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Masaya ako sa Mabini :)

Halli Hallo ihr Lieben,

mit ganz neuer Energie melde ich mich nun bei euch.

Unser Zwischenseminar in Davao hat bei mir nochmal die Motivation aufgefrischt und neue Ideen gebracht, unser Urlaub natürlich die Entspannung. Davon gestärkt bin ich sehr positiv aufgeregt und mit viel Freude in mein neues Projekt, in meine neue Familie und Umgebung in Mabini gestartet:

Am Sonntag wurde ich überraschenderweise nicht von Fr Bok, sondern von zwei Scholars aus Mabini abgeholt. Das stellte uns dann erstmal vor die Herausforderung, wie mein ganzer Kruscht und Krempel in den Jeep passen soll…Irgendwie haben wir dann sogar meinen riesigen Trekking-Rucksack verstaut. Das alles hat natürlich zu der Belustigung aller anderen Passagiere geführt und als dann mein Koffer noch anfing, auf der Fahrt mit seinen Rollen ein Eigenleben zu entwickeln, waren alle Gesichter im Jeep sehr amüsiert. Angekommen in meinem neuen Zuhause sah ich mich dann der Herausforderung gestellt, wie ich denn meine Sachen in meinem Zimmer mit zwei vollen! Schränken verstauen soll… Lebe jetzt also mehr aus dem Koffer aber das ist ja wirklich nur ne Nebensächlichkeit… denn die Leute die ich bis jetzt getroffen habe sind alle wirklich sehr herzlich. Ich wohne bei einer kinderlosen Witwe, Tita Puring, die sich natürlich sehr über eine Mitbewohnerin freut. Sie ist sehr anhänglich, aber auch sehr interessiert und (zu meinem Glück) nicht fluent in Englisch. Zuhause wird also Tagalog gesprochen, was mich sehr freut, denn jetzt habe ich endlich die Möglichkeit es auch zu Hause zu lernen. Außerdem für mich zuständig ist ihre Stieftochter, Tita Angie, mit Familie. Wir essen abends immer zusammen, entweder in ihrem Haus, drei Häuser weiter, oder bei uns. Außerdem nehmen sie mich überall hin mit: So war ich am Mittwoch, es war Feiertag, schon auf ihrer Farm und auf nem Geburtstag, habe schon Lomi (eine Art Nudelsuppe, Mabini soll dafür bekannt sein) probiert und wurde dem Major und allen Arbeitskollegen von Tita Angie vorgesellt. Mit ihrer Tochter Ate Augie, 22, und einer Schülerin aus einem weit entfernten Barangay, Kim,16, die bei ihnen lebt, verstehe ich mich sehr gut. Ich habe sie sogar gestern morgen dazu gebracht, mit mir joggen zu gehen… 😉

Auch in meiner neuen Arbeit ist es sehr spannend: Direkt am Montag wurde ich ins kalte Wasser geschmissen und sollte den Vorschulkindern erklären, wie wir (verspätete) Valentinskarten basteln…auf Tagalog natürlich. Am Nachmittag kommen dann immer die SPEDs, Kinder mit Authismus, einem IQ unter 70, taubstumm oder fast blind. Da durfte ich bis jetzt schon erklären wie die Uhr funktioniert und lerne auch ein bisschen die Zeichensprache. Gestern haben wir dann mit ihnen die Überraschungsparty für den Geburstag der Direktorin vorbereitet, das hat ihnen natürlich sehr viel Spaß gemacht… Der Tag vergeht somit immer wie im Flug.

Das erstmal als erste Eindrücke von Mabini.

Außerdem möchte ich Sie/Euch noch auf die Aktion von PREDA aufmerksam machen, denn auch wir zwei werden im Mai einen Monat in diesem Projekt arbeiten:

Im Moment tourt gerade die Theatergruppe von PREDA „AKBAY“ durch Deutschland. Magdalena, unsere Vorgängerin, war zur Vorpremiere in Köln eingeladen. Sie hat das Stück als sehr „berührend, aufrüttelnd und emotional“ beschrieben und war sehr begeistert, besonders da die Schauspieler das Stück auf Deutsch aufführen, obwohl sie selber kein Deutsch sprechen. Sie wollen mit ihrem Theaterstück auf die großartige Arbeit von PREDA aufmerksam machen und neue Unterstützer gewinnen. Das Stück basiert auf Spenden, es wird um eine Spende von 4-8 Euro gebeten.

