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Aussicht auf eine Zukunft

Eindrücke aus einer ethnographischen Feldforschung in einem philippinischen Umsiedlungsprojekt.

Es ist Anfang November und ich sitze in Cebu City in einem Hotel und frühstücke. Im Hintergrund läuft wie immer Musik. Passend zur Jahreszeit wechseln sich jetzt verschiedene Weihnachtslieder ab. Am meisten freue ich mich über das Lied »Christmas in Our Hearts«. Das Lied ruft viele Erinnerungen an meine Feldforschung in mir wach und steigert die Vorfreude auf meine bevorstehende Rückkehr ins Saint-Arnold-Janssen-Village. Hier habe ich im Rahmen meines Dissertationsprojektes von Mai 2011 bis Januar 2012 eine ethnographische Feldforschung durchgeführt. In meiner Dissertation gehe ich der Frage nach, wie sich das Leben der vormals informellen Siedler_innen durch das Wohnprojekt verändert.

Das Saint-Arnold-Janssen-Village

Das Saint-Arnold-Janssen-Village ist ein Umsiedlungsprojekt einer philippinischen Nichtregierungsorganisation (NGO). Verschiedene Stiftungen und private Spender_innen aus Deutschland haben dazu beigetragen, das Projekt ins Leben zu rufen. Von 2008 bis 2012 wurden insgesamt 250 Familien aus Slums und Müllsammler-Siedlungen Metro Cebus dorthin umgesiedelt. Das Wohnprojekt ist als eigenständige und selbstversorgende Dorfgemeinschaft konzipiert, mit eigener Gemeinschaftsstruktur, eigenen Siedlungsregeln und einem Angebot an verschiedenen Minijobs, die von der Siedlungs-Kooperative verwaltet werden.

»Christmas in Our Hearts«

Einzug ins Wohnprojekt (Bild: Melanie Hackenfort).
Einzug ins Wohnprojekt (Bild: Melanie Hackenfort).

Das Lied erinnert mich an das Einzugsritual ins Wohnprojekt, den sogenannten »Exodus«. Es markiert für die einziehenden Familien den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Das Ritual ist an die biblische Erzählung des Auszugs der Israeliten aus Ägypten ins Gelobte Land angelehnt. Am 8. August 2011 wurde die sechste Gruppe in das Wohnprojekt umgesiedelt und ich bekam die Gelegenheit, an dem Ritual teilzunehmen. Gegen vier Uhr morgens versammelten wir uns in der Dämmerung an der Kapelle, der in der Nachbarschaft gelegenen Müllsammlersiedlung. Begleitet vom Krähen unzähliger Hähne zogen wir feierlich im Schein von Kerzen zurück zum Wohnprojekt. Allen voran ein Priester und eine Gruppe von Frauen, die den Rosenkranz vorbeteten. Vor den Toren der Siedlung hielt die Prozession noch einmal inne. Im Schein einer Kerze las eine Bewohnerin ein kurzes Gebet und dann traten die neuen Einwohner_innen nacheinander vor die Prozession. Sie erzählten aus ihrem Leben und was sie dazu bewegt hat, ins Wohnprojekt zu ziehen. Oftmals unter Tränen und um Worte ringend, bedankten sie sich bei den Priestern und Sozialarbeiter_innen, die sie auf diesem Weg unterstützt und begleitet hatten. Die Schwelle zum Wohnprojekt wurde dann mit dem sogenannten »Pilgertanz« überschritten. Hierzu stellten sich die Prozessionsteilnehmer_innen in vier Reihen hintereinander auf und legten die rechte Hand auf die linke Schulter der Person vor ihnen. In einer Art Wellenbewegung zogen wir so in die Siedlung ein, jeweils zwei Schritte voran, einen zurück, bis zum Eingang der Kapelle.

