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Neuanfang in Alaminos

So fühlt es sich an, wenn man nach ungefähr einem Monat die Gastfamilie wechselt. Aufgrund fast keiner Kommunikation und keiner Akzeptanz in der Gastfamilie habe ich beschlossen die Gastfamilie zu wechseln. Meine Gastfamilie hat fast gar nicht mit mir gesprochen und ich wurde auch teilweise ignoriert. Somit denke ich, habe ich die richtige Entscheidung getroffen. Nun bin ich in der Gastfamilie von Sina in Alaminos gelandet. Meine Gasteltern haben keine Kinder, weshalb sie einen Jungen und ein Mädchen bei ihrem Studium unterstützen. Für sie sind es quasi Kinder, die mit ihnen im Haus leben und zur Familie gehören. Sie versuchen mir auch Tagalog beizubringen. Außerdem lebt noch die Schwester von meinem Gastvater mit ihm Haus. Momentan haben sie fünf Katzen und neun Hunde. Manchmal kann es ziemlich laut werden auch in der Nacht. Ansonsten fühle ich mich bei ihnen echt super wohl.

Nach dem Trip nach Vigan hatte ich für zwei Wochen keine Sped- Class. Weswegen ich im Gemeindebüro gearbeitet hab, um dort Bücher mit Taufen etc. zu vervollständigen. Diese Arbeit war jetzt nicht das Interessanteste, aber man hat immer das Neuste mitbekommen von den Leuten drum herum.

Am Dienstag vor zwei Wochen wurde ich von den Priestern aus Alaminos und anderen Gemeinden eingeladen, sie zu einem Basketballspiel in Aguilar zu begleiten. Ich war die einzige weibliche Person in der Truppe und wir haben uns in ein Auto mit 12 Personen gequetscht. Auf dem Hinweg mussten wir öfters anhalten, weil Fr. Bock aus Mabini unbedingt was zu essen brauchte. Dann sind wir in eine Barangay von Augilar gefahren, wo wir dann mit einem Boot den Fluss überqueren mussten. Danach ging es weiter auf so einem Ding zwischen Walze und Auto. Keine Ahnung, was das für ein Ding war. Naja nach ungefähr anderthalb Stunden kamen wir dann beim Basketballfeld. In dieser Barangay war glaub ich noch nie zuvor ein Ausländer, weswegen mich alle Bewohner mit riesigen Augen angestarrt haben. Dabei hab ich mich nicht wirklich in meiner Haut wohl gefühlt. Auch wollten sie mich später alle anfassen, was ich strikt abgelehnt hab. Nach dem sich alle Priester umgezogen hatten, ging es los mit dem Spiel. Die Priester spielten gegen das Team von der Barangay. Allerdings zogen sich die Wolken zusammen und es wurde sehr dunkel. Nach ungefähr 15 Minuten Spielzeit musste das Spiel, wegen starkem Regen unterbrochen werden. Es war schon sehr spät, weswegen nicht mehr weiter gespielt wurde. Abendessen gab es dann in einem Minihaus. Auf dem Rückweg ging es dann wieder zurück über den Fluss im Dunklem. Während der Rückfahrt im Auto ist ein Priester eingeschlafen und hat angefangen zu Schnürchen und Fr. Bock hatte wieder Hunger. Msgr. Rey (Administrator der Diözese) spendierte dann allen ein Eis.

Am Mittwoch nahm ich einem Treffen teil, in dem es um Iplant geht. Das Ziel von diesem Projekt ist, in etwa fünf Jahren in der Alaminos und in ganz Pangasinan etwa 500.000 Bäume zu pflanzen. In dem Treffen ging es darum, ein Konzept zu entwickeln, wie man dieses Ziel in der Zukunft erreichen kann. Ziel ist es auch so viele Leute wie möglich mit zu involvierten. Unterstützt werden Msgr. Rey und Co von Simon und Imelda, den Schweizern, die in Magatarem die Reforststation leiten. Es war anstrengend, doch auch sehr interessant.

Am Donnerstag und Freitag sowie letzten Freitag habe ich im Home of the Elderly von den Little Sister of the Poor gearbeitet. Für den Weg dorthin brauch ich fast eine Stunde und die Busverbindung sind nicht gerade optimal. Beim ersten Mal hab ich fast anderthalb Stunden gewartet. In der Barangay angekommen, musste ich den Berg zum Altenheim hoch wandern. Danach war ich ziemlich verschwitzt. Das Personal und die Schwestern sind echt super lieb, auch die alten Leute. Nur können einige nicht Englisch sprechen. Das Altenheim ist der sehr gut ausgestattet und könnte genauso gut in Deutschland stehen. Das Personal bzw. die Schwestern sind nicht allzu viele. Deswegen versuche ich so gut es geht bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Am nächsten Tag kam dann die Polizei zu Besuch und hat die alten Leute gut unterhalten. Am Ende wurden Medikamente sowie andere Dinge gespendet und für jeden gab es eine Tasse. Die Leute von der Polizei haben mit mir gefühlte tausend Fotos gemacht und sie wollten mir auch eine Freundschaftsanfrage in Facebook senden, was ich zum Glück vermeiden konnte, weil ich mittlerweile sehr viele Freundschaftsanfrage von Filipinos habe.

