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Mehrheit für Legalisierung von Ehescheidungen

Erstmals gibt es eine deutliche Mehrheit für die Legalisierung von Ehescheidungen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Social Weather Stations sprachen sich rund 60 Prozent der Befragten für eine Legalisierung der Scheidung aus. Ein entsprechender Gesetzentwurf, der im vergangenen Jahr von dem Frauenpartei GABRIELA eingebracht worden war stößt bei vielen Abgeordneten auf Ablehnung.

Die katholischen Philippinen sind neben dem Vatikan weltweit das einzige Land, in dem Scheidungen verboten sind. Bis 1950 war Ehescheidung erlaubt. Anläufe zur Legalisierung waren in der Vergangenheit am Widerstand der katholischen Kirche gescheitert. 2005 hatten sich in einer ähnlichen Umfrage 44 Prozent für und 43 Prozent gegen die Scheidung ausgesprochen. 2011 votierten rund 50 Prozent für eine Legalisierung. In der aktuellen Umfrage, die im Dezember 2014 durchgeführt worden war, lag die Zustimmung der Zeitung zufolge unabhängig von sozialer Herkunft und Geschlecht der Befragten etwa gleich hoch. Die Teilnehmer_innen waren gefragt worden: »Sollte verheirateten Paaren, die bereits getrennt leben und sich nicht mehr versöhnen können, die Scheidung ermöglicht werden, damit sie legal wieder heiraten können?«

Für trennungswillige Paare gibt es auf den Philippinen bisher nur zwei Optionen. Bei der »Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft« ist eine neue Ehe nicht möglich. Lediglich eine Annullierung ermöglicht die Schließung einer weiteren Ehe. Beide Verfahren sind aufwendig und teuer. Viele Ehepaare ziehen es daher vor, verheiratet zu bleiben, aber getrennt zu leben.