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Klimagerechtigkeit und Kirche

In ihrem Vortrag informierte Judith Meyer-Kahrs über Klimagerechtigkeit und den Beitrag, den deutsche Kirchen dazu leisten.

Was ist der Klimawandel?

Ohne den natürlichen Klimawandel könnten wir auf der Erde gar nicht leben, denn dann würde auf der Erde eine Durchschnittstemperatur von ca. 15 Grad herrschen. Kurzwellige Sonnenstrahlung gelangt auf die Erde, ein Teil wird reflektiert, der Rest wird in langwellige Wärmestrahlung umgewandelt und kann aufgrund der Treibhausgase nicht aus der Atmosphäre entweichen. Die Wärme wird zurück auf die Erde gestrahlt, die sich dadurch aufheizt. Je mehr Treibhausgase in der Atmosphäre vorhanden sind, desto mehr Wärme verbleibt in der Atmosphäre.

Dass der Mensch wesentlich zum aktuellen Treibhauseffekt beiträgt, es sich also um einen anthropogenen (menschgemachten) Klimawandel handelt, lässt sich an der erdhistorischen Konzentration von Treibhausgasen (THGs) feststellen. In den letzten Millionen Erdjahren lag der Anteil der THGs in der Atmosphäre nie höher als 280 ppm (parts per million, zu Dt. »Teile von einer Million«). Im Mai 2013 wurden nun erstmalig 400 ppm in der Atmosphäre gemessen. Ein solcher signifikanter Anstieg ist nur durch die vom Menschen ausgestoßenen Treibhausgase zu erklären.

Seit dem letzten Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Bericht im Februar 2007 liegen die Beweise nun auf dem Tisch: Der Klimawandel »ist eindeutig, vom Menschen verursacht und wird sich selbst bei einer Stabilisierung des Treibhausgasausstoßes Jahrhunderte fortsetzen«, heißt es in der Studie. »Der Klimawandel ist die Herausforderung des Jahrhunderts – Jetzt muss die Weltgemeinschaft endlich handeln«, sagte der Leiter des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner, bei der Vorstellung des Berichtes. Wer nun noch untätig bleibe, werde als verantwortungslos in die Geschichte eingehen.

Warum ist der Klimawandel ungerecht?

Dabei geht es auch noch um differenzierte Verantwortung: Die Erwärmung und ihre Folgen treffen größtenteils den globalen Süden, welche Akteure aber tragen am meisten zum Klimawandel bei? Hier stehen China und die USA an der Spitze der Weltrangliste. Dabei stellt China mit 24 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes den weltweit größten Emittent dar. Im Gegensatz dazu war der gesamte Kontinent Afrika für nur 3 Prozent des globalen Ausstoßes verantwortlich. Deutlich wird hierbei, dass der globale Norden eine große Verantwortung für den CO2-Ausstoß und damit für den Klimawandel trägt.

Es ist jedoch auch wichtig den CO2-Ausstoß noch einmal aus einer anderen Perspektive zu vergleichen, nämlich über den CO2 Ausstoß pro Kopf und Jahr. Hierbei wird deutlich, dass selbst der große Emittent China noch unter den pro Kopf Emissionen der Industrienationen Deutschland oder den USA liegt. Zwei Tonnen CO2 pro Kopf wären hier »klimaverträglich«.

Der Klimawandel und seine Auswirkungen betreffen also die Frage der Nord-Süd-Gerechtigkeit. Während der Norden der Hauptverursacher des Klimawandels ist, leiden hauptsächlich die Menschen in den Ländern des globalen Südens unter dessen Auswirkungen und haben wenig bis keine Mittel um sich an diese anzupassen. Der Klimawandel ist eine Art Brandbeschleuniger auf die Krisenherde der Erde.

Die Folgen des Klimawandels treffen die Menschen in den Ländern des globalen Südens schon jetzt: Versalzung der Böden, Eisschmelze, Dürren und Starkregenereignisse, Überflutungen, Erdrutsche, Stürme und dergleichen mehr. Der Klimawandel betrifft aber auch die Frage der Generationengerechtigkeit. Denn die Folgen unseres jetzigen CO2-Ausstoßes werden viel stärker spürbar für die nachkommenden Generationen sein. Und der Klimawandel stellt die Frage nach der Gerechtigkeit gegenüber unserer Mitwelt. Denn auch hier gilt, der Mensch als Verursacher zerstört seine Mitwelt, die nichts zum Klimawandel beigetragen hat. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten an Land und in den Ozeanen passen ihren Lebensrhythmus an veränderte Jahreszeiten an. In den sich erwärmenden Ozeanen zum Beispiel wandern Fische und Wirbellose auf der Suche nach kühleren Temperaturen polwärts oder in tiefere Schichten. Zudem wird davon ausgegangen, das sich viele Tier- und Pflanzenarten dem schnellen Klimawandel nicht anpassen können und es so zum Artensterben kommen wird.

