Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Das Werk der Gerechtigkeit wird der Friede sein

Stellungnahme der Indigenen Bevölkerung in Bontoc-Lagawe über die ihnen angestammten Rechte und über Erneuerbare Energien.

Wir, die Teilnehmenden des Forums für die Rechte Indigener Völker, versammelt aus 22 Missionsstationen des Vikariats Bontoc-Lagawe, machen hiermit unser angestammtes Recht geltend, nach dem die Investor_innen Erneuerbarer Energien uns als gleichberechtigte Partner_innen zu respektieren und zu beachten haben anstatt uns nur als deren Nutznießer innerhalb unseres angestammten Gebiets zu betrachten. Als Indigene Bevölkerung der Mountain Province und Ifugao (Kordilleren), verschiedenen Gemeinschaften der Ayangan, Balangao, Bontok, Ga’dang, Kalanguya, Kankana-ey und Tuwali angehörend, bekräftigen wir wie folgt:

Flusslauf am Mount Kalawitan, Mountain Province (Quelle: Unbekannt).
Flusslauf am Mount Kalawitan, Mountain Province (Quelle: Unbekannt).

Wir haben einen rechtmäßigen Anspruch auf unsere Stammesgebiete und deren Ressourcen, in und mit denen wir seit jeher harmonisch und im Einklang mit der Natur leben. Seit vier Jahrzehnten verteidigen wir gemeinsam die Rechte an unserem angestammten Gebiet und deren Ressourcen vor der Aggressivität des Fortschritts und der Ausbeutung durch Nationalregierung und Wirtschaft. Diese Erfahrung hat uns zu verstehen gegeben, wie wichtig diese, unsere Rechte sind. Nur die Achtung unserer Rechte, insbesondere die Berücksichtigung des Prinzips der freien Einwilligung nach vorheriger Aufklärung (»Free, prior and informed consent«, FPIC), ist der Weg zu wahrem Frieden und Fortschritt. Das Gewässernetz in unserem Stammesgebiet ist von außerordentlicher Bedeutung für die Energieversorgung der philippinischen Bevölkerung, aber unsere Rechte sollten dabei nicht außer Acht gelassen werden. Die natürlichen Ressourcen sind unser gottgegebenes Naturkapital, der Quell unseres Fortschritts und unserer Entwicklung. Der gesetzlich festgelegte Nutzen von Erneuerbaren Energien für die Regionalregierung muss in Gemeinschaften mit Indigener Bevölkerung der gleiche sein, wie in solchen ohne. Als Bewahrer_innen des Wassers hat die Indigene Bevölkerung ein besonderes Recht bei der Mit- und Ausgestaltung von Projekten und Lizenzgebühren.

Wir unterstützen:

  1. Die Bewegung unserer Brüder und Schwestern der Kalanguya (Tinoc) und Kankana-ey (Sabangan), um ein neues, faires Memorandum zu verhandeln.
  2. Die vollständige und ordnungsgemäße Umsetzung des FPIC-Prinzips.
  3. Die fortlaufende Information und Bildung der Basisgemeinschaften über indigene Völkerrechte.

Wir verurteilen:

  1. Die unfaire »Lizenzgebühr von einem halben Centavo pro Kilowattstunde«, weil sie eine schwere Form der Ungerechtigkeit gegenüber der Indigenen Bevölkerung darstellt, die gemeinsamer Eigentümer ihres natürlichen Kapitals, wie Wasser oder Land innerhalb ihres angestammten Gebietes ist.
  2. Jedes Projekt zum Ausbau Erneuerbarer Energien, welches zu Konflikten mit Mitgliedern unserer einheimischen Gemeinschaften führt.
  3. Die Formulierung des Memorandum in einer für gewöhnliche Menschen unverständlichen Sprache.

Diese Stellungnahme wurde am 7. August 2014 allen Teilen der Gesellschaft sowie den gewählten Regierungsmitgliedern bekannt gegeben. Während wir unsere indigenen Rechte geltend machen, bewahren wir das Gemeinwohl aller in unserem Geist und Herzen. Unsere Rechte und das Gemeinwohl können nicht getrennt oder zerschlagen werden. Wie Jesaja sagte (32:17): »Das Werk der Gerechtigkeit wird der Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit sind Ruhe und Sicherheit für immer.«

Wir vertrauen auf den Schutz Gottes, unseren Schöpfer, der unseren Vorfahren befahl »in dem Land [zu]wohnen, das ich euren Vätern gab. Ihr werdet mein Volk sein und ich werde euer Gott sein« (Ezechiel 36,28), in der Gnade von Jesus Christus, unseren Retter, der uns von persönlichen und sozialen Sünden befreite, in der Einheit mit dem Heilige Geist, uns zu inspirieren und zu erneuern, im Gebet und im ehrlichen Dialog. Gott segne die Indigenen Völker.