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Und da verfliegt die Zeit mal wieder wie im Fluge…

…bei so vielen Erlebnissen!

Vor einigen Wochen durfte ich meine Gastfamilie mit nach Marikina begleiten, einer der 30 Städte von Manila. Grund dafür war die Taufe der Enkelin meiner Gasteltern. Gereist wurde natürlich mit dem Bus, DAS Transportmittel hier für große Entfernungen.
Die Taufzeremonie war etwas kürzer als ich es erwartet hatte, da bei ca. 30 Täuflingen nicht noch Zeit für einen richtigen Gottesdienst war. Somit bestand die Taufe nur aus der Verpflichtung der Eltern und Paten, ihr Kind christlich zu erziehen, der Salbung und der Taufe. Ich fand es aber trotzdem spannend diese „Massen-Taufe“ mitzuerleben. Wenn man sich überlegt, dass die Philippinen die höchste Geburtenrate Asiens haben (3,08 Kinder/Frau) und ca. 80% der Bevölkerung katholisch ist, ist es doch sehr logisch, dass es gar nicht genügend Pfarrer und Zeit für jedes Kind mit individueller Taufe gibt… Nach der Taufe ging es dann in ein Restaurant, wo die ganze Familie, Taufpaten und Freunde zusammenkamen.
Manila an sich hat mich durch seine Größe doch sehr beeindruckt. Ganz überrascht hat mich auch, dass ich so viel Fahrradfahrer gesehen habe, natürlich ohne Helm, die sich auch noch in dem ganzen Verkehr getummelt haben.

Ende Oktober kamen dann alle drei weiteren „Kinder“ mit ihren Familie hier nach Bacabac. Das hieß, dass weitere 7 Erwachsene und 6 Kinder hier geschlafen haben. Mir war das dann schon etwas unangenehm, dass ich alleine mein Zimmer hatte, während sich eine fünfköpfige Familie ein Zimmer geteilt hat. Aber ich hatte keine Chance daran etwas zu ändern. Der älteste Sohn und die ältere Tochter haben beide zwei Helpers, d.h. Frauen, die den Haushalt machen und sich um die Kinder kümmern. Durch Gespräche mit den zwei jungen Frauen, habe ich erfahren, dass sie diesen Job machen, um ihr Studium zu finanzieren. Dadurch, dass sie keine Kosten für Verpflegung und Wohnung haben, können sie ihr monatliches Gehalt sparen. Leider haben aber viele der älteren Helpers nie die Möglichkeit gehabt Bildung zu erlangen. Ich werde auch ganz oft gefragt, ob wir in Deutschland auch so viele Helper haben. Wenn ich das verneine oder sage, eher für ältere Menschen, sind manche doch erstaunt. Mir wird hier aber auch immer wieder bewusst, dass wir sehr viele Hilfsmittel (Waschmaschine, Spülmaschine, usw.) haben, die unseren Lebensalltag auf der einen Seite vereinfachen, aber auch beschleunigen, was nicht immer positiv sein muss.

Zurück zu meinem Erlebten: Meine Gastmutter hat den Besuch dafür genutzt, ihren Geburtstag im Beisein ihrer ganzen Familie nachzufeiern. Ich habe einen Kartoffelsalat beigesteuert, welcher auch sehr gut ankam. Jedenfalls haben sie behauptet er wäre „MASARAP“ (Tagalog; lecker). Die Frage ist natürlich auch immer was alles aus Höflichkeit gesagt wird 😛

Der eigentliche Grund für den Besuch der anderen Familienmitglieder, war aber Allerheiligen. Hier wird das sehr groß gefeiert, weshalb viele zu ihrem Elternhaus zurückfahren. Dabei gehen fast alle am 1. November auf den Friedhof und zünden Kerzen an den Gräbern der verstorbenen Familienmitglieder an, schmücken sie mit Blumen und beten für sie. Ihr könnt euch also vorstellen wie voll der Friedhof am 1.11. ist! Wir haben den Besuch des Friedhofes jedoch auf den Freitag vorgezogen, denn am Nachmittag ging es dann noch zusammen in ein Hotel mit Schwimmbad, wo ich natürlich auch mitgenommen wurde. Bei mir ging es dann am 1.11. doch zum Friedhof, wo ich zusammen mit den Scholars Kerzen verkauft, beziehungsweise es versucht, habe. Ich hatte das Gefühl, dass die meisten dachten ich würde mir einen Scherz erlauben. Wie kann eine Weiße denn ernsthaft Kerzen verkaufen wollen? Trotzdem hatte ich sehr viel Spaß dabei und letzten Endes hat sich dann eine Freundin von meiner Gastmutter erbarmt und drei Kerzen von mir gekauft 🙂

Letztes Wochenende durfte ich an unserem Gemeinde-Jugendcamp teilnehmen, was auch ein großer Spaß war. Geschlafen haben wir in einem selbstgebauten Zelt aus Bambus und zwei Planen, gekocht wurde auf Feuer und geduscht in „Gastfamilien“ oder in der nahe liegenden öffentlichen „Turnhalle“. Hat mich doch etwas an unsere Pfadfinderlager erinnert 🙂 Neben Gottesdiensten und Reden gab es auch Workshops (ich wurde in iDance gepackt), Spiele wie Calamansi-Run (sowas wie Eierlauf) und ein Taize-Gebet (da freue ich mich immer, wenn ich ein paar Lieder auf Deutsch mitsingen kann). Das Camp wurde zu Ehren von „Christ the King“ abgehalten, der Höhepunkt war der Abschlussgottesdienst mit vorheriger Prozession durch den gastgebenden Barangay.

Hier verfliegt die Zeit wie im Fluge, im Fernsehen läuft ja schon länger der Countdown, wieviel Tage es noch bis Weihnachten sind: Letzens waren es doch noch 76, heute sind es schon nur noch 41 Tage…

Kurzes Updatenoch zu meiner Arbeit: Durch die vielen Besucher komme ich meistens gar nicht dazu Vorschulunterricht zu geben, weshalb ich jetzt versuche mich mehr auf die Behinderten zu konzentrieren. Mit der Physiotherapeutin verstehe ich mich sehr gut. Sie hat mir ein paar Sachen gezeigt, die ich auch mit den Kindern machen kann, denn ohne kontinuierliche Übung, kann sich natürlich auch nichts verbessern. Ich merke, dass ich immer besser mit den Kindern kommunizieren kann, auch wenn es natürlich weiterhin sehr beschränkt ist. Trotzdem gibt es mir ein gutes Gefühl.

Außerdem übe ich mich gerade im Reisessen mit den bloßen Händen, was ich sehr genieße. Da kommt wohl das Kind in mir wieder hoch. Natürlich werde ich dabei genauestens beobachtet, aber ich werde immer besser 😉 Auch die philippinische Spezialität Balot (gekochtes Enten-Ei, mit kleinem Embryo) habe ich gestern ausprobiert. Natürlich zum Vergnügen meiner philippinischen Freunde. War gar nicht so schlimm wie ich gedacht habe. Nur sich vorstellen, was man gerade isst, sollte man wohl besser nicht.

Das war es jetzt von mir erstmal!

 

Ganz lieben Gruß,

Caro