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Projekte….

Willkommen zum neuen Bericht über meine Projekte!
Neben Dengue-Fieber und Taifun ging das Leben hier natürlich auch gewohnt weiter und die Arbeit in den Projekten ist nicht stehen geblieben. So kommt es, dass ich mich entschieden habe, neben meiner Arbeit in der Grundschule mit den Vorschulkindern und special-children, auch einen Tag in der Woche im Social Action Centre in Alaminos zu arbeiten. Einmal in der Woche mache ich mich jetzt morgens mit dem Jeepney auf den Weg nach Alaminos. Ich genieße es sehr mir morgens früh im Jeepney den Wind um die Nase wehen zu lassen, die Aussicht auf die Landschaft zu genießen und mir mal wieder klar zu machen, dass ich gerade wirklich dieses Abenteuer auf den Philippinen erlebe; dass wir November haben und es trotzdem heiß und schwül ist 😉
Das Social Action Centre bietet verschiedene Programme an. Neben dem Health-Program, in dem ich zurzeit arbeite, läuft auch das Treeplanting-Program in Mangatarem von Simon und Imelda und das Organic-planting Program von Noli (beides Projekte, in denen Claas und ich schon reingeschnuppert haben) über das Social Action Centre (SAC), sowie auch das Feeding-Program.
Das Health-Program.

bietet jeden Morgen von Montag bis Freitag Menschen, die sich keinen Arztbesuch leisten können, die Möglichkeit eines kostenfreien Check-ups. Die Spanne der Patienten ist groß und geht von Kinder, Mütter, Väter bis zu ältere Menschen. Meine Aufgabe ist es bisher gewesen, die Daten der Patienten aufzunehmen, falls nicht schon eine Patientenakte vorhanden ist. Dann werden der Blutdruck, die Temperatur, sowie das Gewicht gemessen. Danach gibt es eine Untersuchung des Arztes/der Ärztin. Verschiedene Medikamente, die von den Ärzten/innen verschrieben werden, werden direkt im vor Ort kostenlos ausgegeben.
Aus gegebenem Anlass hat das SAC auch viele Kleiderspenden für die Taifun-Opfer aus verschiedenen Gemeinden und Schulen erhalten. Diese haben wir nach männlich, weiblich, Kinder, Hosen, T-shirts… sortiert und in Säcke verpackt. Nun werden diese Spenden nach Manila zur Caritas gefahren, von wo aus sie dann hoffentlich bald die Menschen im Katastrophengebiet erreichen.
Das Health-Program besteht nicht nur aus der kostenlosen Untersuchung in Alaminos selbst, sondern auch darin in verschiedene Barangayen (kleine Dörfer um die Städte herum) zu fahren, um vor Ort besonders Kindern eine medizinische Untersuchung zu ermöglichen und benötigte Medikamente zu verteilen. Gestern wurde wieder so eine Aktion durchgeführt. Noli, Marylin, Haydee, sowie eine Ärztin und ein Arzt und ich haben uns morgens auf den Weg in die Gemeinde Agno gemacht. Dort haben wir noch ehrenamtliche Mitarbeiter des Gemeinde-Social-Action-Centres aufgegabelt und uns auf den Weg in eine entlegene Barangay gemacht. Nach einer weiteren 15 minütigen Fahrt mit dem Auto über nicht mehr allzu gut präparierte Straßen, die eher Feldwegen gleichen, und einer atemberaubenden Aussicht auf den Sabangan-Beach, sind wir dann am Ziel angekommen, der dortigen Grundschule. Vor Ort wurden die Daten aller Kinder aufgenommen, sie sind gewogen worden und wurden medizinisch untersucht. Viele Kinder leiden an Unterernährung, weshalb sie Vitamine verschrieben bekommen haben. Die verschriebenen Medikamente haben wir direkt vor Ort verteilt. Außerdem ist für diese Barangay auch ein Feeding Program geplant, bei dem alle unterernährten Kinder eine gesunde Mittagsmahlzeit erhalten.
Ich bin gespannt, welche weiteren interessanten Projekte ich bei meiner Arbeit im SAC noch kennenlerne.
Auch die Zeit in der SPED-class .