Was ist zu tun?

Mit dieser Definition und diesem Problembewusstsein im Hintergrund ist es noch einmal wichtig sich zu verdeutlichen, vor welcher Herausforderung wir stehen:

  • Der IPCC geht davon aus, dass bis max. 2 °C globaler Erderwärmung die Folgen noch handhabbar bleiben.
  • Das 2-Grad-Ziel wurde erstmals offiziell auf der UN-Klimakonferenz in Cancún im Dezember 2010 anerkannt.
  • Es verbleiben noch 1,2 °C, um das 2 °C Ziel einzuhalten
  • Indigene Völker und besonders Inselstaaten plädieren für eine Verschärfung auf mindestens 1,5 °C
  • Um dieses Ziel mit großer Wahrscheinlichkeit (75 Prozent) einzuhalten, dürften die gesamten Emissionen von 2000 bis 2050 nicht über 1.000 Mrd. Tonnen steigen. Da aber allein von 2000 bis 2006 bereits 234 Mrd. Tonnen emittiert wurden, liegt das verbleibende Emissionsbudget bereits bei 505 Mrd. Tonnen.
  • Bei gleichbleibend hohen Emissionen wäre das vorhandene Budget im Jahr 2027 ausgeschöpft.
  • 2795 Gigatonnen entsprechen den bekannten Öl- und Gasreserven
  • Die politische und gesellschaftliche Herausforderung: Eine Reduktion der THG Emissionen in Industrieländern um 80 bis 95 Prozent und zugleich der Verbleib der bekannten Öl- und Gasreserven im Boden
  • Damit ist natürlich auch die Kirche als ein wichtiger gesellschaftlicher Akteur aber auch Emittent von Treibhausgasen gefragt

Kirchen tragen Verantwortung für Klimagerechtigkeit

Im Positionspapier der Entwicklungspolitischen Klimaplattform »Klima der Gerechtigkeit« heißt es »Angesichts des Klimawandels geht es daher gleichzeitig um die Verantwortung für Gottes Schöpfung und um das Leben alle Menschen in Würde und gerechter Teilhabe« und weiter heißt es in der Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) »Umkehr zum Leben«, »Wir sind davon überzeugt, dass zur Abmilderung der Folgen des Klimawandels und für die Erhaltung der Lebensgrundlagen für künftige Generationen ein einschneidender Mentalitätswandel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nötig ist. Ein solche Wende zu einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise verlangt nach einer Umkehr, die die Bibel ›Metanoia‹ nennt, eine ›radikale und umfassende Umkehr‹«. »In diesen Aussagen sehe ich die besondere Aufgabe der Kirchen.«, so Mayer Karhs. Sie setzen sich für eine Umkehr zum Leben ein und setzen dieses auch glaubwürdig in ihrer Kirche um durch eigene Klimaschutzmaßnahmen, nachhaltigen Konsum, durch das Engagement für eine gerechte Teilhabe an dem Gemeinschaftsgut »Atmosphäre«, durch politische Lobbyarbeit, Vernetzung mit anderen Akteuren, Bildungsarbeit, theologische Reflexion und indem die deutschen Kirchen ihre Partnerkirchen bei Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen sowie ihren Forderungen unterstützen.

Was tun die Kirchen für den Klimaschutz?

Energiemanagement

Der Grüne Hahn bzw. Grüne Gockel ist ein Umweltmanagement-System der Evangelischen Kirche von Westfalen bzw. der Evangelischen Kirche in Württemberg, welches speziell für Kirchengemeinden entwickelt wurde. Sie können sich zertifizieren lassen, dass sie systematisch, nachvollziehbar und kontinuierlich durch ihr Handeln zu einer Entlastung der Umwelt beitragen und dieses Handeln öffentlich machen. An dem Projekt beteiligen sich auch andere Landeskirchen, z. B. die Evangelische Landeskirche in Baden, die Evangelische Kirche der Pfalz sowie einige kath. Kirchengemeinden z.B. aus den Bistümern Köln, Essen und Paderborn.

