Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Katastrophenvorsorge in den Philippinen

Das Visayas-Mindanao Regionalbüro für Entwicklung (ViMROD) ist die soziale Entwicklungsabteilung der Bischofskonferenz der Iglesia Filippina Independiente (IFI), die das drängende Problem schwerer Armut in marginalisierten ländlichen Gemeinden in Mindanao und den Visayas angeht.

Entsprechend seiner Mission beinhaltet das Programm von ViMROD hauptsächlich Projekte zu Ernährungssicherheit und Kapazitätsausbau für Kleinbauern, Fischer, Frauen und indigene Gemeinden. Strategien hierbei sind unter anderem: Gemeindeorganisation, Advocacy und Networking, Bildung zu Entwicklungsfragen und finanzielle Unterstützung. Durch einen Fonds für Kleinprojekte wird die Gründung von Basisorganisationen gefördert, die die Probleme und Herausforderungen ihrer Gemeinde erkennen und angehen können.

IFI-ViMROD unterhält Kooperationen mit »Brot für die Welt«, der Deutschen Katholischen Kirche, der Österreichischen Angelikanischen Missionskirche und dem Primates Weltentwicklungsfonds.

Ernährungssicherheit

Ernährungssicherheit herrscht, wenn alle Menschen zu jedem Zeitpunkt physisch und ökonomisch Zugang zu genügend sicherem und nahrhaftem Essen haben, um ihre Ernährungsbedürfnisse und Essensvorlieben für eine gesunde und aktive Lebensweise befriedigen können (Welternährungskonferenz 1996). Ernährungssicherheit bedeutet also, dass:

  • Essen verfügbar ist. Die Menge und Qualität des Essens, das lokal, national und international verfügbar ist, kann von vielen Faktoren kurz oder längerfristig beeinflusst werden. So etwa von Klima, Katastrophen, Kriegen und Aufruhr, aber auch Bevölkerungsanzahl, sozialer Status und Handelsfaktoren spielen eine Rolle.
  • Essen erschwinglich ist. Bei Nahrungsmittelkknappheit steigen die Lebensmittelpreise an, sodass Reiche sich weiterhin ernähren können, die Armen aber Schwierigkeiten bekommen, ihre ausreichende Ernährung ohne Hilfe sicherzustellen.
  • Essen genutzt wird. Auf der Ebene einzelner Haushalte muss ausreichendes und abwechslungsreiches Essen zubereitet werden können, sodass die Menschen wachsen und sich normal entwickeln, ihren Energiebedarf decken und Krankheiten vermeiden können.

Die Projekte von ViMROD sollen daher sicherstellen, dass Grundnahrungsmittel in den Gemeinden erstens vorhanden, zweitens erschwinglich und drittens erreichbar sind. ViMROD hat erreicht, dass mindestens 50 Prozent der Mitglieder der 12 neugegründeten Basisorganisationen Zugang zu Grundnahrungsmitteln erhalten hat. Außerdem konnten 30 Prozent der Basisorganisationen ihr Einkommen durch die Produktion von umweltfreundlichen Agrarerzeugnissen steigern

Kapazitätsausbau

Die Basisorganisationen sollen in ihrem Bestreben unterstützt werden, ihre Rechte einzufordern und lokale Ressourcen zu nutzen. ViMROD hat erreicht, dass durch erfolgreiche Verhandlungen mit Farmbesitzern mindestens 30 Prozent der Farmarbeiter in den Basisorganisationen Löhne erhalten, die um mindestens 20 Peso pro Monat gesteigert werden konnten. Mindestens 30 Prozent der Menschen in den Basisorganisationen haben Gesundheitsleistungen lokaler Regierungsstellen genossen. Die Gemeindeverwaltungen, in denen die Basisorganisationen arbeiten, haben einen Budgetplan für Katastrophenprävention und -bewältigung erstellt und beschlossen.

Weitere Maßnahmen

ViMROD führte Hilfsgüterlieferungen durch, mit besonderem Fokus auf Grundnahrungsmittel und Beleuchtungsutensilien. Außerdem wurden psychosoziale Aktivitäten durchgeführt, die vor allem den traumatisierten Kindern eine Möglichkeit geben, das Erlebte zu verarbeiten.

Herausforderungen und Chancen im Zuge des Klimawandels

Vor allem Kleinbauern sind von den Folgen des Klimawandels unmittelbar in ihrer Lebensgrundlage betroffen. ViMROD möchte das Prinzip der Gemeinschaftlichen Landwirtschaft in den Gemeinden etablieren, um das Einkommen der Kleinbauern sichern zu können.

Auch die Nutzung unterschiedlicher Pflanzen wie etwa diverser Sorten Reis oder verschiedener Gemüse, anstelle eines Anbaus in Monokultur, mindert die Anfälligkeit der Ernte für extreme Naturereignisse. »Der Weg hin zu starken Gemeinden mag lang und herausfordernd sein. Doch die Menschen sind zuversichtlich, dass sie ihr Ziel erreichen werden, da sie wissen, dass sie auf diesem Weg nicht allein sind.«, so Fr. Herbert Fadriquela.