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Ostern und dies und jenes

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

mit ein bisschen Verspätung melde ich mich, um noch über Ostern und über meine letzten Erlebnisse der letzten Wochen zu berichten.

An dem Sonntag vor Ostern begleitete ich die Jugend von Alaminos nach Surip für ein dreitägiges Camp. Surip ist ein kleiner Fleck in der Gemeinde Bani, direkt am Meer mit einem wunderschönen Ausblick, wo sich eine Wallfahrtsstätte befindet. Dort wurde für zwei Tage ein Programm vorbereitet, was leider nicht so spektakulär war. Dafür hatte ich die Gelegenheit, mich im Meer abzukühlen und neue Leute kennenzulernen. Auch hab ich das Milchpulver zum Frühstück ausprobiert. Die Filippinos stehen da voll drauf, aber für mich ist es einfach nur süß und es klebt an Zähnen. Am letzten Tag fand der Kreuzweg statt. Erst wurde ein Gottesdienst abgehalten, wo auch fast alle Priester der Diözese dran teilnahmen. Danach ging es dann los mit den 14 Stationen. In der Art und Weise, wie der Kreuzweg abgehalten wird, gibt es eigentlich keine großen Unterschiede zwischen dem deutschen und dem philippinischen Kreuzweg. Allerdings ging es bergauf mit der Sonne im Nacken. Deswegen waren fast alle mit einem Regenschirm ausgerüstet zum Schutz gegen die Sonne. Da die meisten Filipinos auch nicht gerade sehr groß sind, musste ich immer sehr aufpassen keinen Regenschirm ins Gesicht zu bekommen. Oben angekommen bei der letzten Station war ich total durchgeschwitzt. Ich glaub so viel hab ich vorher noch nie geschwitzt hier auf den Philippinen. Jetzt hatte ich nur noch einen Wunsch und zwar sich abzukühlen. Leider blieb dazu keine Zeit mehr, weil alle Sachen vom Campen zusammengeräumt werden mussten und es dann nach Hause ging.

In der darauffolgende Osterwoche waren jeden Tag mehrere Gottesdienste hier in Alaminos. Vor allem gab es am Karfreitag drei Prozession durch Alaminos. An der letzten Prozession abends haben glaub ich so um die 2000 Menschen teilgenommen. Wie bei dem San Jose Fiesta wurden mehrere bunt geschmückte Wagen mit Jesus Figuren in die Prozession mit einbezogen. Das Besondere an der Prozession war, das es ein kleines Schauspiel gab. Mehrere Männer hatten ein Ritterkostüm an und ihre Gesichter waren komplett lila und rot geschminkt. Sie sollten die Römer darstellen. Während der Prozession haben sie immer in einem Rhythmus, der von Trommeln gespielt wurde um den Wagen mit dem Glassarg mit der Jesus Figur getanzt. Auch nach der Prozession wurde dieser Tanz fortgesetzt vor der Kirche.

Am nächsten Tag abends war dann die Osternacht. Viele hatten volle Wasserflaschen oder andere große Gefäße dabei. Diese wurden vor dem Gottesdienst am Altar abgestellt, damit sie am Ende des Gottesdienstes gesegnet werden konnten. Meine Gastmutter hatte eine fünf Liter Flasche dabei, weil die Haushälterin von meiner Gastfamilie das gesegnete Wasser wohl trinkt. Die Osternacht lief dann genauso ab wie in Deutschland. In der Mitte des Gottesdienstes wurde dann noch ein Amerikaner getauft.

In den darauffolgenden drei Wochen habe ich bei den Little Sisters of the Poor im Altenheim gearbeitet, weil momentan Schulferien sind. Dort hatte ich dann unter der Woche ein Zimmer und am Wochenende war ich wieder bei meiner Gastfamilie. Die alten Leute waren echt happy, das ich da war. Vor allem auch wenn ich mit ihnen in Tagalog gesprochen hab. Mit ihnen hab ich außerdem auch ein paar Aktivitäten machen können, wie Tanzen, Singen, Malen und Basteln. Ein paar von den alten Leuten sind auch noch sehr fit, weswegen wir auch im Garten ein bisschen was pflanzen konnten bei schon recht hohen Temperaturen. Momentan ist eigentlich keinen Pflanzzeit und somit müssten die Wassermelonen jeden Tag gegossen werden. Mit ein paar anderen Lolas (alte Dame) konnte ich Scrabble oder auch Uno spielen, was echt Spaß gemacht hat. Auf eine Lola musste man ganz besonders aufpassen, weil sie immer Mangos von den Bäumen geholt hat, die eigentlich noch nicht reif sind und zum Haus von Novitzen gehören, das sich neben dem Altenheim befindet. Meistens hat man die Mangos in ihren Taschen oder auch in ihrem Schrank gefunden. In manchen Mangos waren auch schon Würmer beheimatet. An einem Tag konnte ich die Küche mit dem großen Ofen nutzten, um einen Apfelkuchen sowie die Schokomuffins von der Fertigmischung aus Deutschland von Barbara zu backen. Vielen Dank Barbara. Die Muffins haben mir und den Schwestern echt super geschmeckt. Die Lolos und Lolas haben sich dann auch sehr über den Apfelkuchen gefreut.