und bei den Vorschülern ist nicht stehen geblieben. Moymoy, der Junge mit der Knochenbehinderung, besitzt nun endlich einen Rollstuhl. Es ist eine Freude zu erleben, wie er langsam aus sich herauskommt, mit den anderen Kindern spielt und welch schnelle Fortschritte er beim Lernen macht, sei es im Tagalog oder besonders in Mathe. Innerhalb von zwei Wochen hat er gelernt schriftlich zu subtrahieren und gerade bin ich dabei ihm die Multiplikation zu erklären.
Die Eltern der Vorschüler haben vier Styroporplatten und Farbe gespendet. Cresta, Laurice, Rence (der Vater von Jakob – ein Junge mit Autismus) und ich haben diese nun angemalt. Sie werden verwendet um verschiedene Bilder oder andere Arbeiten der Kinderen in den Fächern Mathe, Englisch, Tagalog und die Arbeiten der SPED-Kinder anzupinnen.
Es hat sich außerdem eine günstige Gelegenheit ergeben, die es mir möglich macht, nicht mehr zwischen dem vormittags- und nachmittags Unterricht nach Hause laufen zu müssen, sondern in der Schule bleiben zu können. Denn das ist immer anstrengend, bei der Mittagshitze und wirklich Zeit zum Ausruhen bleibt neben Essen und hin und zurück laufen auch nicht. Ich helfe jetzt im Feeding Program, dass von der Schule, bzw. der Regierung gesponsert wird, mit. Dabei bekommen alle Kinder mit Unterernährung ein kostenloses, abwechslungsreiches, leckeres Mittagessen. Manchmal koche ich mit, helfe das Essen auszuteilen, nachher wieder zu spülen und außerdem ist es eine super Gelegenheit mich einfach mit den Kindern zu unterhalten und ein bisschen mein Tagalog zu verbessern.
Mit den Mädels der Vorschüler war ich heute in Lingayen beim jährlichen Girls Scout. An diesem Event nehmen viele Schulen aus einem bestimmten Gebiet in Pangasinan teil. Alle Gruppen studieren unabhängig einen Tanz auf dasselbe Lied ein und die Gruppe mit dem besten Tanz wird am Ende gekürt. Jede Gruppe hat außerdem unterschiedliche Kostüme (Röcke, Arm- Haarschmuck).
Im Januar finden die jährlichen SPED-Olympics statt. Jedoch dürfen daran nur Kinder mit dem geistigen Alter von 7 Jahren teilnehmen. Das geistige Alter muss jedes Jahr erneut festgestellt und zertifiziert werden, damit die Kinder an der Olympiade teilnehmen können. Dazu sind wir mit allen SPED-Kindern nach Bani gefahren, wo jede/r einzelne an einem Einzel-Gespräch teilgenommen hat, das nach einem bestimmten Verfahren abläuft. Aufgrund der Antworten der Kinder, wird dann deren geistiges Alter festgestellt. Den Ausflug nach Bani haben wir auf dem Rückweg genutzt, um mit den Kindern einen Abstecher nach Lucap zu machen, dem Ort am Meer nahe Alaminos, von wo aus man die 100-Islands sehen kann. Für die Kinder war es ein echtes Highlight, da manche nur selten über die Grenzen von Mabini hinauskommen und erst recht selten am Meer sind. Wir haben also bei wunderschönem Sonnenschein und strahlend blauen Himmel unser Mittagessen in Lucap, sowie die Aussicht auf die 100-Islands genossen.
Jetzt versuchen wir so langsam die Kinder fit für die Olympiade zu machen. Sogar Kugelstoßen und Speerwurf sind neben 100- und 50- Meterläufen mit auf dem Plan. Richard darf ich nun in nächster Zeit in den beiden Wurfdisziplinen unterrichten und ich weiß nicht, wer von uns beiden gerade den größeren Spaß bei diesen Disziplinen hat 😉
So jetzt aber genug Projekt-Up-Date. Danke, dass ihr bis hier hin durchgehalten habt.
Eigentlich wollte ich mich mal in kürzeren Artikeln üben. Doch es passiert hier einfach immer so viel und die Zeit um Artikel zu schreiben ist rar.
Ich wünsche euch einen wunderbaren Adventsanfang, mit hoffentlich weihnachtlich geschmückten Wohnungen, Plätzchen, Lebkuchen, Kälte… alles, was mir hier fehlt, um zu verinnerlichen, dass in 24 Tagen Weihnachten ist.

Magdalena