Am Montag war ich in der Sped Class, doch es waren nicht so viele Kinder da. Madam Pinky erklärte mir, das diese Woche die Sped Class nicht stattfinden könnte, weil momentan Semesterbreak ist. So hab ich von Dienstag bis Donnerstag im Gemeindebüro gearbeitet.

Am Samstag ging es für mich und meine Gastfamilie auf den Friedhof, weil am ersten November der All Saints Day gefeiert wird. Es werden Kerzen aufgestellt und Blumen auf das Grab drauf gelegt, manchmal auch was zu Essen. Anschließend wird dann gebetet. Für mich war es sehr ungewöhnlich so viele Menschen auf einem Friedhof zu sehen. Vor allem bestehen die Gräber nur aus Beton. Die Reichen können es sich auch leisten extra ein kleines Haus zu bauen. Auf dem Rückweg wurden dann noch frische Wassermelonen gekauft.

Sonntags mussten Caro und ich sehr früh aufstehen, um am Fun Run in Alaminos teilzunehmen. Dafür habe wir auch extra ein T-Shirt geschenkt bekommen. Um kurz vor sechs ging es dann los. Es gab drei Kategorien in denen man starten konnte: einmal 5 Kilometer, 10 Kilometer oder Mini Duathlon (Fahrrad fahren+Laufen). Carol und ich sind die 10 Kilometer gelaufen. Für Caro war es nicht allzu anstrengend, weil sie jeden Tag Joggen geht. Doch für mich war es schon eine Herausforderung, weil meine Kondition aus Deutschland verloren gegangen ist. Jedoch hab ich die 10 Kilometer in mehr als einer Stunde geschafft. Meine Beine und mein Rücken tun immer noch weh und ich hab mir jetzt vorgenommen dreimal die Woche Zumba hier in Alaminos zu machen. Nach dem Run wurden wir dann zu Jolibee, einer Fastfoodkette zum Frühstück eingeladen. Für den Rest des Tages war ich dann voll fertig.

Am Montag ging es wir gewohnt zur Arbeit nach Bani zu der Sped Class. Dort hab ich das Malen nach Zahlen ausprobiert. Die Kinder mussten mit einem Stift die Zahlen eins bis zehn verbinden und anschließend kam dann ein Tier zum Vorschein. Die Vorlagen habe ich aus dem Internet abgepaust. Für die taubstummen Kinder war es nicht allzu schwierig, doch die Kinder mit anderen Behinderungen brauchten meine Unterstützung. Doch insgesamt hatten alle Spaß damit und waren glücklich als sie die Tiere am Ende ausmalen konnten.

Ich habe heute den ganzen Tag mit Magenproblemen zu Hause verbracht. Mein Magen hat sich wohl noch nicht hundertprozentig an das philippinische Essen gewöhnt.

Viele liebe Grüße

Eure

Friederike

 

im Boot über den Fluss
im Boot über den Fluss

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auf dem komischen Ding
auf dem komischen Ding
Die Priester beim Basketball spielen
Die Priester beim Basketball spielen
im dunklen über den Fluss
im dunklen über den Fluss
Die Polizei zu besuch
Die Polizei zu besuch

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überall in Alaminos Weihnachtsdekoration
überall in Alaminos Weihnachtsdekoration
auf dem vollen Friedhof
auf dem vollen Friedhof
wunderschöne Blumen
wunderschöne Blumen

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Vor dem Fun Run früh morgens
Vor dem Fun Run früh morgens

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Nach dem Run bei Jolibee
Nach dem Run bei Jolibee
Malen nach Zahlen (1)
Malen nach Zahlen (1)
Malen nach Zahlen (2)
Malen nach Zahlen (2)
Alle sehr konzentriert bei der Sache
Alle sehr konzentriert bei der Sache

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Und fertig
Und fertig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Kommentar

  1. Claas Claas 4. November 2014

    Hi Friederike,
    das mit der Gastfamilie tut mir sehr Leid. Während meine Zeit auf den Philippinen hatte ich auch einige Probleme mit dem Einleben in der Gastfamilie. Ich freue mich aber, dass du wechseln konntest und dich jetzt wohl fühlst!
    Außerdem finde ich es klasse, dass du in der SPED-Class arbeitest. Mme Pinky hat mir schon geschrieben, dass sie sich über die neue Hilfe wahnsinnig freut :-).
    Viel Spaß euch weiterhin,
    Claas