Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Town Fiesta und Patronatsfest in Mabini

Hallo zusammen,

nachdem ich mich heute erstmal so richtig ausgeschlafen und somit den fehlenden Schlaf vom Wochenende aufgeholt habe, habe ich Zeit euch von meinem gefüllten Wochenende zu berichten.

Die Santo Nino Parish in Mabini hat am letzten Wochenende ihr Patronatsfest verbunden mit der Town Fiesta (einem Stadtfest) gefeiert.
Zu jeder Town Fiesta wird eine Königin, Miss Mabini genannt, sowie eine erste und zweite Prinzessin gekrönt. Im Vorhinein ist es deren Aufgabe, Spenden eintreiben, die dieses Jahr teilweise für den Bau einer neuen Parish Hall (Gemeindehaus) eingesetzt werden. Dieser Prozess startete schon im Dezember. Wer die größte Geldsumme am Ende zusammen getragen hat, wird zur Miss Mabini ernannt. Oft  werden diese drei Kandidatinnen aus unterschiedlichen Gruppierungen aus der Bevölkerung gesandt, Kirche, Regierung, Schule.
Meine Gastmutter ist dieses Jahr für die Kirche zur Wahl der Miss Mabini angetreten. Aufgrund des größten Spendenbetrages gewann sie die Wahl und ist nun Miss Mabini 2014.

Insgesamt dauerte die Fiesta von Donnerstag bis Sonntag. Die Programme an den verschiedenen Tagen wurden jeweils von einzelnen Gruppen ausgearbeitet. Donnerstags haben alle Schulen etwas zum Program beigetragen. Es war der Tag von dem „Department of Education“. Die Feierlichkeiten haben am Donnerstag mit einer Parade am Morgen begonnen. Daran haben verschiedene Gruppierungen teilgenommen. Die Grund-und Highschool von Mabini, die jeweils mit einer Musikkapelle teilgenommen haben; die Lehrer aus verschiedenen Barrangayen von Mabini; die zwei Prinzessinnen und die Königin, die jeweils auf der mit Blumen geschmückten Ladefläche eines Jeeps zusammen mit ihrem männlichen Partner Platz nahmen.
Die Parade ging durch verschiedene Straßen von Mabini und wurde von vielen Zuschauern am Straßenrand bestaunt.
Danach hielten alle Teilnehmer nach einander Einzug auf der Plaza (Dorfmitte). Im Anschluss wurde die Fiesta durch ein Gebet eröffnet. Dieses Gebet wurde von unseren taub-stummen SPED-Kindern vorgetragen, indem sie ein Lied mit Gebärden, die einem Tanz glichen, übersetzt haben. Dazu haben ein paar weitere SPED-Kinder ein Kreuz mit ihren Körper dargestellt oder eine Kerze gehalten.
Nach dem Gebet gab es verschiedene Ansprachen wie zum Beispiel vom Major/Bürgermeister. Es folgten Tänze von den verschiedenen Schulen aus den angrenzenden Barrangayen oder Mabini selbst. Dabei haben auch meine Vorschulkinder einen Tanz aufgeführt. Außerdem wurden 13 Kulturtänze aufgetragen, von denen nachher der Beste ausgezeichnet wurde.
Am Abend gab es eine Tanzveranstaltung auf der Plaza. Daran nahmen jedoch weites gehend nur Lehrer und Rang höhere Personen teil. Rund um die Plaza standen Tische, die man für den Abend mieten konnte. Eine Band spielte, es wurden Reden gehalten, getanzt und es wurde ein Lichtertanz von den Lehrern der Grundschule aufgeführt, an dem ich auch teilgenommen habe. Es war eine interessante Erfahrung, doch mich persönlich haben zwei Dinge enorm an dieser Art von Veranstaltung gestört. Einmal die laute Musik, die fast jeden Kommunikation unmöglich gemacht hat und zum anderen, was mir viel mehr missfällt, die Separierung der verschiedenen Schichten. Plakativ gesagt, genossen die Reichen den Abend in schönen Kleidern bei lauter Tanzmusik, Essen und Trinken und die Armen standen hinter dem Zaun, der die Plaza mit der Tanzfläche und den Tischen nach außen hin absperrte, und durften nur zusehen, weil sie eben nicht zu dieser „Schicht“ gehören. Eine ähnliche Art von Separierung fand auch an manchen Folgetagen statt.

Freitags habe ich im SAC gearbeitet und nichts von den Feierlichkeiten mitbekommen. Ich weiß nur, dass es abends eine Veranstaltung gab die unter dem Motto „Mabini got talent“ stand. Verschiede Gruppen oder Einzelpersonen haben ihre Talente vorgetragen. Dabei durfte, soweit ich weiß, jeder teilnehmen.

Der Samstag wurde von der „Riverview High School“ aus Mabini celebriert. Morgens gab es eine Parade, an der alle Ehemaligen, die einst an dieser Schule graduiert haben, teilnahmen und mit ihren Jahrgängen verschiedene Wagennummern, oder Fußgruppen bildeten. Dieselbe Menschengruppierung hat auch am Abend an der Tanzveranstaltung in der Plaza teilgenommen. Mehr kann ich von diesem Tag nicht berichten. Denn ich habe selbst die Feierlichkeiten nicht miterlebt, da ich an diesem Tag in Sual im CFF (Care for the Futurefoundation), dem alten Projekt von Claas, in dem auch Sina unsere Vorgängerin tätig war, gearbeitet. Aber dazu in einem anderen Bericht mehr. Da ich auch nicht an der Highschool graduiert habe, genoss ich meinen Abend zu Hause beim Skypen.

Am Sonntag begann der Tag mit einer Messe, die von Bischof persönlich gehalten wurde. Anschließend hat Fr. Bob, ein Priester aus Alaminos und ein guter Freund der Familie, unser Haus gesegnet. Denn meine Gastfamilie ist selbst erst vor einem Jahr in dieses Haus eingezogen und seit dem wurde immer noch ein bisschen im Inneren ausgebaut. Die Town Fiesta haben sie also dazu genutzt einen Haussegen vorzunehmen. Außerdem kamen an diesem Tag viele, viele Besucher zu uns nach Hause, weil meine Gastmutter, Ate Anna eben Miss Mabini 2014 war und somit viele Menschen zum Mittagessen eingeladen hatte. Jedoch waren auch neben den Besucher viele Verwandte über das Wochenende gekommen. Abends fand dann die Krönung der Miss Mabini, sowie den zwei Prinzessinnen statt. Es war eine ähnliche Tanzveranstaltung mit denselben „Begleiterscheinungen“ wie am Donnerstag. Die Veranstaltung begann ungefähr um 9 Uhr abends. Doch mit der eigentlichen Krönung wurde erst um halb 1 nachts begonnen, die sich bis um halb 3 morgens zog. Das war schade, denn die Krönung, eigentlich ja der wichtigste Teil des Abends, haben nur wenige Personen mit erlebt, da die meisten Zuschauer auf Grund der späten Stunde schon nach Hause gegangen waren. Ich bin also spät in der Nacht hundemüde ins Bett gefallen, und morgens wie gewohnt zur Arbeit gegangen. Umso mehr habe ich mich heute, an meinem freien Tag, gefreut, endlich mal mal ausschlafen zu können.

Hier noch ein paar Bilder zur Town Fiesta.

Liebe Grüße aus dem zurzeit sehr angenehm „kühlen“ und windigen Mabini,
Magdalena