Im Interview erzählte mir Ate Conny von ihrem Einzugsritual und wie sie es erlebte. Sie erinnerte sich noch sehr gut an den Pilgertanz. Zwei Schritte vor, einen Schritt zurück. Genauso fühlte sie sich damals. Die Schritte nach vorne entsprachen ihrem Wunsch vorwärts zu gehen, einen Neuanfang zu wagen, um ihren Kindern eine Zukunft in einem sicheren Wohnumfeld bieten zu können. Nicht wie zuvor im Slum. Dort war es nicht sicher. Ihr Haus war aus Holz und anderen Leichtmaterialien gebaut – so wie all die anderen Häuser im Slum. Dicht an dicht gedrängt auf Pfählen. Der Bereich unter den Häusern: ein Mix aus Abwasser, Abfällen und Ungeziefer. Bei heftigen Regenschauern steigt das Wasser in schnellem Tempo und setzt die Bewohner_innen in Alarmbereitschaft: Wie hoch steigt das Wasser dieses Mal? Müssen wir unsere Sachen in Sicherheit bringen? Können wir noch heraus oder hängt irgendwo eine Stromleitung ins Wasser? Die größte Sorge der Slumbewohner_innen ist jedoch Feuer. Aufgrund der Hausmaterialien und der Dichte der Häuser breitet sich ein Feuer in Windeseile aus und verschlingt alles was ihm in die Quere kommt. »Das einzige, was dir nach einem Feuer bleibt, ist die Kleidung, die du am Leibe trägst.« Nicht wenige Familien im Wohnprojekt haben diese Erfahrung bereits mehrfach gemacht. Sie haben alles verloren, lebten Tage und Wochen von Almosen am Straßenrand unter Planen und Pappe bis sie genügend Materialien und einen Ort für eine neue Behausung fanden. Diese und andere Gründe waren letztendlich ausschlaggebend für Ate Conny und ihren Mann die Chance zu ergreifen und ins Wohnprojekt umzusiedeln. »Jetzt wohnen wir in einem Haus aus Beton. Jetzt habe ich keine Angst mehr vor Feuer«, sagt sie.

Einen Schritt zurück

Wohnen im Slum (Foto: Melanie Hackenfort).
Wohnen im Slum (Foto: Melanie Hackenfort).

Zweifel steigen in Ate Conny auf: »War es die richtige Entscheidung?« Das Wohnprojekt befindet sich nicht in Cebu City, sondern weit draußen auf Mactan Island zwischen dem Internationalen Flughafen und der Touristenmeile von Lapu-Lapu City. Da sie und ihr Mann jedoch in Cebu City arbeiten, müssen sie täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt pendeln. Das ist zeit- und kostenintensiv. Vorher sind sie zur Arbeit gelaufen. Hinzu kommen all die neuen Verpflichtungen: aktive Teilnahme an kommunalen Veranstaltungen, vielleicht ein Amt in einem der sechs Komitees, die finanzielle Belastung durch die monatlichen Raten für das Haus, den Stromanschluss, die Mitgliedsbeiträge, usw. Im Slum lebten sie umsonst. Es gab jede Menge Sari-Sari-Shops, Einkaufshäuser und Märkte in der Nähe, Wasser und Strom waren leicht zugänglich. »Was, wenn es doch die falsche Entscheidung war? Wenn ich die Anforderungen nicht erfüllen kann, einen Fehler mache und wir aus dem Projekt verwiesen werden? Was dann? Wo gehen wir dann hin? Zurückgehen können wir nicht.«

Mädchen auf der Müllkippe (Foto: Melanie Hackenfort).
Mädchen auf der Müllkippe (Foto: Melanie Hackenfort).

