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Zwischenseminar in Davao 2014

Hallo allerseits,

nach 12 wunderschönen Tagen auf Achse, in Manila, Davao, Montalban… bin ich nun wieder zurück in Mabini und das „normale“ Leben hat mich zurück. Doch ich möchte euch alles von Anfang an erzählen.

Am  1. Februar bin ich früh morgens zusammen mit den OC´-Brüdern zu ihrem Konvent in Manila aufgebrochen. Father Aaron hat mir die wunderbare Möglichkeit geboten, zusammen mit ihm und den Brüdern am Samstag das „Streetlight – Musical“, das in Zusammenarbeit mit „Genrosso“ entstand, anzuschauen. Sowie anschließend bis Montag zusammen mit den drei Brüdern, die in Manila studieren, in dem Konvent zu wohnen. Die nächsten zwei Tage habe ich es genossen, den Tagesablauf der Brüder mit zu leben; habe die Stille genossen (die oh Wunder auch Mitten in Manila herrschen kann); die täglichen Gebete, die mir innerliche Ruhe gegeben haben nach der aufreibenden, ereignisreichen letzten Zeit; das Kochen mit Br. Jerick, der mir ein paar philippinische Gerichte beigebracht hat und im Gesamten den herzlichen, wertschätzenden Umgang untereinander!
Am Montag durfte ich Br. Edgar und Br. Richy an die „University of Saint Thomas“ begleiten, an der sie beide Theologie studieren. Dort hatte ich die Ehre, den Griechisch-Unterricht von Br. Richy mitzuerleben. Es erwartete mich ein alter, intelligenter Professor, bei dem die Studenten aufstehen mussten, wenn sie etwas gefragt wurden. Das Wort-für-Wort-Übersetzten, Wörter deklinieren, konjugieren und die Formen korrekt bestimmen, erinnerte mich doch sehr an meinen Lateinunterricht, und so genoss ich schmunzelnd meinen ersten Griechischunterricht. Am Dienstagmorgen hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen von den Brüdern, da mein Flug nach Davao bevorstand.

Mit vier weiteren Freiwilligen bin ich gemeinsam schon einen Tag, bevor das Seminar startete, angereist. Wir haben die Zeit gemeinsam genutzt, um uns Davao anzuschauen, Pasalubongs (Mitbringsel) zu kaufen, einen Buddhistischen Tempel zu besuchen und einen gemütlich, lustigen Abend zu verbringen. Am Mittwoch, den 5. Februar habe ich dann alle weiteren 21 deutschen Freiwilligen, die allesamt in verschieden Orten auf den Philippinen ihren Freiwilligendienst über „weltwärts“ leisten, sowie unsere drei Betreuer/innen kennengelernt. Gemeinsam sind wir am nächsten Tag auf die kleine Insel Talikud übergesetzt. Viele von uns hatten schon von dem, auf Grund der wunderschönen Umgebung, berüchtigten Zwischenseminar auf den Philippinen gehört. Doch nichtsdestotrotz war jeder von uns geplättet vom Anblick des atemberaubenden Resorts direkt am Strand, in dem wir die nächsten 4 Tage verbringen durften. Die Umgebung war vielverheißend und schon am Abend zuvor hatten wir herausgefunden, dass auch die Zusammensetzung der Gruppe stimmte. Einem unvergesslichen Seminar stand also nichts mehr im Wege.
In Gruppen- und Einzelgesprächen hatten wir die Möglichkeit uns untereinander über die vergangen letzten Monaten auszutauschen. Themen waren unteranderem die aufkommenden Missverständnisse im Umgang mit der philippinische Kultur, verbunden mit der interkulturellen Kommunikation, sowie Konflikte und Herausforderungen, denen wir uns in den Einsatzstellen gegenüber gesehen haben. Es hat gut getan, aufgetretene, sowie immer noch vorhandene Probleme teilen zu können und auf Verständnis und offene Ohren zu stoßen. Die wunderschöne Natur und die vielen Liegemöglichkeiten, sei es eine Couch im Freien oder eine Hängematte unter Palmen, waren eine willkommene Gelegenheit, um die letzten Monate nochmal revuepassieren zu lassen, zu reflektieren oder auch einfach mal abzuschalten. Besonders interessant finde ich das Riemann-Thomann-Modell, das uns zur Reflexion unseres eigenen Konfliktverhaltens vorgestellt wurde. Das Modell beschreibt vier typische Verhaltensweisen Dauer, Wechsel, Nähe und Distanz, die in einem Kreuz angeordnet werden, wodurch vier Quadranten entstehen. Jeder Mensch kann sich je nach seinem persönlichen Zustand des Wohlfühlens in einem Quadranten (mit unterschiedlich starken Ausrichtungen) positionieren. Die persönliche Grundausrichtung hat direkten Einfluss auf das Kommunikation- und Beziehungsverhalten eines jeden Menschen. Interessierte lade ich ein, hier mehr über dieses Modell zu erfahren.
Natürlich haben wir zwischen den inhaltlichen Einheiten die Zeit genutzt, das Meer zu genießen, sei es uns auf dem genialen Wassertrampolin auszutoben, die wunderbaren Korallen beim Schnorcheln zu bestaunen oder lustige Unterwasseraufnahmen zu machen.
Das Seminar haben wir, wieder zurück in Davao, mit einem unterhaltsamen Karaoke-Abend, sowie am Morgen mit dem Probieren der berühmten Stinkefrucht „Durian“ ausklingen lassen.