Im Herbst 2008 hat die Synode der EKD beschlossen, den evangelischen Landeskirchen zu empfehlen, ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2015 –gemessen am Basisjahr 2005 – um 25 Prozent zu senken. Um dieses Ziel in eigenen Programmen umzusetzen, können Landeskirchen und Bistümer seit 2008 die Erstellung von integrierten Klimaschutzkonzepten, -teilkonzepten aber auch -programmen bei der nationalen Klimaschutzinitiative beantragen. In diesen Konzepten werden die Bereiche Liegenschaften, Mobilität und Beschaffung ausführlich untersucht und Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen erarbeitet. Mittlerweile liegen in den evangelischen Landeskirchen neun Klimaschutzkonzepte vor, zwei weitere sind beantragt. Zudem haben vier Bistümer Klimaschutzkonzepte erstellt.

Die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes ist nur der Anfang, in einem nächsten Schritt geht es um die konkrete Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen. Die Gremien- und Sitzungsstruktur in den evangelischen Landeskirchen tragen aufgrund der Mobilität der Teilnehmenden, aber auch durch ihren Strom- und Wärmeverbrauch sowie die Art und Weise ihrer Verpflegung zum Klimawandel bei. Durch klimafreundliches Tagungsmanagement und die Erfassung der anfallenden CO2-Emissionen, kann die CO2-Bilanz der einzelnen Tagungen verbessert werden. Seit 2007 lässt die EKD CO2-Bilanzen der Synodentagungen erstellen, die Kirche von Westfalen und die Nordkirche sind diesem Beispiel gefolgt.

Klima-Kollekte

Die Klima-Kollekte ist ein CO2-Kompensationsfonds christlicher Kirchen in Deutschland. Sie versteht sich als kirchliche Ergänzung zu bereits bestehenden Ausgleichsangeboten. Hervorzuheben ist, dass der Ausgleich von CO2-Emissionen durch Klimaschutzprojekte kirchlicher Organisationen oder ihrer Partner in Ländern des globalen Südens geschieht. Gesellschafter sind:

  • »Brot für die Welt« und der Evangelische Entwicklungsdienst (inzwischen fusioniert)
  • das Bischöfliche Hilfswerk Misereor
  • die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
  • die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft Heidelberg (FEST)
  • das Zentrum für Mission und Ökumene (ZMÖ)

Ihr Angebot beinhalten einen Emissionsrechner zur realitätsnahen Berechnung der THG-Emissionen von Veranstaltungen, Mobilität (Flugzeug, Auto, Öffentliche Verkehrsmittel), Heizung, Stromund Papierverbrauch. Darin fließen wissenschaftlich fundierte und regelmäßig aktualisierte Daten ein. Der Ausgleich der THG Emissionen durch Klimaschutzprojekte erfolgt nach dem Gold Standard zu transparenten Preisen. Die Website bietet Informationen zu Kompensation und Tipps zu Vermeidung und Reduktion: Klimawandel, Klimawissen und Klimatipps, Wanderausstellung, Beratung etc. Letztendlich zielt die Klima-Kollekte darauf ab, Organisationen, Gemeinden und Einzelpersonen aus dem kirchlichen Bereich und darüber hinaus neu und verstärkt für den Ausgleich ihrer unvermeidbaren CO2-Emissionen zu gewinnen. Aus den Mitteln des Fonds werden zurzeit Klimaschutzprojekte in Indien, Südafrika und Nicaragua finanziert. Die Projekte werden von der beteiligten Gesellschaftern eingebracht und in der Gesellschafterversammlung entschieden. Dabei können auch kirchliche Werke, die nicht Gesellschafter der Klima-Kollekte sind, Projekte einbringen z.B. das Nicaragua Projekt Mission Eine Welt über ZMÖ. Umgesetzt werden die Projekte von den (kirchlichen und nicht-kirchlichen) Partnerorganisationen der Gesellschafter. Das Besondere dabei: Die Klima-Kollekte hat einen internen Fonds aufgelegt über den Kleinstprojekte gefördert werden können, die in der Umsetzung meist teurer sind aber einen hohen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort leisten.

