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Klimawandel, Klimagerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung

Zivilgesellschaftliche und kirchliche Initiativen in den Philippinen und in Deutschland. Bericht zur 30. Ökumenischen Philippinenkonferenz (ÖPK) in Essen.

Supertaifun Haiyan zerstörte vor einem Jahr weite Landstriche in den Visayas, kostete vielen Menschen das Leben und nahm vielen weiteren ihre gesamte Lebensgrundlage. Nach der Naturkatastrophe gab es eine überwältigende Hilfsbereitschaft seitens der Bevölkerung und zivilgesellschaftlichen Organisationen durch finanzielle wie materielle Hilfeleistungen aber auch durch aktives Engagement vor Ort. Es waren vor allem die Kirchen und Nicht-Regierungsorganisation, die in den teils abgelegenen Orten als erste, gar als einzige halfen. Staatliche Hilfsleistungen haben die Menschen in denen betroffenen Regionen bis heute nicht oder nur sehr spät erhalten. Hier setzt die kirchliche und zivilgesellschaftliche Kritik an der staatlichen Katastrophenarbeit und Wiederaufbau an. Die Erfahrungen nach der Katastrophe im Jahr 2013 haben vieles deutlich gemacht:

Kirchen und Zivilgesellschaft haben durch ihren Basisbezug einen direkten und häufig schnelleren Weg zu helfen. Beim Einfordern und der Kontrolle staatlicher Hilfsmaßnahmen kommt ihnen in Anbetracht der nicht selten vorzufindenden Korruption eine entscheidende Rolle zu. Darüber hinaus ist wichtig, das Bewusstsein für die Bedrohung des Klimawandels und die Bewahrung der Schöpfung sowie die Bereitschaft zum Umdenken und Aktivwerden in der Bevölkerung zu stärken. Katastrophenvorsorge und Klimaanpassung sind hier die Stichworte: Von Menschen verursachte Katastrophen erfordern Prävention, Klimaanpassung und Stärkung der Resilienz in kleinbäuerlicher Produktion, in den Gemeinden und eine Veränderung des eigenen, individuellen Lebensstils. Dies wurde durch die Beiträge und Beispiele der beiden philippinischen Referent_innen, Maria Theresa Nera-Lauron (IBON Philippines) und Herbert Fadriquela (Philippine Independent Church), deutlich. Beiträge aus deutscher Sicht betonten, dass alle Menschen beim Thema Klimagerechtigkeit gefragt sind, nicht nur in den Philippinen sondern weltweit, auch – oder ganz besonders – hier in Deutschland. Gerade der Beitrag über Aktivitäten deutscher Kirchen zum Thema Klimawandel und Klimagerechtigkeit von Judith Meyer-Kahrs (Klimastelle des Zentrums für Mission und Ökumene der Nordkirche) zeigte eine Reihe von ganz konkreten Handlungsmöglichkeiten auf. Insgesamt wurde uns deutlich, wie wichtig es ist, dieses Thema noch stärker in den Mittelpunkt der Partnerschafts- und Solidaritätsarbeit zu rücken. Die philippinische Referentin Maria Theresa Nera-Lauron war überzeugt, dass gemeinsame Advocacy-Arbeit etwas bewegen kann, z.B. im Zusammenhang mit den Bergbauaktivitäten deutscher Firmen in den Philippinen. Wir alle haben eine Verantwortung, wenn wir über Klimagerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sprechen.

In einer Feierstunde zum 30. Jahrestag der ÖPK waren sieben Gründungsmütter und –väter eingeladen. Sie berichteten u.a. von der Entstehung der ÖPK und ihrer Motiven zur Gründung des Arbeitskreises in den 80er Jahren. Ganz besonders erfreuten sie sich der zahlreichen jungen Teilnehmenden sowie Filipin@s der zweiten Generation. Damit bot auch die diesjährige Konferenz wieder eine gute Plattform, sich miteinander über Philippinenarbeit auszutauschen. Wir hoffen damit bei den Teilnehmenden und ihren Gruppen vor Ort in Deutschland Denkprozesse angestoßen zu haben, wie man vor Ort und im Austausch untereinander, sowohl in Deutschland wie auch gemeinsam mit den Partnern in den Philippinen, zum Umdenken und Handeln anregen kann, als auch einen Raum gegenseitiger Ermutigung gegeben, nicht loszulassen, sondern in diesem doch komplexen, immer wieder kritisch hinterfragtem Thema weiterzuarbeiten.