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Mainit dito sa Pilipinas

Wie man an dem Titel meines Beitrages schon sehen kann, hat jetzt endlich unser Tagalog Unterricht angefangen. Übersetzt heißt es: Es ist heiß hier auf den Philippinen. Es ist ungewohnt, wieder die Schulbank zu drücken. Es ist anstrengend, weil es ein Gewusel von drei Sprachen in meinem Kopf ist, aber auch sehr spannend, lustig und informativ, wenn wir mal wieder vom Sprachunterricht abkommen und uns über Philippinische Geschichte, Traditionen und Verhaltensweisen unterhalten. Doch es fällt mir bis jetzt noch schwer die Wörter zu behalten, denn es gibt nur wenige Gemeinsamkeiten zu Spanisch, sonst ist es ein komplett anderes Sprachbild. Wir haben aber wenigstens das Glück, dass man Tagalog so liest, wie es auch geschrieben ist.

Bevor ich mich hier aber weiter nur über diese schöne, neue Sprache auslasse, möchte ich doch noch kurz über unsere letzten Tage hier berichten:

Am Samstag durften wir die Mitarbeiter des Social Action Center in die Gemeinde von Infanta begleiten. Dabei wurde den Zuständigen vor Ort noch einmal verdeutlicht, wie wichtig ihre Arbeit ist. Für uns beide war das ein anstrengender Morgen, da der Wechsel von Englisch in Tagalog sogar manchmal im Satz stattfand und wir uns sehr viel zusammenreimen mussten. Doch sie haben sich viel Mühe gegeben, uns mit einzubeziehen, nicht nur in der Sprache, sondern auch in anstehende Projekte wurden wir direkt mit eingeplant. Abends wurden wir von den Jugendlichen in Alaminoszu ihrem wöchentlichen Taize-Gebet eingeladen. Mich persönlich hat das sehr berührt.

Am Sonntag waren wir dann zum ersten Mal in einer Sonntagsmesse, in der dritten und letzten am Morgen, von den insgesamt fünf Messen am Tag. Der Gottesdienst läuft ziemlich ähnlich ab wie in Deutschland, ich habe einiges wiedererkannt. Doch der große Unterschied ist, dass die Kathedrale überfüllt ist mit Menschen. Abends war dann unser großes Welcome Dinner. Wir wurden für eine Schülerzeitung interviewt und dabei behandelt, als wären wir Promis. Alle Partnergemeinden haben sich uns vorgestellt, es wurde viel geredet und gelacht. Außerdem haben wir Diana, eine Deutsche, die hier zwei Monate verbringt, kennengelernt. Mit ihr konnten wir viele Erfahrungen austauschen, was mir gut getan hat. Abends bin ich richtig euphorisch ins Bett gegangen, weil ich mich so auf meine Zeit hier, mit diesen wundervollen Menschen, gefreut habe.

Der Montag war sehr voll gepackt. Morgens, um 6:30 haben wir mit einem der Studenten hier Tennis gespielt. Ich war selbst überrascht, dass ich für den Sport so früh freiwillig aufstehe, aber zu anderer Zeit ist es wegen der Hitze einfach nicht möglich. Dann stand der Besuch eines Klosters an, wo das Fest der Schutzpatronin gefeiert wurde. Viele Grundschüler hatten bunte Uniformen an und haben vor der Kirche mit ihren Instrumenten Musik gemacht, Aandere haben dazu getanzt. Es erinnert an die Spielmannszüge unsere Faschingsumzüge. Nachmittags stand dann unsere erste Tagalog Stunde an. Ich war ein bisschen überrumpelt, dass wir am Anfang so viele Fragen gestellt bekommen haben, welche zur Orientierung dienten. Als wir dann abends gefragt wurden, was habt ihr denn alles gelernt, konnten wir mit noch nicht so viel dienen.

Gestern durften wir dann Noli zum Reisfeld begleiten und dort Unkraut zupfen. Dabei ging es ihm nur darum, dass wir unseren Respekt für die Farmer zeigen und beendete unsere Zeit dort schon nach 1,5 Stunden. Im Nachhinein war das vielleicht auch ganz gut so, denn mir tut nur von dieser kurzen Zeit schon alles weh. Das Beste war dann aber unsere Belohnung: Eine frische Golden Coconut, die wir erst genüsslich ausgeschlürft und anschließend das Fleisch ausgelöffelt haben. Gestern haben wir auch zum ersten Mal gewaschen, nachdem wir erst verzweifelt vor all den Waschmitteln im Supermarkt gestanden haben. Es hat ganz gut geklappt, auch wenn wir eine Stunde dafür gebraucht haben.

Heute haben wir unser erstes mögliches Projekt besucht, das Altenheim für arme ältere Menschen, die von ihrer Familie zurückgelassen oder verstoßen wurden. Es ist sehr gepflegt und erinnert mich an unsere Altenheime. Wir werden sehen, ob einer von uns beiden dort arbeiten wird. Father Windell hat uns dann noch zu einem wunderschönen Strand in Bolinao gebracht, leider hatten wir keine Schwimmsachen dabei. Im Anschluss haben wir dort mit den Priestern gegessen. Ganz besonders lecker waren die Muscheln, die ich sonst immer am Strand sammel, weil sie so schön sind. Außerdem hat Father Windell mitbekommen, dass wir Kokosnuss mögen, welche dann auch prompt neben uns auf dem Tisch stand.

So das war jetzt ziemlich viel. Ich habe versucht mich kurz zu halten, aber wir erleben hier einfach so viel

Ich möchte auch nochmal darauf hinweisen, dass meine Berichte subjektive Wahrnehmungen sind, welche nicht auf jeden Philippino/Philippina übertragen werden kann.

Vielen Dank fürs Lesen!

Caro

 

2 Kommentare

  1. Tina Larkins Tina Larkins 16. August 2014

    Toll Caro! Werde ich auf jeden Fall verfolgen! Pass gut auf Dich auf! Lg, Tina

  2. Ines Sanchez Ines Sanchez 18. August 2014

    Hi,

    hört sich richtig interessant an. Macht sehr viel Spaß, die Berichte zu lesen und sich die Bilder anzuschauen.

    Bleib gesund 🙂

    Liebe Grüße
    Inés ( Mama von Cristina und Carmen )