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Ein schönes Wochenende

Magandang umaga,

ich möchte euch gerne ein bisschen etwas von meinem Wochenende erzählen, das mir sehr gut gefallen hat. Am Freitagabend bin ich spontan mit Arlene, Albert, Kuya Rey und Ate Lilia, alles Menschen, die rund um die Cathedral arbeiten, zur Barrangay (Brgy.) Fiesta in Bisocol, einer Brgy. von Alaminos, gefahren. Wir hatten uns ein Tricycle von einem Freund ausgeliehen, das war nicht mehr das neueste und schon zu Beginn gab es Zündungsschwierigkeiten, die der Eigentümer zu diesem Zeitpunkt aber noch zu beheben wusste. Doch als wir dann getankt hatten und wieder neu starten mussten, war es an Albert und Kuya Rey das Problem alleine zu lösen. Wir verbrachten also bestimmt 10 Minuten damit das Tricycle immer wieder zu starten, erst mal erfolgslos, bis Kuya Rey es dann anschob und der Funken endlich übersprang, sodass er Mühe hatte noch aufzusteigen. Wir freuten uns, dass wir nun endlich weiterfahren konnten und hofften, dass wir auf dem Weg auf keinen Fall nochmal neu starten müssen. Doch diesen Wunsch konnten wir leider nicht beeinflussen, und so blieb das Tricycle dann nach einiger Zeit einfach ganz stehen! Ein wichtiges Motorteil war defekt (genau kann ich es nicht benennen, so gut kenne ich mich mit Fahrzeugen nicht aus;)) Zum Glück standen wir schon am Anfang von Bisocol. In Deutschland wäre ich erstmal total aufgeschmissen gewesen,  man hätte vermutlich Mama oder Papa angerufen, die einen abgeholt hätten und das Fahrzeug wäre am nächsten Tag erstmal in die Werkstatt gewandert. Doch nicht so auf den Philippinen! Wir 5 sind erst mal spontan bei einer Bekannten von Ate Lilia eingefallen, die wahrscheinlich kein weiterer von uns kannte. Dort wurden wir herzlich begrüßt, als wären wir alle gute Bekannte, die natürlich angemeldet vorbei kommen. Ich fühlte mich willkommen und hatte schon nach wenigen Minuten das Gefühl bei Freunden eingekehrt zu sein. Natürlich wurden wir sofort an den Tisch gebeten, denn auf Grund der Fiesta gab es eine Menge an leckerem, selbst gekochtem Essen. Wir ließen es uns also schmecken. Doch mit dem Essen nicht genug! Als wir erzählten, dass das unser Tricycle stehen geblieben war, wurde sofort ein Sohn von Ate Magda, der Hausdame, beauftragt, das Tricycle unter Augenschein zu nehmen. So kam es, dass Sie aus irgendeiner Ecke ein passendes Ersatzteil gezaubert und sogar eingebaut haben. Nachdem wir uns also bei leckerem Essen gestärkt hatten, konnten wir mit einem funktionierenden Tricycle neu starten! Ein tolles Gefühl, diese philippinische Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft zu erleben.
Auf unserem Heimweg hatten wir dann noch ein paar Lichtprobleme. Bei der Dunkelheit und auf philippinischen Straßen, auf denen viele Menschen am Straßenrand unterwegs sind, war das nicht ungefährlich, weshalb wir uns sehr langsam, nur mit Hilfe von Handy-Licht vorangetastet haben. So waren wir doch erleichtert, als wir wieder gesund und munter an der Cathedral ankamen.

Jetzt sind Peter und Ingrid Eisner (aus Bad Homburg, seit 2002 in die Bistumspartnerschaft mit den Philippinen involviert) schon seit Anfang Januar auf den Philippinen und mir ist aufgefallen, dass ich davon noch gar nicht berichtet habe. Sie wohnen zurzeit in Burgos bei den OC´s (Opificies Christi), einem diözesanen Männerorden. Am Samstag morgen habe ich zusammen mit ihnen an dem ersten Fun-Run des Collegio San Jose in Alaminos teilgenommen. Der Fun-Run wurde von Father Mel organisiert, der uns sogar auf Deutsch begrüßte. Wie auch der letzte Fun-Run, an dem Claas teilgenommen hat, startete dieser in Lucap, wo wir morgens um halb 6 schon den Sonnenaufgang bewundern durften. Nach einem kleinen Warm-up machten wir uns auf die 5km lange Stecke, die an der Cathedral endete. Ich hatte viel Spaß in der Gesellschaft von einigen bekannten Gesichtern aus der Radiostation und dem Seminar.
Nach dem Fun-Run habe ich Ingrid und Peter nach Burgos begleitet. Dort sind wir nach einer kalten Dusche mit denn OC-Brüdern in eine weitere Brgy. gefahren, wo Father Paul, ein Mitglied der OC´s, sein Priesterjubiläum feierte.  Am Nachmittag hatte ich endlich die Freude die Bäckerei der OC´s in Burgos kennenzulernen und mit Ingrid ein leckeres Kartoffelbrot und Erdnuss-Plätzchen zu backen. Wir durften mit der Hilfe von dem Bäcker den großen Ofen und die große Rührmaschine benutzen. Eine tolle Erfahrung, die mir viel Freude bereitet habe. Ich hoffe, ich kann noch öfter vorbeikommen, um selbst ein paar Brote zu backen oder mitzuerleben, wie ihre eigenen Produkte hergestellt werden.
Nach diesem bis dato schon wunderschönen Tag wurde mir noch die Freude bereitet einen Gottesdienst in der Kirche der OC´s mitzuerleben. Das war ein besonderes Erlebnis. Denn die Kirche ist rundherum von Glasfenstern umfasst und so kann man während der Messe einen wunderschönen Sonnenuntergang miterleben. Zu guter letzt durfte ich noch bei dem täglichen Gebet der Brüder im „Lumen Christi“, einer besonderen Kapelle teilnehmen. Dieses Gebet hat mich sehr an Taizé erinnert. Es war also ein wunderbarer Ausklang dieses besonderen Tages, der von so vielen schönen Erlebnissen geprägt war.

Gegen Ende der Woche werde ich mich nach Manila aufmachen, wo ich zusammen mit den Brüdern der OC´s ein paar Tage in ihrem Convent in Manila wohnen werde, bevor ich dann am 4. Februar nach Davao, einer Stadt im Süden der Philippinen fliege, wo mein Zwischenseminar stattfinden wird.

Es könnte also sein, dass ihr erst wieder Mitte Februar von mir hört.

Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit! In meinem Freizeit-Ordner könnt ihr noch ein paar Bilder vom Wochenende sehen.

Liebe Grüße,
Magdalena