An einem der Wochenenden hatte ich noch die Möglichkeit Fr. Francis in eines der ärmsten Barangays (Dorfgemeinschaft) von Alaminos zu begleiten. Mit dabei waren noch ein paar Freiwillige von der Kirche, die ein kleines Programm für die Kids vorbereitet hatten. Um zu dem Barangay zu gelangen brauchten wir alleine schon eine halbe Stunde mit dem Auto plus eine viertel Stunde zu Fuß dorthin, weil nur ein schmaler Weg durch die Felder für die Salzgewinnung zu der Barangay führt. Die Familien in dieser Barangay leben dort in sehr kleinen Hütten, die teilweise sehr instabil aussehen und nur aus einem Raum bestehen. Für die Kids ist der Schulweg sehr lang, weil die Barangay so abgeschieden liegt. Und die Menschen dort leben hauptsächlich vom Fischfang und von der Salzgewinnung, was nicht gerade für den Unterhalt der meist großen Familie (ca. 8 Kinder) reicht. Da wird einem doch sehr deutlich, unter welch guten Verhältnissen man in Deutschland lebt. In der Barangay angekommen wurden erst einmal ein Gottesdienst abgehalten. Anschließend haben die Freiwilligen und ich mit den Kindern ein paar Spiele gespielt, wie Sackhüpfen oder Eierlauf. Als Preise gab es dann immer Bonbons. Natürlich waren alle neugierige Blicke von den dortigen Bewohnern auf mich gerichtet. Allerdings waren alle doch sehr schüchtern, wenn ich sie auf Tagalog angesprochen habe. Jedoch haben sich dann die Kids sehr über die Luftballons gefreut, die ich noch dabei hatte. Leider hatte ich nicht genug für alle. Während ich die Luftballons verteilt habe, wurden noch Care Paket mit Essen sowie Kleidung an die Familien verteilt. Nachdem das Programm beendet war und alles verteilt war, konnte man viele glückliche Gesichter erkennen. Bevor es dann zurück nach Alaminos ging wurde mir noch gezeigt, wie Salz gewonnen wird. Dafür ist die Provinz Pangasinan bekannt. In dem Wort Pangasinan steckt auch das Wort Salz (Asin).

Am letzten Samstag wurde in Alaminos das neue Projekt Iplant vorgestellt. Ich hatte dieses Projekt in einem der Berichte schon mal erwähnt im letzten Jahr, da ich an ein paar Treffen teilgenommen hab. Leider hatte es recht lange gebraucht, bis ein gutes Konzept entwickelt werden konnte. Das Ziel dieses Projektes ist es so viele Bäume wie möglich in der Diozöse zu pflanzen. Dazu wurden an dem Samstag von jeder Gemeinde ein paar Vertreter eingeladen. Mit in solviert sind natürlich die Schweizer Simon und Imelda, die die Reforeststation leisten und sich mit der Thematik am besten auskennen. Simon hat dann einen sehr ausführlichen Vortrag mit Experimenten und konkreten Beispielen über die Folgen und auch Katastrophen, die durch die Abholzung des Regenwaldes entstehen können gehalten. Am Ende waren viele von dem Projekt begeistert und es wurden vor der Kirche zum Schluss ein paar Bäume gepflanzt. Caro und ich durften auch jeweils einen Baum pflanzen.

Morgen geht’s für Caro und mich nach Olongapo zu Preda. Dort werden wir für einem Monat ein Praktikum machen und neue Eindrücke erlangen.

Viele liebe Grüße

Friederike

 

 

 

die Alaminos Jugend
die Alaminos Jugend
die Regenschirmprozession
die Regenschirmprozession
das Schauspiel nach der Prozession
das Schauspiel nach der Prozession
fleißig beim Pflanzen
fleißig beim Pflanzen
mein Apfelkuchen und das Schokotörtchen
mein Apfelkuchen und das Schokotörtchen
meine Mitfreiwilligen und ich
meine Mitfreiwilligen und ich
die Kids beim Sackhüpfen
die Kids beim Sackhüpfen

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beim Luftballonsverteilen
beim Luftballonsverteilen
die Felder für die Salzgewinnung
die Felder für die Salzgewinnung
die Gewinnung von Salz
die Gewinnung von Salz
unser erstes Bäumchen für Iplant
unser erstes Bäumchen für Iplant