Ich möchte Sie/euch deshalb dazu einladen, sich dieses Stück anzusehen. Es ist lohnenswert!

Unten habe ich den Tourplan angehängt. Vielleicht ist es ja sogar ganz bei Ihnen in der Nähe.

Hier auch nochmal der offizielle Webseitentext:

“ONCE WE HAD A DREAM“
Sieben Junge Philippinische Schauspielerinnen und Schauspieler, ihre Träume und drängende soziale Probleme. Ein unvergesslicher Theaterabend.
Die AKBAY-PREDA Theatergruppe aus Olongapo, Philippinen feiert die Premiere der diesjährigen Tournee ihres deutschsprachigen Stückes „Once We Had a Dream“ am 22. Februar um 18.30 im Friedrich-Wilhelm Gymnasium in der Kölner Südstadt.

Durch den Bruch des Auffangbeckens eines Bergwerks zerstört eine giftige Flut Häuser, Mangobäume und alle anderen Lebensgrundlagen in einem vormals friedvollen Dorf von Mangobauern. Ein gut bezahlter Job im Ausland scheint die Lösung für Celinas Familie zu sein. Doch Celinas Hoffnungen erfüllen sich nicht, sie gerät in die Hände einer internationalen Sexmafia.
Schonungslos nehmen die philippinischen Schauspieler und Schauspielerinnen der AKBAY-PREDA Jugendtheatergruppe das Publikum auf die bewegende Reise mit. Durch die authentische Schilderung auf der Bühne und die mutige, engagierte schauspielerische Leistung der Jugendlichen wird für das Publikum die Dimension von Kindesmissbrauch und Sextourismus intensiv nachvollziehbar. Dabei verharrt das Musical-Drama nicht einseitig in der beklemmenden Darstellung von Armut, Gewalt und Missbrauch, sondern zeugt vom Lebenswillen und Mut, den kindlichen Sehnsüchten und den Stärken der Opfer und deutet Lösungsansätze an. Die Akteure haben viele eigene leidvolle Erfahrungen in ihr selbst geschriebenes Stück eingearbeitet.

Musik, Gesang und eine ausgefeilte Choreografie laden die ergreifenden Schilderungen mit Energie, die das Publikum über 80 Minuten lang mit einer aufrüttelnden Darbietung in ihren Bann zieht. Obwohl die Jugendlichen Deutsch eigentlich nicht sprechen, wird das ganze Stück in deutscher Sprache aufgeführt.

 

Die philippinische PREDA-Stiftung setzt sich seit fast 40 Jahren für Kinderrechte auf den Philippinen ein und bietet Kindern und Jugendlichen, die missbraucht, eingesperrt oder in die Prostitution gezwungen wurden, ein neues Heim. Die Jugendtheatergruppe möchte die Öffentlichkeit für Kinderrechte und die Arbeit PREDAs informieren und mithilfe des ergreifenden Stücks unmittelbar sensibilisieren.
Veranstalter der Tour ist der PREDA Freundeskreis e.V., ein Verein ehemaliger bei PREDA Beschäftigter Freiwilliger, der die Tournee nach 2014 in diesem Jahr erneut organisiert.

Tourplan 2015-öffentlich-30 1 (2)

Also auf geht’s in ONCE WE HAD A DREAM!

Viele fröhliche Grüße (der Titel heißt übrigens: Ich bin glücklich in Mabini),

Caro

Erklärung zu den Bildern: Wir durften am letzten Tag unseres Seminars, das Projekt unseres Seminarleiters in Davao besuchen. Sie arbeiten mit den Jugendlichen in den Slums und versuchen sie aus dem Kreislauf des Slumlebens heraus zu bekommen. Davon einige Eindrücke.

Außerdem haben wir das „Vocfest“ in Alaminos besucht. Habe noch einige Nächte in der Radio Station übernachtet, bevor der Umzug anstand, da kamen dann die Fotos mit den Seminarians zustande.