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Erlebtes bisher bei PREDA

Schon seit knappen zwei Wochen lebe ich nun bei PREDA in Olongapo und kann mal wieder nicht fassen, was ich in dieser kurzen Zeit schon alles erlebt habe und wie schnell ich mich mittlerweile in vollkommen fremder Umgebung wohlfühle.
PREDA hat ein Hauptgebäude in Olongapo auf einem Hügle, der eine herrliche Sicht direkt auf die Meeresbucht ermöglicht. Dort ist zurzeit noch das Heim für Mädchen untergebracht, das aber in naher Zukunft in ein neues Gebäude außerhalb von Olongapo umzieht. Außerdem befinden sich im Hautgebäude alle Büros der unterschiedlichen Arbeitsbereiche von PREDA, sowie die Schlaf- und Essensbereiche für einen Teil der Mitarbeiter, Fr. Shay (Gründer von PREDA) und alle Freiwilligen. Ich habe im Moment den Luxus, dass die Anzahl der Freiwilligen so gering ist, dass ich ein Zimmer mit zwei Betten, einem Schreibtisch und einem wunderbaren Blick aufs Meer für mich allein habe. Insgesamt leben der Zeit bei PREDA vier Langzeit-Freiwillige (für ein Jahr) aus Deutschland, die ich auch schon auf meinem Zwischenseminar in Davao kennengelernt habe, sowie 5 weiter deutsche und eine amerikanische Freiwillige (für kürzere Zeiträume).
Es ist ein ganz neues und mir am Anfang sehr fremdes, „unphilippinisches“ Leben mit so vielen Freiwilligen. Dabei wurde mir erst bewusst, wie philippinisch, frei und auf mich allein gestellt ich in den letzten Monaten gelebt habe. Auch wenn ich meine lieben philippinischen Freunde/Familie und das damit verbundene Leben oft vermisse, erfreue ich mich nichtdestotrotz an der Gemeinschaft mit den Freiwilligen, zum Beispiel beim abendlichen Weggehen, einer gemeinsamen Kaffee-Pause, den gemeinsamen Mahlzeiten und der gemeinsamen verrichteten Arbeit.

In dieser kurzen Zeit habe ich wundersamer Weise schon einen mal größeren, mal kleineren Einblick in alle drei Hauptprojekte von PREDA erhalten.
Direkt am zweiten Tag bin ich mit dem Fair-Trade-Team in eine indigene Community gefahren, wo wir Mango-Bauern/Bäuerinnen das Projekt von PREDA erklärt haben und auch sogleich eine Karte von dem Bereich ihrer Mango-Bäume erstellt haben. Dazu mussten wir oft sehr weit rausfahren und eine gute Strecke zu Fuß durch die Hitze und die Natur laufen. Doch am Ende wurden wir mit frischem Kokosnuss-Saft belohnt J

Die Mädchen aus dem Girls Home habe ich bisher am wenigsten kennengelernt. Nur an einem Tag, an dem alle Mädchen zur Feier der April-Geburtstagskinder einen Tag in einem Beachresort mit Pool verbringen durften.

Die ersten Tage habe ich im Boyshome verbracht, wo ich mir verschieden Akten der Jungen durchlesen und mich über deren Fälle informieren durfte. Das war teils sehr berührend und extrem zu lesen, welche traumatische, lieblose und harte Vergangenheit die Jungen haben. Wobei mir einmal mehr klar wird, wie dankbar ich für mein Leben und meine Zukunftsperspektive sein darf.

Ein tolles Erlebnis war das anstehende dreitägige Sommercamp der Jungen, das ich zusammen mit fast allen Freiwilligen, den Sozialarbeitern und den ca. 38 Jungen in einem Beachresort verbracht habe. Wir waren in vier Gruppen eingeteilt. Als Freiwillige habe ich quasi als gleichwertiges Gruppenmitglied gegolten und mit den Jungs zusammen jedes Spiel bestritten und um den Sieg gekämpft. Es war ein tolles Program, das vom anstrengenden Militär-camp-Spiel über Wasserspiele bis hin zum kreativen Tanzabend reichte. Die Gruppeneinteilung war sehr hilfreich, um in dem Gewusel von so vielen Jungen einen besseren Überblick zu erhalten und mit den 8 Jungen in meiner Gruppe näher in Kontakt zu kommen. Es ist sehr interessant die Jungen mit ihren unterschiedlichen aufgeschlossene, schüchterne, herzliche oder nach Anerkennung und Aufmerksamkeit strebenden Charakteren kennenzulernen und dann teils ihre Vergangenheit zu kennen und zu wissen, was sie schon alles erleben mussten in ihren jungen Jahren.

Erst einmal werde ich jetzt auch im Boyshome arbeiten und die Jungs in der Vorbereitung auf das anstehende Sportfest unterstützen.

Die Hitze hat übrigens (hoffentlich ihren Höhepunkt!!) 36°C und 56° Luftfeuchte erreicht. Es ist wirklich unerträglich in den Mittagsstunden und selbst in der Nacht kühlt es nicht mehr als 29°C ab.

Liebe Grüße,
Magdalena

PS: Bilder