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Kleine Krisen, große Krisen

Ich habe viel Feedback zu diesem Eintrag bekommen, viel positive, unterstützende Nachrichten, aber auch beißende, zum Teil sehr gerechtfertigte Kritik. Ich habe den Eintrag etwas abgeändert und will noch einige Dinge vorne anstellen:

1. Father Mel ist mir wirklich wichtig und mein flapsiger Umgang mit ihm tut mir aufrichtig Leid. Seine Doktorarbeit, so habe ich gehört, ist sehr gut und auch ansonsten setzt er sich hier viel ein, auch gerade für uns.

2. Ich will mit diesem Blogeintrag die Gefühl darstellen, die ich im Laufe des Samstags gehabt habe, und zwar sehr direkt. Die aufgebrachten Töne in der Mitte sind genau dass, was ich gefühlt habe, die Einsicht am Ende brauchte einfach ein wenig, bis sie kam. Das heißt nicht, dass sie nicht durch die Situation verzerrt waren, aber wie gesagt, will ich, trotz der großen Öffentlichkeit dieses Blogs, auch sehr ehrlich sein. Darüber kann man sich streiten.

3. Ich mache neimandem hier einen Vorwurf für meine Situation! Alle Probleme, die ich hier beschreibe, sind von mir ausgelößt und drehen sich um mich. Die Mitarbeiter der Diözese und die Menschen in Bani haben mir unglaublich viel geschenkt und gegeben, manchmal mehr, als ich meiner Meinung nach verdient habe. Zögern, richtige enge Beziehungen so schnell einzugehen, ist verständlich, nein, vollkommen unausweichlich und vor allem beidseitig. Das ich hier überhaupt unterkommen darf, dass dieses Programm möglich ist, ist nur den Menschen hier geschuldet. Sollte also zwischen den Zeilen (oder unabsichtlich auch direkt) Kritik an irgendwem außer mir selbst vernehmen zu sein, bitte merkt euch, dass das meine Gefühle sind, die sehr individuel und einseitig sind. Allerdings muss ich auch sagen, dass es schwierig ist, mit dem zu arbeiten, was man gegeben bekommt, wenn es nicht zu einem passt. Hier ist wirklich niemand mehr Schuld und jeder hier, außer vielleicht mir, gibt sein Bestes, alles genau so abzustimmen, dass wir uns wohlfühlen. Eine perfekte Umgebung, genau auf unsere Wünsche angepasst, kann, will, und darf ich gar nicht erwarten. Der Lerneffekt wäre auch denkbar gering.
Also, die meisten Taga-Pilipinas (Menschen aus den Philippinen) sind sehr hilfsbereit, nett und gastfreundlcih und ich will ihnen auf keinen Fall vorwerfen, mich oder irgendjemanden schlecht zu behandeln. Ihre Unerschütterlichkit gegenüber den oft widrigen Umständen hier und ihr immer wieder kehrender Mut, Neues zu beginnen, verdient meine vollsten Respekt. Auch das war jetzt eine Verallgemeinerung, die natürlich so nicht auf jeden Menschen hier zu trifft, Aber ich finde ein statistisch signifikanter Teil der Menschen, die ich hier treffe, weißt diese Eigenschaften auf.
Ganz besonders sind unsere Gedanken und Gebete natürlich bei den Opfern des Taifuns in Samar/Leyte. Gegenüber diesen schier unüberwindbaren Probleme sind meine tatsächlich lächerlich.

Wenn irgendetwas an unserem Blog sauer aufstößt, ihr Frage habt oder irgendetwas nicht richtig findet, könnt ihr mir (und Lena wahrscheinlich auch) auf jeden fall schreiben, ich bitte euch sogar darum.

Viele Grüße ins weit entfernte Europa, dass ich langsam als Gelobtes Land idealisiere.

In meinem letzten Blogeintrag klang es schon an, dieser ist dem nun ganz gewidmet: Ich stecke in einer, oder besser in mehreren mehr oder weniger verbundenen Krisen.
Ich habe, noch bevor ich hierher gekommen bin, zu mir selbst gesagt, dass ich auf meinem Blog sehr ehrlich sein will und wirklich von mir berichten will und nicht nur davon, was ich erlebe. Also gibt es mal wieder eine Reise durch das sehr private Innere von Claas.