Für mich ging es am Montag direkt wieder zurück nach Manila. Dort bin ich zusammen mit Jenny, die ebenfalls eine Freiwillige ist, nach Montalban gefahren, wo ich das Projekt, in dem auch Corinne arbeitet, besucht habe. Corinne hat als Entwicklungshelferin über die Organisation BMI (Bethlehem Immensee Mission) auch schon zuvor in Alaminos im Social Action Center gearbeitet. Ihr Projekt ist von Sr. Yuka, einer Japanerin aufgebaut worden und besteht aus einer Art unterstützenden Schule. Dort können ausgewählte Kinder zusätzlich zu ihrem regulären Schulunterricht an einem Zusatzunterricht teilnehmen. Es sind nur wenige Kinder pro Jahrgang, weshalb ein sehr intensiver und persönlicher Unterricht, ganz auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten, stattfindet.

Am Mittwoch bin ich am späten Nachmittag wieder in Mabini angekommen und musste leider erfahren, dass die Oma meiner Gastfamilie zwischenzeitlich verstorben ist. Heute hatte ich dann (leider) doch noch die Gelegenheit eine philippinische Beerdigung zu erleben.

Nächste Woche darf ich endlich meine Familie in „meiner neuen Welt“ willkommen heißen. Bis dahin muss ich noch mein Visa verlängern und so einiges erledigen. Die Zeit scheint jetzt, da ich in der Hälfte meines Freiwilligenjahres angelangt bin, nur so zu fliegen. Mein nächster Artikel wird also etwas auf sich warten lassen.

Hier noch ein paar Fotos meiner Reise.

Euch wünsche ich bis dahin schon mal eine närrische Fastnachtszeit,
Magdalena

2 Kommentare

  1. Claas Claas 16. Februar 2014

    Hi Lena, da wird man ja fast wieder ein bisschen neidisch, dass man sich das hat entgehen lassen ;-). Viele Grüße aus Berlin, Claas

    • Magdalena Magdalena 17. Februar 2014

      Du warst in Gedanken auf jeden Fall dabei:) Die Menschen, besonders in Alaminos, fragen immer wieder nach dir. Du bist also auf keinen Fall vergessen!
      Genieße deine Zeit in Berlin 🙂
      Ingat sa iyo palagi!