. Sonst wären wir nicht vom Fleck gekommen, weil es kein Handysignal gab und auch mein Dorf mal eben so in der Nähe war. Nach der Auswechslung fuhren wir dann zurück. Leider ist dann das Ersatzrad schon wieder geplatzt und es gab kein zweites Ersatzrad. So mussten wir auf die andere Gruppe warten, die dann mit dem Bus kam. Der Reifen wurde noch in einer Werkstatt geklickt. Währenddessen wurden noch die ganzen Kisten in Bus umgeladen. Da kann man sich sicherlich denken das alles mit viel warten verbunden war. Und schließlich waren wir um ein Uhr nachts wieder Zuhause. Der nächste Tag war dann recht entspannend.

Am Freitag wurden Caro und ich zu einer Gerichtsverhandlung in Iba mitgenommen. Das Mädchen, um die die Gerichtsverhandlung hatte, wurde mehrmals sexuell vergewaltigt. Preda unterstützt die Mädchen finanzielle damit eine Gerichtsverhandlung auch stattfindet. Dem Mädchen hat schon angemerkt das sie verängstigt und auch ein bisschen nervös war. Zum Glück war auch ihre ganze Familie da und sie sah auch echt happy aus. Leider wurde die Gerichtsverhandlung verschoben und das wohl schon zum dritten Mal. Wir wurden dann nochmals eingeladen bei der nächsten Gerichtsverhandlung am kommenden Dienstag teilzunehmen. Doch diese wurde dann auch wieder verschoben, weil der Vergewaltiger wohl noch in einem anderen Fall in solviert ist. Für uns war es echt schade, weil wir beide noch nie bei einer Gerichtsverhandlung dabei waren und es schon eine Erfahrung wert ist.

In der letzten Woche wurden wir beide nochmal mit nach Manila genommen für Home visits bzw. Home stays von den Boys. Die Jungs und Mädchen, die bei Preda sind, sind aufgrund Vergewaltigung oder Diebstahl oder auch anderen Gründen dort. Bis ihre Gerichtsverhandlungen beendet oder die Familiensituation wieder in Ordnung ist bleiben die Jungs und Mädchen bei Preda. Ab und zu dürften sie ihre Familie für etwa 20 min besuchen (Home Visit) und kurz bevor sie wieder reintegriert werden in ihre Familien dürfen sie auch einen Tag bei ihrer Familie bleiben (Home Stay). Manche Jungen wurden einfach an der Straße abgesetzt und sind dann selbst zu ihren Familien gelaufen. Bei vielen Jungen klappt das, das sie dann wieder kommen. Doch manche hauen auch einfach ab bei solchen Gelegenheiten.

Am Mittwoch waren wir noch im Boyshome und haben mit den Jungs ein bisschen noch gespielt. Im Boyshome haben die Jungen schon einen geregelten Ablauf. Auch weil sie in Preda unterrichtet werden und nicht alle zur Schule gehen. Dann haben wir noch versucht mit einer Socialworkerin aus Canada einen Jungen zu interviewen (Familienhintergrund, Schulausbildung und dem weswegen er bei Preda ist). Allerdings erwies sich das als recht schwierig, denn der Junge konnte nicht wirklich Englisch und unsere Tagalog hat für die Details auch nicht ausgereicht.

Die Zeit bei Preda ging jetzt echt super schnell rum. Am liebsten wäre ich noch länger geblieben, weil man sich schon nur so als „Besucher“ gefühlt hat, weil man nur in alle Projekte quasi kurz reinschnuppern konnte. Aber wenigstens ist man jetzt die Ameiseninvasion los, die ein Tag und Nacht verfolgt hat und sie es sich besonders im Bett gemütlich gemacht hat.

Viele liebe Grüße

Friederike

 

 

beim Mittagessen
beim Mittagessen
Wir deutschen Freiwilligen auf dem Jeepney
Wir deutschen Freiwilligen auf dem Jeepney
ein Flussbett, das durch den Mount Pinatubo entstanden ist
ein Flussbett, das durch den Mount Pinatubo entstanden ist
Vor dem sortieren
Vor dem sortieren
Wir beim sortieren
Wir beim sortieren
beim wiegen der Mangos
beim wiegen der Mangos
der Fahrer beim Reifen wechseln
der Fahrer beim Reifen wechseln