Eine Frage, die uns von zu Hause sehr oft erreicht, ist: „Wie geht es dir?“
Eigentlich eine nette Frage, die ausdrückt, dass man sich um den Anderen sorgt, dass sein Wohlbefinden einem nicht egal ist. Leute, im Ernst, Lena und mich stürzt diese Frage eher in die Verzweiflung. Sie von unserer Seite aus zu beantworten ist einfach fast unmöglich. Ich neige dazu, die Frage entweder mit „Prima“ zu beantworten (eine glatte Lüge) oder „Nicht so toll, aber…“ zu sagen. Auch dass ist eigentlich nicht genug.

Die letzten Wochen, aber gerade jetzt die letzte waren für mich das größte emotionale Chaos, was man sich vorstellen kann. Was mich alles bewegt, an mir zerrt und aus mir heraus will, will ich versuchen mit diesem Blogeintrag einzufangen. Erlebnisbericht gibt’s das nächste Mal wieder.

Um meine Situation verständlich zu machen, muss ich glaube ich meine Ausgangssituation ein bisschen schildern. Ich wohne nun 1 ½ Monate in Bani. Die ersten zwei Wochen habe ich bei Ate Lita verbracht, dann bin ich zu Dulce und Nito Castelo gezogen, aber auch mit dem Wissen, wieder umziehen zu müssen. Insofern bin ich noch nicht in meiner endgültigen Familie angekommen. Nun, langsam wurde das Thema etwas drängend und es haben sich auch verschiedene Leute angeboten mich aufzunehmen. Jede dieser potentiellen Gastfamilien hatte nur ein kleines (oder auch sehr großes) Problem: Keine hat Kinder in meinem Alter.

Hm, was ist daran denn jetzt das Riesen-Problem? Dann treffe ich halt Jugendliche und junge Erwachsene in der Kirche, im Chor oder sonst wo!
Das allerdings erweist sich immer wieder als das Problem. Es ist nicht so, dass es hier keine jungen Leute gibt, ganz im Gegenteil, der Anteil an jungen Leuten an der Bevölkerung ist auf den Philippinen viel höher als in Deutschland. Aber zwischen mir und fast jedem hier steht eine Wand. Nicht nur wegen der Sprache, die wegen der oft sehr guten Englischkenntnisse hier selten ein Problem ist, nein, da gibt es noch etwas anderes, etwas viel Ungreifbares.
Mein Ziel war also klar: Entweder ich finde eine Gastfamilie, die Jugendliche in meinem Alter hat, oder ich gehe zurück nach Alaminos, wo ich schon einige Leute kenne und auch ansatzweise mit ihnen befreundet bin.

Nachdem die Suche nach einer Gastfamilie mit Kindern diese Woche zum wiederholten Mal gescheitert ist, habe ich Sister Carol und Father Jonas, dem Priester von Bani, zu einem Gespräch nach Alaminos gebeten, um die ganze Sache mal zu klären und offen über die Alternativen zu reden. Dieses für mich sehr klare Gespräch, von dem ich mir viel erhofft hatte, ist voll gegen die Wand gefahren. Man hat mir, für die hiesigen Verhältnisse sehr direkt, gesagt: Tja, du hast das was wir dir jetzt geben aber zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen!
WIE BITTE!?!? Ähmm, Leute ich hab ein ernsthaftes Problem, ich sitze seit fast drei Monaten hier, bin einsam, mit meiner Arbeit nicht ganz zufrieden und kann mit keinem der Jugendlichen in Bani richtig in Kontakt kommen. Mein ohnmächtiger Zorn war grenzenlos und ich konnte mich kaum zurückhalten, einfach jeden an zu brüllen, der mir über den Weg lief. Die Situation hier in Bani war diesen Monat wirklich einfach unerträglich geworden und ich hatte mir jetzt Veränderung erhofft, aber nein!

Schäumend habe ich mein Mittagessen runter geschaufelt (eigentlich schade, es war ziemlich lecker, aber ich konnte es nicht genießen) und bin als Letzter mit der etwas hilflosen Magdalena zurückgeblieben. Dann kam Father Mel in den Raum. Super, das war ja jetzt wirklich wieder richtig schön philippinisch. Ein Problem kann nicht bearbeitet werden, ohne das jeder involviert wird.

