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Vigan

In meinem Reiseführer ist über diese Stadt zu lesen: „Vigan ist neben Intramuros in Manila die zweitgrößte architektonische Hinterlassenschaft der Spanier. Heute ist Vigan die am besten erhaltene spanische Stadt auf den Philippinen. Dort kann man die Geschichte förmlich riechen. Die Cathedral of Saint Paul wurde 1641 erbaut und ist eine der ältesten und größten Kirchen des Landes.“
Genau in dieser berühmten Stadt und in dieser schönen Kirche wurde Bischof Marlo zum neuen Erzbischof von Nueva Segovia (Name des Bistums) ernannt. Wunderbar, dass die „Cathedral-Familie“ diesen Anlass genutzt hat, um ihren jährlichen Ausflug in diese Gegend zu machen und ich die Möglichkeit hatte, mitzufahren. Mit einem Shuttelbus und dem Auto der Radiostation ging es also montagnachts um halb 1 mit dem gesamten Staff rund um die Cathedral auf nach Vigan, damit wir auch frühgenug für die Einführung von Bischof Marlo, die um halb 10 stattfand, dort ankamen. Da wir quasi durch die Nacht geflogen sind und schon nach unglaublichen 4h unser Ziel im fernen Norden erreichten, hatten wir genügend Zeit unsere Zimmer in dem Gemeindehaus in Vigan für eine Nacht zu beziehen. Anschließend haben wir ein gutes Frühstück, natürlich bestehend aus Reis und den berühmten Longganisa (kleine Würstchen) der Region im dortigen Priesterseminar genossen. Dieses Priesterseminar (ICST = Immacualte conception school of theology) wird von ca. 90 angehenden Priesteramtskandidaten/Theologiestudenten aus dem gesamten Norden Luzons besucht. Auch viele der Priester aus Alaminos haben dort studiert und es war lustig auf den alten Fotos deutlich jüngere Gesichter bekannter Personen, wie Fr. Francis, Fr. Dennis, Fr. Windell, Rev. Naps…zu suchen.

Die Messe in der Cathedral war ein Großereignis, das von vielen Menschen besucht wurde. Alleine aus der Diözese Alaminos sind drei große Reisebusse mit Menschen aus den einzelnen Pfarreien angereist. Daneben habe ich noch nie so viele Priester, Bischöfe und Nonnen in einer Kirche erlebt. Gut die Hälfte der Plätze war alleine nur von Priestern und Bischöfen der verschiedenen Diözesen (Alaminos, Nueva Segovia, Dagupan) belegt. Auch ein Kardinal und der Vorsitzende der Bischofskonferenz der Philippinen waren anwesend. Also alles was Rang und Namen hatte, wie man so schön sagt 😉 Die Kirche hat, wie ihr euch vorstellen könnt auch dem entsprechend lange gedauert, nämlich drei Stunden. Gut, dass wir früh anwesend waren und uns einen Sitzplatz sichern konnten. Die ganze Kirche war in Bewegung an diesem Tag, wie wahrscheinlich auch in den nächsten Monaten. Warum? Jeder hatte etwas in der Hand mit dem er/sie die Luft um sich herum in Bewegung halten konnte, um nicht einen Hitzeschlag zu erleiden. Ja so ist das: Der Sommer hat die Philippinen erreicht! Es ist drückend heiß, jeder ist nur am „ölen“ und das Extreme ist, noch nicht mal in der Nacht kühlt es richtig ab. Es werden dann eher so die Temperaturen erreicht, die wir in Deutschland für einen angenehmen warmen Sommer halten J Auch die Moskitos nehmen wieder zu und so bin ich mich wieder brav mit Off-loation am einschmieren. Doch meine Beine sind trotzdem schon wieder gut attackiert worden.

Nach der Messe haben wir in der „Stadthalle“ von Vigan geschmaust und uns im Anschluss erst mal einen Mittagsschlaf gegönnt. Denn die Hitze hat nicht nur ständiges Schwitzen zur Folge, sondern macht auch unglaublich müde.

Am Nachmittag hat uns Fr. Dennis, in Rolle des Reiseführers, die schöne spanische Altstadt von Vigan gezeigt und wir haben die Zeit genutzt um mal wieder Pasalubongs (Mitbringsel) für die Daheimgebliebenen zu kaufen. Im Anschluss ging es wieder ins ICST zum Abendessen, um anschließend pünktlich zurück in der Stadtmitte zu sein, wo an einem schön angelegten Teich in den dunklen Abendstunden ein Wasserspiel aus Fontänen und Lichtspiel mit passender Musik zu bewundern war. Den Abend haben wir alle zusammen (Priester, Diakone, alle Ates aus den Büros, Köchin…) in der Altstadt genossen, die durch viele Lampen in ein schönes warmes Licht getaucht war.

Dienstagmorgens hatten wir die schöne Gelegenheit einer letzten, ganz privaten Andacht mit dem Bischof. Danach hieß es nochmal ein letztes Mal „picture, picture“ mit dem Bischof, bevor wir uns auf eine kleine Rundreise in den Norden gemacht haben. Auf unserem Weg haben wir die festungsartige Kirche von Paoay besichtigt, die wohl die berühmteste in Ilocos Norte ist. Außerdem haben wir in Batac, der Geburtsstätte Marcos das „Marcos Museum“ besucht, das mit vielen Erinnerungsstücken an Ferdinand Marcos, dem ehemaligen Präsidenten, ausgestattet ist, so wie das angrenzende Mausoleum, in dem sein Leichnam vor erst aufbewahrt wird. Zur Mittagszeit haben wir uns nach Laoag, der Hauptstadt der Provinz Ilocos Nortes begeben, um dort eine weitere berühmte, alte spanische Kirche, die „St. Williams Cathedral“ zu besichtigen und im Anschluss im Konvent des dortigen Bischofs zu Mittag zu essen.
Danach haben wir uns auch schon wieder auf den langen Heimweg gemacht, der diesmal auf Grund des Verkehrs und etlichen Zwischenstopps, die dazu dienten die Köstlichkeiten der Region (Reiskuchen, Longganisa) zu kaufen, viel länger dauerte und wir so erst in den späten Abendstunden in Alaminos ankamen. In allem war es eine sehr schöne Reise, die mir die Besichtigung weiterer schöner Orte im Norden der Philippinen ermöglicht hat und besonders viele wunderbare Momente der Freude mit lieben Menschen geschenkt hat.

Hier ein paar bildliche Eindrücke der Reise.

Viele Grüße,
Magdalena