Viele Familien im Wohnprojekt wagen nicht zum ersten Mal einen Neuanfang. Einen Neuanfang, der eine Zukunft verspricht, einen Weg aus der Armut. Diese Entscheidung haben viele von ihnen bereits in jüngeren Jahren getroffen. Auf der Suche nach Arbeit und der Hoffnung auf eine gute Schulbildung für ihre Kinder sind sie von den umliegenden Inseln wie Negros, Leyte, Bohol und Mindanao in die Stadt gezogen. Ich habe mich anfangs oft gefragt, was die Menschen dazu bewegt, in einen Slum oder auf die Müllkippe zu ziehen. Die Antwort darauf war überraschend naheliegend. »Mein Bruder oder meine Schwester wohnte dort.« Natürlich! Wer vom Land in die Stadt geht, kommt ohne bzw. mit wenig Geld. Und bei Geschwistern oder Verwandten kann man zunächst umsonst leben. Dies ist oft der Beginn eines Lebens im Slum, wo man die Kosten für die Miete sparen kann. Auf den Müllkippen zeigt sich ein anderes Bild. Die Müllkippe bietet nicht nur Materialien für den Hausbau und die Möglichkeit umsonst zu wohnen, sondern auch Geld zu verdienen. Hier finden sich zwischen Privat- und Industrieabfällen jede Menge Wertstoffe, die sich verkaufen lassen oder Dinge, die man für den Eigenbedarf verwenden kann, wie beispielsweise Hausrat, Kleidung und Lebensmittel, aber auch Schmuck, Elektrogeräte und manchmal sogar Geld. So erging es dem Mann von Ate Jeanette. Sie und ihr Mann sind durch ihren ältesten Sohn zum Müllsammeln gekommen nachdem ihr Mann arbeitslos geworden war. Eines Tages fand er einen Karton mit Geld und konnte sein Glück kaum glauben. Von dem Geld haben sie sich einen Fernseher und eine Stereoanlage gekauft und den Rest mit ihren Freunden geteilt, um zu feiern. Im Interview fragte ich Ate Jeanette, ob sie nicht darüber nachgedacht haben, das Geld für einen Neuanfang außerhalb der Müllkippe zu nutzen und sie antwortete: »Nein, denn weißt du, wenn du auf der Müllkippe lebst, dann drehen sich deine Gedanken nur noch um das Leben auf der Müllkippe. Du denkst an nichts anderes.«

Zurück zum Wohnprojekt

Der Einzug ins Wohnprojekt wird als sozialer Aufstieg empfunden. »Sind wir jetzt reich?« wunderten sich die Kinder. »Jetzt leben wir in einem richtigen Dorf. Ich schäme mich nicht mehr, wenn Besuch kommt. Es ist, als wäre ich gewachsen, ich bin stolz auf mein neues Haus«, erklärte mir eine Frau aus der Siedlung.

Die Wohnblocks in der Siedlung sind bunt gestrichen. Jede Wohneinheit ist circa 35 Quadratmeter groß und kann um eine zweite Etage erweitert werden. Im Haus gibt es ein kleines Badezimmer mit eingebauter Toilettenschüssel und einem Duschkopf an der Wand. Im Wohnraum befindet sich eine aus Zement gegossene Küchenzeile mit Spüle und Wasserhahn, einer Ablagefläche und einer Staufläche unter der Ablage. Wasser- und Stromleitungen sind vorinstalliert und jedes Haus ist an das siedlungsinterne Abwassersystem angeschlossen. Bei Einzug befinden sich die Häuser im Rohzustand. Die Innengestaltung des Hauses sowie die Einrichtung eines Strom- und Wasseranschlusses liegen in der Verantwortung der Bewohner_innen.

Zur Zeit meiner Feldforschung 2011 lebten einige Familien bereits seit drei Jahren im Projekt, andere seit drei Monaten und wieder andere bereiteten sich auf den Einzug vor. In welcher finanziellen Situation sich die Hausbewohner_innen befanden und ob sie bereits länger oder erst seit kurzem im Projekt lebten, ließ sich meist anhand der Einrichtungsgegenstände im Haus erahnen. Manche Häuser waren eher spärlich eingerichtet, mit wenigen, teils selbst gezimmerten Möbeln, Gardinen als Raumteiler und ein paar Postern – von Stars, Tieren oder Heiligen, die den grauen Wänden ein wenig Farbe verliehen. Andere hatten bereits eine zweite Etage, gestrichene Wände und »richtige« Möbel. Einen Hinweis darauf, ob eine Wohneinheit bewohnt war, oder noch leer stand, gaben Wasserbehälter vor dem Haus. Fehlten diese, so fehlten auch die Bewohner_innen. Die Wasserbehälter waren notwendig, um Regenwasser aufzufangen und Wasser zu lagern. Im Wohnprojekt gab es weder Leitungswasser noch einen Brunnen. Der Mangel und Bedarf an Wasser bestimmten den Alltag in der Siedlung und wurden so zu einem zentralen Thema meines Forschungsprojektes.

