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Zwei deutsche Monate

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

die letzten zwei Monate vergingen wie im Fluge und mir fiel auf, das ich lange keinen Bericht mehr geschrieben habe. Wie schon in der Überschrift erwähnt, waren die letzten zwei Monate sehr deutsch. Eine Delegation aus Limburg war hier in Alaminos, Caro und ich waren auf dem Zwischenseminar in Davao und haben die anderen Freiwilligen auf den Philippinen kennen gelernt. Anschließend haben wir uns noch Boracay und Palawan angeschaut und danach hat mich meine Mutter für zwei Wochen besucht. Nach alle dem ist es mir total komisch vorgekommen, wieder in mein „philippinisches Leben“ zurückzukehren, weil man das Deutsche wieder so gewohnt war.

Auf das Zwischenseminar hatte ich mich schon im Vorhinein drauf gefreut, weil ich unbedingt die anderen Freiwilligen kennenlernen wollte und die Vorfreiwilligen schon von dem Zwischenseminar so geschwärmt haben. Alle Freiwilligen trafen sich erst in der Stadt Davao auf der südlichsten Insel Mindanao. Am nächsten Tag ging es dann mit einem Boot zu einer vorgelagerten Insel, wo wir für vier Tage in einem wunderschönen Resort untergebracht waren. Insgesamt waren wir 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und es war echt interessant, wo die anderen Freiwilligen leben bzw. arbeiten. Vor allem aber tat der Austausch untereinander echt gut, weil man teilweise echt dieselben Schwierigkeiten hat. Jedoch jeder sie auf eine andere Art und Weise gelöst bzw. noch keinen richtigen Lösungsansatz hatte und man sich untereinander helfen konnte. Im Seminar wurden Schwerpunkte auf Selbstreflexion, interkulturelle Kommunikation und Konfliktlösung gesetzt. Außerdem wurde noch der Mindanao Konflikt erklärt der schon sehr lange besteht und es deswegen auch öfters im Süden der Philippinen zu Anschlägen und Geiselnahme kommt, die man manchmal in den Nachrichten mitbekommt. Und es wurde noch über das Zivilrecht und Korruption hier in den Philippinen berichtet, womit ich mich in meinen Projekten jetzt nicht so mit beschäftige. Es war aber echt interessant und teilweise auch beängstigend, was man so erfahren hat, weil es hier mittlerweile Realität ist und die Rechte des Menschen völlig ignoriert werden. Insgesamt war das Seminar sehr bereichernd und auch hatten wir mit den anderen Freiwilligen echt viel Spaß. Das Seminar endete damit, dass die ganze Seminartruppe in Davao ein Projekt für Straßenkinder besucht hat und wir zum Abschluss in einem sehr alten Restaurant Tunfisch zu Mittag gegessen haben.

Nach dem Seminar ging das für Caro und mich direkt weiter nach Boracay, wo wir uns ein paar Tage am bekannten White Beach gegönnt haben. Der Strand ist super schön. Allerdings ist Boracay sehr klein und sehr zu gebaut. Natürlich häufen sich dann die Touristen und es ist einfach sehr voll. Wir hatten Glück, das unsere Hotel in einer Recht ruhigen Lage war und es nicht so von Touristen nur so gewimmelt hat. Danach sind wir noch nach Palawan geflogen, auf der man noch sehr viel Natur vorfindet und es noch sehr unberührt von Touristen wirkt. Wir sind erst hoch in den Norden nach El Nido. Dort haben wir eine Inselrundtour gemacht und uns für einen Tag ein Kayak ausgeliehen, um die Inseln zu erkunden. Anschließend sind wir nach Puerto Princesa, die größte Stadt auf Palawan, um uns den Underground River anzuschauen. Danach ging es dann wieder zurück nach Hause.

Für mich ging es nach unsere Ankunft in drei Tagen wieder nach Manila, um meine Mutter vom Flughafen abzuholen. Ich war echt super happy, sie nach einem halben Jahr wieder zusehen. Leider konnte der Rest der Familie nicht mitkommen, weil mein älterer Bruder an seiner Bachelorarbeit dran war und mein anderer Bruder, der drei Jahre alt ist definitiv zu klein für eine solche lange Reise ist.