Kurzer Einschub: Ich mag Father Mel unglaublich. Er ist ein kleiner Priester, der unglaublich gerne lacht und mit Leuten redet.  Das für uns aber Interessanteste ist, dass er vier Jahre lang in Sankt Georgen in Frankfurt studiert hat (ich glaube seine Doktorarbeit geschrieben hat) und sehr gut Deutsch spricht. Außerdem kennt er Frankfurt und Deutschland gut. Er ist erst diesen Sommer wieder zurück nach Alaminos gekommen und hat uns am Anfang viel mitgenommen und uns viel gezeigt und erklärt.
Für die heutige Geschichte auch interessant ist, dass er ein guter Freund von Father Jonas ist.

Der Grund, warum Father Mel auftauchte, war also für uns schnell klar. Ich und Father Jonas haben einen Streit, also ist Father Mel der beste Mittler.

Und tatsächlich, ich habe heute eine Seite an Father Mel kennengelernt, die mir so noch nicht bekannt war. Er ist ein sehr guter Menschenkenner und Ratgeber, etwas dass ich dem kleinen lustigen, etwas faulen Mann so bisher nicht zugetraut habe. Wie man Leute doch unterschätzen kann. Mein Respekt Father Mel und auch meine Freundschaft mit ihm ist heute ganz klar gewachsen.

Father Mel hat mir erst ein bisschen über seine Rückkehr nach Alaminos erzählt, „die ich aus Persönlichkeitsrechtlichen Gründen hier wieder entfernt habe“.
Nach dieser Geschichte hat mir Father Mel einige sehr pointierte Fragen gestellt, was denn genau meine Probleme seien. Und er hat ein sehr ernüchterndes, aber wahres Fazit gezogen: Deine Probleme wirst du aber nicht lösen, wenn du umziehst.
Denn genau wie Father Mel‘ sind auch meine Probleme nicht mit Bani im speziellen (jedenfalls glauben/hoffen wir das), sondern Symptom etwas anderes.

Was genau ist den jetzt eigentlich mein Problem und woher kommt es. Das war einer der Kernpunkte, den Lena und ich danach herausfinden wollten. Ich glaube, mein Problem liegt sehr im Kern dessen verborgen, was die vielen subtilen Unterschiede zwischen Europa und den Philippinen ausmacht.
Ich habe inzwischen drei Stadien der interkulturellen Erfahrung bei mir entdeckt. Wenn ich das erste Mal in ein fremdes Land komme, dann fallen natürlich sofort viele Dinge auf, die unterschiedlich sind. Anderes Essen, andere Kleidung, andere Architektur, hier auch sehr oft anderer Verkehr. Dies ist das, was man auch in einem Urlaub immer sieht, was mit den exotischen Reiz einer Reise ausmacht. Diese Dinge sind aber sehr oberflächlich. Auch das merkt man schnell, wenn man sich die Zeit nimmt, ein bisschen mit den Leuten zu reden.
Dann findet man schnell Gemeinsamkeiten, denn immerhin sind „die in dem Land“ ja alles Menschen und keine Außerirdischen. Man lacht zusammen, lernt Namen, läuft ein bisschen rum…
und merkt irgendwann die Wand, die ich oben beschrieben habe. Nicht sofort, nicht direkt, aber immer, und immer wieder. Mit manchen Leuten kann ich hier länger reden, mit manchen weniger lang, aber irgendwann kommen wir an einen Punkt, wo uns die Verbindung fehlt. Wo ein viel tieferer Teil der Kultur auseinander klafft, als nur das Essen oder die Kleidung. Man lernt immer sehr ordentlich, dass Asiaten anders kommunizieren, das es kulturelle Unterschiede gibt, die sehr schwer zu überbrücken sind. Das gesagt zu bekommen, ist eine eigene Sache, es aber am eigenen Leib zu erleben, wie schmerzhaft das sein kann, eine ganz andere.
Für so einen kulturellen Unterschied hat Simon, der schweizer Freiwillige im Reforestation Project eine interessante Metapher gehabt: Filipinos und nas sind wie Pfirsiche. Oft unglaublich süß und lieb außen (manchmal etwas zu süß für unseren Geschmack), aber mit einem steinharten Kern, den man nur mit unglaublich Zeit knacken kann. Da ist etwas wahres dran glaube ich. In diesem Kern verstecken sie leider oft auch ihre Probleme mit mir, was mich übervorsichtig werden lässt. Ich habe sehr viel Angst die Menschen hier zu verletzen, einfach weil ich weiß, dass sie mir nicht sagen werden, wann ich zu weit gehe.
Lena und mir ist noch eine Sache aufgefallen, die sehr oft ein Barriere und einen Abgrund darstellt. Unsere Lebenswirklichkeiten (mein neues Lieblingswort) und die der hiesigen Menschen gehen so weit auseinander, dass es oft schwer wird, einen gemeinsamen Punkt, wie Interessen oder Probleme zu finden, über den man sich etwas tiefer unterhalten kann. Das ist nicht immer so, aber doch sehr oft.

