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Weihnachtsfeiern

Liebe Leserinnen und Leser,

in der gewöhnlichen Weihnachtsstimmung bin ich hier auf den Philippinen nicht, weil mir, wie gesagt, die Kälte und andere gewohnte Dinge, wie Lebkuchen, viele leckere Plätzchen, Glühwein, Weihnachtsmarkt…fehlen, doch das heran nahende Weihnachtsfest macht sich ganz deutlich durch die vielen Weihnachtsfeiern bemerkbar.
So war ich zum Beispiel am Samstag in Mangatarem und habe mit den Menschen, die im Tree-planting Projekt mithelfen und arbeiten und ihren Familien zusammen gefeiert. Wir haben bei dem Barangay-captain von Paclat zu Hause gefeiert. Das war eine sehr schöner Ort, richtig philippinisch direkt neben den Reisfeldern; auf dem Weg von der Straße zum Haus überquerte man ein kleiner Fluss, wurde direkt von einer Kuh und einem Wasserbullen begrüßt; viele Bäume mit leckeren Früchten ums Haus spenden Schatten; ein einfaches Haus läd zum Bleiben ein; außerdem eine kleine Hütte; eine Wasserpumpe neben dem Haus ist auch zu finden; viele Kinder spielen im und ums Haus, da die ganze Familie, Eltern mit ihren drei erwachsenen, mittlerweile schon verheirateten Kindern und Enkeln zusammen lebt. Die Feier startete 1 ½h später als angesetzt (typisch philippinisch eben) und bestand aus verschiedenen lustigen Spielen für Kinder und Erwachsene. Im Anschluss zeigten Simon und Imelda eine Bilderpräsentation über das Projekt und ihre Arbeit der letzten zwei Jahre mit den Bauern in Paclat. Dabei war auch so manches Bild von unseren Vorgängerinnen Franzi und Sina zu sehen;) Außerdem gab es ein paar offizielle Worte von Simon und Weihnachtsgeschenke (wie z.B. einen Spaten) für verschiedene Bauern, die sich besonders engagiert hatten. Das Essen hatte sich leider durch die anfängliche Verspätung leider sehr nachhinten verschoben. Ich konnte also nur noch in Hektik etwas essen, da ich noch einen Bus nach Alaminos und von dort aus nach Mabini bekommen musste. Doch dadurch, dass die anderen noch mit Essen beschäftig waren und ich also alleine von der Barangay (dem Dorf) zurück in die Publacion (Stadt) kommen musst, bekam ich meine private Motoradfahrt durch die Natur und Nacht, von der ich schon so lange geträumt hatte.
Claas konnte leider nicht mit nach Mangatarem kommen, da seine Gemeinde Bani letzte Woche und am Wochenende Town Fiesta gefeiert hat und er so zu vielen Veranstaltungen eingeladen war.

Am Montag bin ich dann mit meinen SPED-children und teilweise ihren Eltern oder Geschwistern zur Weihnachtsfeier nach Dasoland aufgebrochen. Das ist ein Resort, in dem es einen kleinen Zoo gibt, sowie mehrere Pools und einen Wasserspielplatz. Für verschiedene Kinder war das ein ganz besonderes Erlebnis, da sie noch nie in einem Erlebnispark waren. Grund dafür ist oft das fehlende Geld. Das Eintrittsgeld, sowie die Fahrt mit dem Jeepney mussten auch wir, bzw. die Kinder aus eigener Tasche bezahlen. Dazu muss man sagen, dass der Eintritt 100 Peso kostet, umgerechnet sind das 1,70€!! Doch es gibt SPED-children, deren Eltern nicht in der Lage sind das Geld dafür eine solche Unternehmung aufzubringen. Darum ist es sehr erfreulich, dass viele Menschen ein Herz für SPED-children gezeigt haben und wir so genug Geld gespendet bekommen haben, um alle Kinder in diesen Park zu bringen.
Doch es wurde nicht nur Geld gespendet, sondern auch Spielzeug, wodurch wir den Kindern sogar die Freude eines kleinen Weihnachtsgeschenkes machen konnten. Wir haben zum Beispiel Haarreife, kleine Puppen, Springseile, Kuscheltiere, oder Spielzeugautos verschenkt. Das war klasse!

Die Kinder hatten großen Spaß beim Planschen im Wasser; bei Spielen, wie Sackhüpfen oder Reise nach Jerusalem und auch besonders beim Besuch des Zoos. Wir haben Affen, verschiedenste Vögel, ein Kamel, eine mir fremde Katzenart, Krokodile, Schaafe… gesehen. Eine besondere Attraktion waren dann noch die Ponys auf denen sogar geritten werden konnte und eine gelb/weiße Schlange, die man sich um den Hals legen konnte (worauf ich dankbar verzichtet habe;)). Es war schön zu erleben, wie viel Spaß die Kinder hatten, all diese ihnen teils fremden Tiere anzuschauen und im Gesamten diesen besonderen Tag mit ihren Freunden und Familienangehörigen zu erleben!

In den nächsten Tagen stehen noch weiter Weihnachtsfeiern an, sei es vom CFF in Sual, wo Claas arbeitet; vom SAC, wo ich tätig bin; von Claas` SPED-class oder von meinen Vorschülern. Wir haben also noch einiges vor die nächsten Tage, bevor es zur richtig großen Veränderung nächste Woche kommt. Doch darüber zu schreiben, überlasse ich Claas!

Ach ich war übrigens letzte Woche mit Joanna meiner Gastschwester, Grace unserer Maid und Rubilyn meiner Gastcousine „Christmas Caroling“-en. Das bedeutet wir sind, wie ich es von Fastnachtdienstag kenne, von Haus zu Haus gezogen und haben Weihnachtslieder gesungen, natürlich auf Tagalog und Englisch. Dafür haben wir dann ein bisschen Geld erhalten, das wir für eine Weihnachtsfeier für Kinder aus Mabini verwenden werden wollen.

Warme Grüße und weiterhin einen besinnlichen Advent,
Magdalena