In der ersten Woche habe ich meiner Mutter meine ganzen Arbeitsstellen (Sped, Altenheim und Reforeststation) und auch vieles hier in der Umgebung gezeigt wie die 100 Islands. Außerdem habe ich ihr meine Gastfamilie vorgestellt und vielen anderen Leuten, die wir getroffen haben. Für meine Mutter war es echt interessant alles zu sehen und selbst zu erleben. Leider konnte ich ihr nicht alles von meinem philippinischen Leben hier zeigen, weil die Zeit einfach nicht ausgereicht hat und es insgesamt nicht so anstrengend sein sollte, wegen Jetlag, Klima und anderen Umstellungen. Meine Mutter fand es auch echt interessant, das ich im Schlaf rede und das in Deutsch, Englisch und Tagalog. Mein Tagalog ist noch nicht allzu gut, aber die Basics gehen mittlerweile schon ganz gut.Nach der ersten Woche ging es wieder zurück nach Manila, aber für meine Mutter noch nicht zurück nach Hause. Ich hatte entschieden Ihr nicht nur einen Part der Philippinen zu zeigen, sondern auch noch einen anderen, um ihr nicht nur eine Seite der Philippinen zu zeigen.

Am frühen Nachmittag flogen wir nach Bohol eine von den mittleren Inseln (Visayas) der Philippinen. Schon aus dem Flugzeug raus kurz vor der Landung bot sich ein fantastischer Blick, weil man schon ein paar von den berühmten Chocolate Hills sehen konnte. Jetzt denken sicherlich alle an Schokolade, aber die Chocolate Hills haben ihren Namen daher bekommen, weil sich das Grass auf den vielen zahlreichen Hügeln braun färbt. Wir genossen sehr die Tage auf Bohol. Vor allem lohnt sich bei Bohol bzw. der vorgelagerten Insel Panglao die Unterwasserwelt. Wir sind einige Male Schnorcheln gegangen und haben recht viele bunte Fische und andere Meeresbewohner beobachten können. Jedoch war mir das nicht genug und ich habe dann noch meinen Tauschschein gemacht. Bei den jeweils vier Tauchgängen hat man noch wesentlich mehr gesehen als beim Schnorcheln. Leider hatte ich bei zwei Tauchgängen Probleme, weil am Anfang es schwierig ist den Druck auszugleichen und es auch nicht all zu leicht ist mit der ganzen Ausrüstung zu schwimmen. Mit meiner Mutter zusammen habe ich noch eine Inselrundtour gemacht. Wir haben die Chocolate Hills nochmal von einer Besucherplattform angesehen, einen Schmetterlingspark besucht und den Tarsier, den kleinsten Affen der Welt gesehen. Anschließend haben wir zu Mittag gegessen auf einem Boot, das auf dem Loboc River fährt. Danach haben wir uns noch eine alte von den Spaniern erbaute Kirche besichtigt, die leider an manchen Stellen durch ein Erdbeben zerstört wurde. Als letztes haben wir den Ort besucht, wo der Blutsbund zwischen dem Eroberer Miguel Lopez de Legazpi und dem Stammeshäuptling Sikunata geschlossen wurde. Durch diesen Pakt begann 1565 die Kolonisierung der Spanier. Die Tage auf Bohol gingen viel zu schnell rum und schon musste ich mich von meiner Mutter am Maniler Flughafen verabschieden.

Seit dieser Woche bin ich wieder in Alaminos und bin wieder in meinem gewohnten „philippinischen Leben“ drin. Jetzt geht es schon auf Ostern zu. Doch bevor Ostern steht noch das Patronenfest hier in Alaminos an.

Viele liebe Grüße

Friederike

 

 

 

 

Kids beim Projekt in Davao
Kids beim Projekt in Davao
White Beach in Boracay
White Beach in Boracay
Palawan
Palawan
der Underground River
der Underground River
ein Löwenfisch
ein Löwenfisch
ein Clownfisch und ich
ein Clownfisch und ich
Wimpelfische
Wimpelfische
Meine Mama und ich bei den Chocolate Hills
Meine Mama und ich bei den Chocolate Hills
Tarsier
Tarsier
Meine Mama und ich beim Blutsbunddenkmal
Meine Mama und ich beim Blutsbunddenkmal