Father Mel’s Abschlusskommentar war auch ein sehr wichtiger: Vielleicht, Claas, ist es das, was du hier lernen sollst; das beste aus einer Situation zu machen, die im Ansatz so schwierig ist und die dir nicht gefällt.
Das war ganz im Ernst nicht der Ausgang des Tages, den ich mir heute morgen erhofft hatte, was sie nicht weniger wahr macht. Ich musste einsehen, dass ich auch die falschen Erwartungen hatte. Wir können dieses große Projekt, dieses Geschenk, unseren Freiwilligendienst, nicht einfach drehen und biegen, bis er passt. Wir können auch die Menschen hier nicht biegen, denn immerhin kommen wir ja hierher und verlangen genug, indem wir nur um eine Unterkunft bitten. Also bin ich doch wieder an dem Punkt, der mir so viel Bauchschmerzen macht. Jeder Schritt in Richtung stabiler und guter Beziehungen muss als erstes von mir kommen, denn von den Philippinen zu verlangen, sich zu mir zu bewegen, ist ein bisschen zu egozentrisch. Ob ich das kann, wird sich in den nächsten Wochen hoffentlich zeigen.

Diese Einsicht hat mich viel gekostet und ich kann ganz ehrlich sagen, dass ich sie so aufschreiben kann, aber noch keine Ahnung habe, wie ich damit jetzt meine konkreten Probleme hier vor Ort löse. Aber ich habe das Gefühl, dass ich heute einen Schritt in die richtige Richtung gemacht habe, auch wenn ich erst einmal vielen Leuten auf die Füße getreten bin. Ich weiß auch, dass ich an einen Punkt kommen werde, an dem ich mich nicht mehr auf die Menschen hier zu bewegen kann, weil mich eine einseitige Beziehung ohne Gemeinsamkeiten zu viel Kraft kostet. Diesen Punkt zu finden ist ein viel schwierigerer Balanceakt, als ich dachte. Am Anfang des Tages habe ich noch geglaubt, der Punkt sei erreicht.

Wer das jetzt zu Ende gelesen hat, bekommt wirklich den Loyalitäts-Orden Erster Klasse, außerdem eine Auszeichnung wegen Mutes in Angesicht von Laien-Soziologie. Ein bisschen Selbstironie muss ja sein, sonst käme das ganze nicht von mir. Der Terminus Technicus für mein Problem ist glaube ich Kulturschock. Was das in meinem Fall heißt, steht oben :-).

Viele Grüße von einem ziemlich fertigen Claas

P.S.: Der Blogeintrag stammt eigentlich von gestern Abend. Ich bin heute umgezogen und meine neue Gastfamilie besteht aus den Eltern Ate Nida und Kuya Jojo, sowie ihrer Tochter Jaja. Die ist leider erst in der 3. Klasse, also auch nicht das, was ich mir unter Gesellschaft vorgestellt habe. Meine gestern gefundene Ataraxie (das ist das erste Mal, dass ich dieses Wort außerhalb des Lateinunterrichts verwenden kann 🙂 )habe ich heute wieder verloren und hadere immer noch (oder schon wieder) mit meiner Situation. Mein Fernziel ist jetzt Weihnachten geworden. Wenn ich Weihnachten immer noch nicht das Gefühl habe, vorangekommen zu sein, setzte ich mich erneut mit Sr. Carol und Father Jonas zusammen.

