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Wunderbare Messen, Singapur und die Gipsmasken… Das Ende ist nahe!

Gerade herrscht hier in Pangasinan „Signal 1“ in den nächsten Stunden könnte also ein Typhon über Pangasinan oder die Nachbarregion Zambales herziehen. Aus diesem Grund haben meine Vorschüler heute keine Schule und ich habe Zeit einen längst überfälligen Artikel zu schreiben.

Anfang Juli habe ich einen Kurztrip nach Singapur gemacht, um meine Verwandten dort zu besuchen und mir den Stadtstaat etwas anzusehen. Einen Tag zuvor war ich bei den OC´s in Burgos, da dort die neue Radiostation eingeweiht wurde. Die FM-Station, die zuvor noch in Alaminos stationiert war, ist nun nach Burgos auf das Geländer der OC´s gewechselt. Nach einem Mittagessen mit vielen Gästen wollte ich eigentlich meinen Heimweg antreten, um am nächsten Tag zum Flughafen aufzubrechen. Doch Father Aaron hat mich kurzer Hand eingeladen mit ihm nach Urdaneta zu fahren. Das ist eine Stadt im Osten von Pangasinan, in der er auch eine Gemeinde betreut und zudem die OC-Gemeinschaft ein großes Anwesen besitzen, das sie für Exerzitien nutzten. Zum Glück habe ich die Lebenskunst der Philippin@s schon etwas adaptiert und so bin ich ganz spontan nach Urdaneta aufgebrochen, um am nächsten Tag von dort zum Flughafen zu fahren. Es war, wenn auch nur ein kurzer, ein wunderschöner Besuch in Urdaneta. Ich habe drei kleine Messen erlebt, die alle in sehr einfacher Umgebung stattgefunden haben. Einmal wurde in einem Vorgarten über einer Wäscheleine ein weißes Bettlaken aufgehängt, als Hintergrund. Davor wurde ein Tisch aufgestellt, der mit einer weißen Tischdecke und einem einfachen Kreuz gedeckt und als Altar verwendet wurde. Es waren viele Menschen anwesend und die Stimmung war trotz oder auch gerade wegen der Einfachheit sehr feierlich! Ich konnte Gott in diesem Moment direkt mitten unter uns spüren, was mir in anderen Gottesdiensten oft fern liegt. In diesem Moment war ich sehr glücklich und einmal mehr dankbar für dieses Jahr mit all seinen Erfahrungen.

Der Kurztrip nach Singapur war für mich ein kleiner „westliche Welt-Reichtum“-Schock. Doch in diesem Sinne vielleicht auch eine gute Vorbereitung auf Deutschland. Autos kamen mir plötzlich sehr schnell vor und beim Anblick auf den Tacho musste ich mich über mich lächeln, die Geschwindigkeit betrug 80km/h. Die Ansprüche der Menschen schienen mir sehr hoch und ich war überwältigt von der Vielfalt an Essen. Ich habe nach langer, langer Zeit meinem Hunger nach Wurstbrot, Joghurt und Käse nachkommen können und mich an sehr, sehr leckerem indischen Essen gesättigt. Außerdem ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, was ein Luxus es ist, eine Waschmaschine zu haben!! Gerade in Singapur, wo so viele verschiedene Kulturen, Lebensweisen und Religionen aufeinander treffen, war es für mich sehr spannend, das Zusammenleben der Menschen zu beobachten. Ein komisches und auch teils befreiendes Gefühl war es, nicht länger als Fremde und etwas Besonderes mit meiner weißen Hautfarbe und meinem westlichen Aussehen betrachtet zu werden, sondern wieder mit der Menschenmasse verschmelzen zu können. Ein lustiges Erlebnis war es, zu bemerken, dass es mir sehr schwer fällt, reines Englisch zusprechen und mein Gehirn beim Anblick eines asiatischen Gesichts direkt auf Tagalog umschaltet. So habe ich dem (vermutlich indischen) Bademeister mit „Opo“ (Ja) geantwortet, worauf er mich sehr irritiert anschaute und die Frage nochmal stellte. Das irritierte dann wiederum mich, weil ich ja bereits geantwortet hatte, bis mir auffiel, dass ich mich in der Sprache vergriffen hatte. Solche Fälle kamen in den 4 Tagen noch das ein oder andere Mal vor 😉

Wieder zurück in den Philippinen wurde mir einmal mehr bewusst, wie vertraut mir das Leben, die philippinische Reaktionsweise, die Transportmittel, einfach alles geworden ist. Umso schwerer fällt es mir jetzt zu realisieren, dass es nur noch knapp zwei Wochen!! sind, bis ich all das auf unbestimmte Zeit hinter mir lasse. Die letzten Tage in meiner SPED-class habe ich sehr genossen! Ich habe eine tolle Idee von einer befreundeten Freiwilligen, die dieses Jahr in Indien gelebt hat, übernommen und mit den Kinder Gipsmasken gemacht, die wir jetzt noch am bemalen sind. Davon hier noch ein paar Fotos.
Nur noch bis Donnerstag werde ich in meiner SPED-class sein. An diesem Tag steht mir auch noch der Abschied von meiner OC-Familie bevor. Nachdem ich mich am Sonntag dann endgültig von meiner Gastfamilie und der Gemeinde hier in Mabini verabschieden werde, ziehe ich am Montag für die letzten Tage wieder in die Radiostation nach Alaminos.

Wahrscheinlich werde ich in den nächsten Tagen keine Zeit für einen weiteren Blogeintrag finden, doch ich versuche in Deutschland noch ein letztes Mal von mir hören zu lassen.

Ein letztes Mal grüße ich euch ganz herzlich von den Philippinen,
Magdalena

Ein Kommentar

  1. Claas Claas 16. Juli 2014

    Maganda talaga, Ate!