Wasser

Ursprünglich sollte die Siedlung an die städtische Wasserversorgung angeschlossen werden. Dies konnte jedoch nicht rechtzeitig und am Ende aus finanziellen Gründen gar nicht realisiert werden. Deshalb entschied sich die NGO 2012 in der Siedlung zwei Brunnen bohren zu lassen. In der Zwischenzeit standen die Bewohner_innen vor der Herausforderung, die Wasserversorgung selbst zu organisieren und täglich um die 80 Liter Wasser zu ihren Häusern zu bringen. Hierfür organisierte die Kooperative eine kostenpflichtige Wasserlieferung per Tanklaster. Die meisten Bewohner_innen bevorzugten es jedoch, Wasser von einem Brunnen außerhalb der Siedlung zu holen, denn hier war das Wasser umsonst. Den gesamten Tag über sah ich Bewohner_innen mit verschiedensten Behältern zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Trisikat (Fahrrad mit Beiwagen) zwischen dem Brunnen und der Siedlung hin und her pendeln. Eine dritte Alternative an Wasser zu kommen, bot die am Haus installierte Dachrinne. Wann immer es regnete, sammelten die Bewohner_innen Regenwasser. Bei Regen herrschte in der Siedlung daher ein reges Treiben, egal ob bei Tag oder Nacht. Nicht selten wurde der Regenschauer auch als Gelegenheit zum Waschen genutzt. »So mach ich das auch«, erklärte mir meine Assistentin während eines Interviews. »Ich ertrage es nicht, die Behälter überlaufen zu sehen. Deshalb gehe ich auch nachts raus um zu waschen. Es wäre solch eine Verschwendung. Das ist meine Art zu sparen, deshalb essen wir auch getrockneten Fisch; und trotzdem sind wir noch immer nicht reich.«

In Erinnerung schwelgend, sitze ich noch immer beim Frühstück und blättere in der Zeitung. Ein Artikel thematisiert die zunehmenden Überschwemmungen in Cebu City bei heftigem Regen. Slums entlang von Kanälen werden dafür verantwortlich gemacht und die nächsten Räumungen angekündigt. Ich blättere eine Seite weiter. Auf einer Anzeigenseite entschuldigen sich vier Personen, mit Foto und vollständigem Namen in aller Öffentlichkeit dafür, illegal Strom bezogen zu haben und versprechen, dies nie wieder zu tun. Die Anzeige wurde vom lokalen Stromanbieter geschaltet. Ich muss direkt an meine Interviewpartner_innen denken. Fast jeder von ihnen hatte früher einen illegalen Stromanschluss. Im Wohnprojekt ist diese Art des Stromzugangs nicht mehr möglich. Jeder Haushalt ist dazu verpflichtet einen eigenen Stromzähler zu beantragen. Die Kosten für einen Stromanschluss lagen 2011 bei ca. 130 Euro. Der Mindestlohn in Cebu lag damals bei etwa 160 Euro. Nur wenige Bewohner des Wohnprojekts verdienen so viel Geld im Monat. Wer sich die einmaligen Kosten für den Stromanschluss nicht leisten kann, verzichtet auf Strom und damit in erster Linie auf die Vorteile von elektrischem Licht. »Es ist schwer ohne Strom zu leben, wenn du dich einmal an seinen »Komfort« gewöhnt hast«, erklärte mir Ate Jordan. Ohne Strom ist es nach Sonnenuntergang dunkel, stickig und still im Haus. Kein elektrisches Licht, kein Ventilator und auch kein Fernsehen. »Meist gehen wir gegen sieben Uhr schlafen, denn was sollen wir sonst machen. Zum Glück lassen unsere Nachbarn oft die Außenbeleuchtung an. So fällt immerhin etwas Licht ins Haus.«