Öko-faire Beschaffung: Projekt »Zukunft einkaufen«

Kirchliche Einrichtungen in Deutschland kaufen jährlich für 60 Mrd. Euro ein, als zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland (insbesondere die Diakonie und Caritas) haben die Katholische und Evangelische Kirche zusammen einen großen Bedarf an Produkten und Dienstleistungen aus den Bereichen Büro, Hauswirtschaft oder Energie. Mit dem Projekt »Zukunft einkaufen« soll dauerhaft die Beschaffung der Kirchen an ökologischen und sozialen Standards ausgerichtet werden. Damit wird ein wichtiger Beitrag sowohl für eine nachhaltige Entwicklung als auch für die Glaubwürdigkeit der Katholischen und Evangelischen Kirche geleistet. Konkret heißt das, dass die Kirche durch öko-faire Beschaffung zur Umweltentlastung beiträgt und ihren Einfluss auf den Markt durch eine gesteigerte Nachfrage nach nachhaltigen und öko-fairen Produkten geltend macht. Auch wird die Kirche somit ihrer Vorbildfunktion für öffentliche Beschaffung und privaten Konsum gerecht. Ein Einstieg in die öko-faire Beschaffung kann die Entwicklung von Beschaffungsrichtlinien sein, in denen ökologische und faire Standards für jeden Bereich vom Reinigungsmittel über Papier bis zur Sitzungsverpflegung geregelt sind. Eine solche Richtlinie hat sich beispielsweise »Brot für die Welt« gesetzt.

Investitionen

Die EKD hat einen Leitfaden zu ethischem Investment heraus gegeben. Darin heißt es »Die Anlage von Geldern sollte unter Berücksichtigung unserer christlichen Werte auch sozialverträglich, ökologisch und generationengerecht erfolgen«. In Bezug auf den Klimaschutz heißt das: Investitionen fließen nicht in Länder, die das Kyoto-Protokoll nicht unterschrieben haben. Investitionen fließen nur in Unternehmen, die ressourcenschonend produzieren und eigene Umweltstandards gesetzt haben. Bei der Investition in Fonds sollte darauf geachtet werden, dass diese auch an ethischen Standards ausgerichtet sind. »Brot für die Welt« hat Kriterien für den FairWorldFonds mitgestaltet, die die Finanzanlagen neben einer sozialen und ökologischen auch aus einer entwicklungspolitischen Sicht bewerten.

Bildungsangebote

Die Infostelle Klimagerechtigkeit hat drei Aufgabenbereiche.

  • Bildungsarbeit: Workshops zum Thema Klimagerechtigkeit, Projekttage an Schulen, Teilnahme und Mitwirkung an Veranstaltungen, Mitwirkung an Aktionen z.B. Klimaaktionstage, Entwicklung von Bildungsmaterialien, Arbeit mit Konfirmanden.
  • Kompensation: Durchführung von Praxisworkshops zu klimafreundlichen Veranstaltungen und der Thematik Kompensation; Beratung und Erstellung von CO2-Bilanzen und Verbesserungspotential, Beratung und Begleitung bei der Umsetzung von Klimaschutzprojekten in Ländern des globalen Südens. Mitbegründer und Gesellschafter der Klima-Kollekte, dem christlichen Kompensationsfonds.
  • Mitarbeit im Fachausschuss für Projekte.

KlimaSail

KlimaSail wird organisiert vom Jugendpfarramt der Nordkirche in Kooperation mit der Aktion »Brot für die Welt«, dem Umweltpastor der Nordkirche und dem Verein Jugendsegeln e. V. Ziel von KlimaSail ist es, im Sinne von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) mit jungen Menschen ein neues Bewusstsein für einen klimaschonenden Lebensstil zu entwickeln, die Ostsee als ökologischen Nahraum zu erforschen und Klimawandel sowohl als lokale als auch globale Herausforderung zu verstehen. Die Themen einer nachhaltigen Entwicklung werden bei KlimaSail in den erlebnispädagogischen Lernort eines Traditionsseglers eingebettet.

Internationaler Jugendaktionstag für Klimagerechtigkeit

Jährlich findet Anfang Dezember während der UN Klimakonferenzen der von der Vereinten Evangelische Mission (VEM), dem Welt Netz NRW (EWN) und der Evangelische Kirche von Westfalen initiierte Internationale Jugendaktionstag für Klimagerechtigkeit statt. Er soll mit möglichst vielen unterschiedlichen Aktionen an vielen Orten der Welt, die über soziale Medien vernetzt sind, auf Klimagerechtigkeit aufmerksam gemacht werden.

Kampagnen

Mission Klima retten: Eine Kampagne der Evangelischen Kirche von Westfalen

  • Jugendliche unterstützen und motivieren, sich für Klima- und Umweltschutz einzusetzen.
  • In der Kampagne wird für Jugendliche erfahrbar, dass jede und jeder etwas beitragen kann, die Herausforderung Klimawandel zu bewältigen.
  • Die Kampagne will dabei die Ideen, Projekte, Wünsche und Zukunftsvorstellungen von Jugendlichen aufgreifen, mit ihnen konkrete Handlungsmöglichkeiten erarbeiten und sie unterstützen, diese umzusetzen.
  • Die Mitmachausstellung »EcoCity« tourt derzeit im Rahmen der Kampagne »Auf geht’s. Den Wandel gestalten« durch die Kirchen Hessen und Nassau.

