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Ereignisse im Juni

Liebe Leserinnen und Leser,

jetzt haben wir doch schon tatsächlich Ende Juni. Fast 10 Monate bin ich schon auf den Philippinen und es ist hart für mich zu realisieren, dass es wirklich nur noch 1 Monat ist, den ich hier in meiner liebgewonnen Welt verbringen darf, bevor ich die Reise nach Deutschland antreten werde.
Die letzten Wochen waren von vielen schönen Ereignissen geprägt, die aber auch leider schon zwei Mal mit dem Abschied nehmen einher gingen.

So habe ich mein wahrscheinlich letztes Wochenende in Pogoruac verbracht. Habe ein letztes Mal den Gottesdienst mit Fr. Paul OC in der schönen offenen Kirche gefeiert und das Singen und Zusammensitzen mit der aktiven Jugend genossen, von denen mir einige zu guten Freunden und Freundinnen geworden sind. Wir haben zusammen mit den Ates und Kuyas Pansit gekocht, ein beliebtes Nudelgericht gemixt mit Bohnen, Möhren, Fischbällchen, Fleisch, das gerne für Meriendas verwendet wird. Dann sind wir zusammen in das Gefängnis von Burgos gefahren, wo Fr. Paul die Messe gehalten hat und wir anschließend das Pansit an die Häftlinge verteilt haben.

Ein letztes Mal war ich leider auch schon in Mangatarem beim Aufforstung-Programm. Dort haben wir die neu herangezogenen Setzlinge in der neuen Baumschule von Unkraut befreit und nach Größe sortiert wieder neu aufgestellt. Anschließend haben wir wenigstens ein Teil des Schweißes bei einem angenehmen Bad im Fluss abwaschen können. Auf der Heimfahrt durfte ich dann ein letztes Mal zusammen mit den Kindern von Simon und Imelda oben auf dem Dach des Jeeps genießen.

Letzte Woche war ich drei Tage in Burgos bei den OC´s, da dort ein großes Treffen von ehrenamtlichen Mitarbeitern der verschiedenen Gemeinden stattgefunden hat. Ich habe selbst nicht teilgenommen, sondern mich versucht bei der Anmeldung, Zimmerverteilung und später in der Küche beim Vorbereiten des vielen Essens nützlich zu machen. Außerdem wurde ich von Br. Daryl eingeladen an seiner Radio-Morgensendung teilzunehmen. Zum Glück war es nicht live, sodass wir es anhören und wenn nötig, erneut aufnehmen konnten. Ich war ganz schön aufgeregt, doch es lief alles super und ich konnte es mir am Freitagmorgen dann auch direkt live anhören. Br. Daryl macht jeden morgen eine Stunde eine „Morgeninspiration“. Er liest ein Gebet, spielt die wunderbaren religiösen Lieder und versucht die Menschen für einen neuen Tag zu stärken und ihnen die Möglichkeiten, die mit dem Beginn eines neuen Tages einhergehen, aufzuzeigen; sowie sie an die Begleitung Gottes auf all ihren Wegen zu erinnern. Er bat mich, mit den Zuhörern zu teilen, welche Erfahrungen ich im Hinblick darauf gemacht habe, dass ich jeden Morgen einen neuen Tag gestartet habe, so weit weg von meiner Familie und in einer fremden Kultur.
Die drei Tage waren eine sehr schöne Gelegenheit nochmal eine intensive Zeit mit den Brüdern und den Menschen rund um OC zu verbringen. Besonders habe ich wieder die Gebete und Gottesdienste im Lumen, einer besonderen Anbetungskapelle der OC´s, genossen! Besonders erfreulich war es zwei Taizé-Lieder mit ihnen während dem Gebet zu singen. Es war wirklich göttlich „Magnificat“ mit den Brüdern und Fr. Aaron, deren Stimmen so satt und besonders sind, im Lumen mit der tollen Akustik mehrstimmig zu singen. Zum Glück war das jetzt noch nicht das letzte Treffen mit meiner OC-Familie.

Heute war ich zusammen mit Noli und Kuya Jay in Makatiw, wo die Diözese Alaminos Land besitzt. Dort habe wir Reissamen ausgesät. Jetzt zu Beginn der Regenzeit werden einzelne Reisfelder dazu genutzt, viele kleine Reispflanzen heranzuziehen, die dann nach 20 Tagen auf die anderen Reisfelder umpflanzt werden. Der größte Feind der Bauern, die organische Landwirtschaft betreiben, sind beim Reisanbau die Schnecken. Diese werden eben nicht mit chemischen Mitteln bekämpft, sondern müssen von Hand aufgesammelt und deren Eier zerstört werden. Zu Beginn haben wir also erst einmal Schnecken eingesammelt. Anschließend hat Kuya Jay das Feld umgepflügt und mit einem Spaten drei Furchen hinein geschaufelt. Diese dienen dazu, dass das Feld auch in der Mitte mit genügend Wasser versorgt wird, bzw. kann das Wasser durch die Furchen ablaufen. Anschließend haben wir auf dem Feld die Samen ausgesät. Das Vorbereiten der Samen funktioniert wie folgt: Die Reiskörner werden nach der letzten Ernte getrocknet. Vor der Aussaht werden sie 24h in Wasser eingelagert, danach für ca. 36h an einem Ort gelagert, wo sie mit Reissäcken,- spänen zugedeckt werden, sodass sie unter Hitzeentfaltung keimen und trocknen. Die schon gekeimten Samen werden dann auf die Felder gesät und schon nach 3 Tagen sind die Setzlinge zu bewundern.
Nach der Aussaht haben wir uns noch die anderen Reisfelder angeschaut. Da eine Familie schon mit dem Pflanzen der Setzlinge beschäftig war, durfte ich auch schon die Erfahrung des Reispflanzens machen. Jedoch hoffe ich, dass ich Anfang Juli nochmal Hand anlegen darf, um die Ergebnis-Setzlinge, der heute ausgesäten Samen, dann auf die anderen Reisfeldern umzupflanzen. Hoffentlich regnet es dann auch mal und ich unterschätze nicht wie heute die Sonne der Regenzeit und hole mir seit langem mal wieder einen Sonnenbrand.

Die Ereignisse meiner letzten Wochen hier nochmal in Bildern festgehalten.

Liebste Grüße aus Mabini,
Magdalena

PS: Von der WM bekomme ich hier leider!! nichts mit, außer wenn ich die Ergebnisse google. Denn die Philippinen sind nicht sehr Fußball begeistert, sondern haben ihre Leidenschaft im Basketball. Außerdem finden die Spiele bei mir durch die Zeitverschiebung meistens mitten in der Nacht statt :/