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Mehr Einsatz für Kinder

Mit einer großen Messe in Manila hat Papst Franziskus am Sonntag sein Besuchsprogramm auf den Philippinen beendet. Mit sechs Millionen Teilnehmern bei der Freiluftmesse ist in Manila ein neuer Weltrekord aufgestellt worden. Ein Behördensprecher der philippinischen Hauptstadt bestätigte die Zahl.

Wegen strömenden Regens hatte der Gottesdienst eine halbe Stunde früher begonnen. Vor Hunderttausenden im Rizal-Park verlangte er mehr Einsatz für Kinder. Man dürfe nicht zulassen, dass sie »ihrer Hoffnung beraubt und dazu verurteilt werden, auf der Straße zu leben«. Zugleich verurteilte er »heimtückische Angriffe« auf die Familie sowie »kurzlebige Vergnügungen«.

Die rund 80 Millionen philippinischen Katholiken rief der Papst auf, Verantwortung für den ganzen Kontinent wahrzunehmen. Die Philippinen seien »das führende katholische Land« in Asien. Seine Gläubigen seien berufen, »hervorragende Missionare des Glaubens in Asien« zu sein. Zum Schluss des Gottesdienstes, der am Nachmittag stattfand, entzündeten die Menschen ungeachtet des Regens Kerzen als Zeichen ihrer missionarischen Sendung. Franziskus mahnte in der Predigt erneut auch zu sozialer Gerechtigkeit und prangerte Korruption an. Alle müssten am »Aufbau einer Welt der Gerechtigkeit, der Rechtschaffenheit und des Friedens« mitwirken. Zugleich warnte der Papst die Filipin@s vor Glücksspiel und Alkohol. Der Teufel locke die Menschen »mit dem Köder kurzlebiger Vergnügen, oberflächlichen Zeitvertreibs«.

Vor dem Gottesdienst war Franziskus in der Nuntiatur mit dem Vater der jungen Frau zusammengetroffen, die Tags zuvor nach der Papstmesse in Tacloban verunglückt war. Die Begegnung dauerte rund 20 Minuten. Die Getötete, eine 27-jährige Mitarbeiterin der US-Hilfsorganisation »Catholic Relief Service«, war am Samstag nach einem Gottesdienst von im Sturm herabfallenden Teilen der Lautsprecheranlage getroffen worden.

Ein weiterer bewegender Moment in der Thomas-von-Aquin-Universität war ein Beitrag der zwölfjährigen Glyzelle Palomar, die dem Papst von ihrem früheren Leben als Straßenkind zwischen Drogen und Prostitution berichten sollte. Nach wenigen Sätzen unterbrach sie und fragte unter Tränen: »Warum lässt Gott das zu?« Darauf nahm Franziskus sie in den Arm. »Lasst uns lernen, zu weinen wie sie«, sagte der Papst. Wer nicht lerne, laut zu klagen, könne kein guter Christ sein.

Am Montagmorgen fliegt der Papst von Manila zurück nach Rom. Seine Reise hatte am vergangenen Dienstag mit einem zweitägigen Aufenthalt in Sri Lanka begonnen. Es war die siebte Auslandsreise seiner Amtszeit und bereits die zweite nach Asien.