Klimawandel – Lebenswandel: Vom 2. Januar bis 20. Oktober 2011 veranstaltete die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland die Kampagne »Klimawandel Lebenswandel«. Mit allen Mitgliedern und Einrichtungen wollte sie 1.000.000 kg CO2 durch Lebensstiländerungen einsparen.

  • Erreichte Einsparung: 684.521. kg CO2 mit 531 Teilnehmenden.
  • Nach Abschluss der Kampagne findet man auf der Website nach wie vor aktuelle Materialien, Informationen und Tipps.

»Gutes Leben. Für alle!« unter diesem Titel haben der Katholikenrat im Bistum Speyer, das Bistum Speyer und das Bischöfliche Hilfswerk Misereor e. V. eine bistumsweite Kampagne ins Leben gerufen. Bis Ende November 2015 möchten die Initiatoren zusammen mit vielen weiteren Engagierten im Bistum Speyer einen Entwicklungs- und Wandlungsprozess auf privater, kirchlicher und politischer Ebene anstoßen. In der aktuellen Kampagnen-Phase »100 Experimente ausprobieren« geht es darum, auszuprobieren, wie nachhaltige Ideen vor Ort umgesetzt werden können. Interessierte können ihre Projektidee über ein Kontaktformular anmelden und erhalten auf Wunsch Begleitung bei der Planung und Umsetzung.

Lobbyarbeit

Auf globalpolitischer Ebene setzen sich Glaubensgemeinschaften, Kirchen und kirchliche Organisationen für Klimagerechtigkeit und den Einbezug von sozialen und Gerechtigkeitsfragen in die politischen Diskussionen um den Klimawandel ein.

  • Brot für die Welt, die VEM und Misereor setzen sich auf internationalem Level für Klimagerechtigkeit ein.
  • Die VEM kooperiert seit vielen Jahren mit dem Weltkirchenrat zum Thema Klimagerechtigkeit und ist Mitglied in der Klimaarbeitsgruppe des Rates.
  • Mitarbeiter der drei genannten Organisationen sind auf den UN Klimakonferenzen vertreten.
  • Partnerorganisationen werden unterstützt ihre Anliegen hörbar zu machen und Klimaschutzprojekte und Anpassungsprojekte umzusetzen.
  • BfdW und die VEM engagieren sich zudem als Mitglieder in der ACT Alliance (Action by Churches Together, dt. »Kirchen helfen gemeinsam«). Die ACT Alliance ist ein Zusammenschluss von Kirchen und kirchlichen Organisationen, die gemeinsame Ziele in der Entwicklungsund Advocacyarbeit – auch zum Klimaschutz verwirklichen wollen.
  • Mit weltweit über 160 Mitgliedern bündelt die Allianz das gemeinsame Engagement der protestantischen und orthodoxen Kirchen.

Die EU spielt eine wichtige Rolle im Hinblick auf die internationale Klimapolitik, da es eine gemeinsame EU Politik auf den UN Klimakonferenzen gibt. Um ihre Interessen in den EU-Organen besser vertreten zu können, haben sich 16 protestantische Hilfswerke aus 13 europäischen Ländern zusammengetan und APRODEV den Verband Protestantischer Entwicklungsorganisationen in Europa gegründet.

Auch auf Ebene der deutschen Klimaschutzpolitik engagieren sich die großen Werke, aber auch Zusammenschlüsse wie die AGU der Evangelischen und Katholischen Kirche politisch für Klimagerechtigkeit.

Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Hervorgegangen aus einer Initiative der Entwicklungspolitischen Plattform und angeregt durch den Aufruf der 10. Generalversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen zu einem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens lädt nun ein breites ökumenisches Bündnis aus Landeskirchen, Diözesen, christlichen Entwicklungsdiensten, Missionswerken und (Jugend-)Verbänden zu einem Pilgerweg für Klimagerechtigkeit von September bis Anfang Dezember 2015 ein. Der Pilgerweg verläuft von Flensburg, Rendsburg, Hamburg, Bremen, Osnabrück, Dortmund, Köln, Prüm, Trier, Metz, Saint Menhoult, Montmirail nach Paris mit einem aus Süddeutschland kommenden Zulauf.