Ich mache mich auf den Weg ins Saint-Arnold-Janssen-Village

Seit meiner Feldforschung sind fast drei Jahre vergangen. Im Wohnprojekt hat sich viel verändert. Mittlerweile sind fast alle 250 Häuser vergeben, damit leben knapp 1500 Menschen in der Siedlung. Beim Gang durch die Siedlung fallen mir als erstes die Wassertanks am Ende der beiden Hauptstraßen auf und wie grün es in der Siedlung geworden ist. Die Wassercontainer vor den Häusern sind verschwunden, bis auf einen unter dem Regenrohr. Niemand scheint mehr Wasser vom Brunnen zu holen. Stattdessen haben nun einige Haushalte einen Wasseranschluss; andere lassen sich weiterhin Wasser in Behälter abfüllen.

Bewohner_innen des Saint-Arnold-Janssen-Village (Foto: Melanie Hackenfort).
Bewohner_innen des Saint-Arnold-Janssen-Village (Foto: Melanie Hackenfort).

Auf den zweiten Blick entdecke ich, dass viele der Häuser Spuren von Verwitterung und Abnutzung aufzeigen. Das Klima und der tropische Regen haben die Holzwände stark in Mitleidenschaft gezogen. An den Häusern zeigen sich jetzt – deutlicher als noch vor drei Jahren – soziale Unterschiede zwischen den Bewohner_innen. Während sich manche Häuser so gut wie gar nicht verändert haben, sind andere mit einem Vordach und einer Veranda versehen. Diese sind teils einfach, teils stilvoll verziert. So auch das Haus einer befreundeten Familie. Zur Zeit meiner Feldforschung hatten sie nur wenige Möbel. Die meisten waren selbst gemacht; es gab keine zweite Etage, anfangs keinen Strom und die Wände und der Boden waren noch im Rohzustand. Jetzt sind der Boden, das Badezimmer und die Küchenzeile gefliest und die Wände gestrichen. Die Fenster sind vergittert und es gibt eine zweite Etage mit zwei Schlafzimmern. Der selbstgebaute Küchentisch und die Plastikhocker wurden durch Küchenstühle und einen Küchentisch ersetzt. Und im Wohnzimmer stehen nun ein Sofa und zwei Polstersessel statt der Pritsche. Sie haben jetzt auch einen Kühlschrank, eine Waschmaschine und ein Notebook. Das Notebook nutzen sie fast ausschließlich für Facebook und zum Skypen mit Sohn und Tochter. Den neuen materiellen Reichtum haben sie ihnen zu verdanken, denn seit 2011 gehören sie zu den sogenannten »Helden des Landes«. Sie arbeiten im Ausland. Der Sohn ist seit eineinhalb Jahren in Saudi Arabien und kommt voraussichtlich im September 2015 zurück. Und die Tochter arbeitet schon zum dritten Mal auf einem deutschen Kreuzfahrtschiff. Weihnachten verbringt sie in diesem Jahr mit deutschen Urlauber_innen irgendwo in der Karibik.

Aussicht auf eine Zukunft

Das ist, was die Bewohner_innen des Wohnprojektes mit ihrem neuen Haus aus Beton und dem Erwerb des Grundstücks verbinden. Eine Zukunft nicht für sich selbst, sondern für ihre Kinder. Im Slum und auf der Müllkippe gibt es keine Zukunft. Hier lebt man von einem auf den anderen Tag, immer in der Ungewissheit was der nächste Tag bringen mag, einen Räumtrupp, ein Feuer, oder Krankheit. Das Wohnprojekt bietet ihnen erstmals eine sichere und stabile Grundlage, um den sozialen Aufstieg zu wagen und ein wenig »Komfort«, um den Alltag zu erleichtern.