6 Kommentare

  1. Martina Sommer Martina Sommer 17. November 2013

    Lieber Claas,
    vielen Dank für Deinen so ehrlichen und ausführlichen Bericht. Ich glaube Dir sehr gerne, dass die Kulturunterschiede und auch Deine Arbeit Dich bis zum Äußersten fordern.
    Mir hat immer, wenn ich mit Menschen oder Situationen nicht mehr weiter zu kommen glaubte, ein Spruch (von Adenauer?) geholfen: „Nimm die Menschen wie sie sind, andere gibts nicht!“
    Ich wünsche Dir noch mehr Neugier auf Deine Mitmenschen und ganz viel Kraft, Deine Situation und Aufgabe zu meistern. Ich bin mir sehr sicher, dass Du das schaffst – solange es Dir wichtig ist. Liebe Grüße

    Martina

  2. Norbert Hark Norbert Hark 17. November 2013

    Hallo Claas,

    es ist schon toll, wie offen und ehrlich Du Deinen Bericht verfasst hast. Ich kann Deine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Ich selbst hatte schon ein paar mal ähnliche Erlebnisse. Du durchlebst die Situation innerlich sehr aufmerksam und kannsr super deutlich formulieren, wie es Dir geht. Das ist großartig, denn dann kannst Du ander schwierigen Lage reifen.

    Du hast recht, die Menschen in den Phillipinen haben keinen Anlass und übrigens auch keine Chance sich Dir anzupassen. Es bleibt Dir nur Dich selbst zu verändern. Es gilt für jede Beziehung – mich kann ich ändern den anderen nicht.

    Du bist ein starker Mensch mit festem Charaktergrund. Die heute schwere Lage kann Dir morgen zum Lernprozess geworden sein. Das bedeutet, dass Du in einiger Zeit vielleicht froh bist, dass nicht alles glatt gelaufen ist. Das wünsche ich Dir jedenfalls.

    Ich bete für Dich und bin sicher dass Gott mit seinem Segen Deinen Weg begleitet.

    Ganz liebe Grüsse aus Katzenfurt
    Norbert

  3. Kristin Kristin 17. November 2013

    Hakuna matata claas.
    Es ist sehr schwer deinen Bericht zu lesen ohne sich Gedanken darüber zu machen wie man dich aufmuntern kann.
    Aufmuntern stimmt auch nicht, wohl eher stark machen für all das, was noch wohl auf dich zukommt.
    „Seh dir welt mit wachen Augen, lass die Sprüche die nicht’s taugen.
    Glaube an den guten Geist, der den rechten pfad dir weist.
    Flinke Hände. …
    Flinke Füße. ..
    Wache augen…
    Weites herz….
    …..
    Das alles bist du und kannst du.
    Kopf hoch und immer gerade aus.
    Du findest deinen weg noch.ganz bestimmt.
    Immer nur mut und ab durch die Mitte.
    Alles liebe, kristin.

  4. Claas Völcker Claas Völcker Autor des Beitrages | 18. November 2013

    Ich möchte auch hier noch einmal darauf hinweisen, dass ich den Leuten hier als aller Letztes Vorwürfe mache, eher mir selber. Johannes Situation kenne ich nur vage aus Erzählungen. Es tut mir Leid, dass er den Schritt gehen musste, den er gegangen ist, andererseits habe ich auch großen Respekt dafür, dass er gegangen ist, als es nicht mehr ging. Diese Entscheidung war für ihn hoffentlich die Richtige.
    Danke für die Aufmunterung, ich werde mich mal wieder daran machen, nach vorne zu gehen und die Situation für mich anzupacken.

  5. Miriam Streifel Miriam Streifel 18. November 2013

    Hallo Class,

    das schaffst du schon alles Gute.
    Miriam

  6. Johannes Russ Johannes Russ 27. November 2013

    Lieber Claas,

    ich hatte hier am Tag der Veröffentlichung dieses Blogeintrages schon mal ein Kommentar hinterlassen, irgendwie muss das aber verloren gegangen sein…

    Die Message noch mal in Kürze:
    Du sprichst mir zum Teil aus der Seele!
    Ich lebe momentan auch in einer Gastfamilie ohne Kinder (was ehrlich gesagt nicht besonders afrikanisch ist..) und merke, dass anscheinend nicht nur Filipinas/nos Pfirsiche sind, sondern dass es hier genauso schwer zu sein scheint, einen Draht zu Jugendlichen aufzubauen, wenn man keine Geschwister hat.
    Und dass die meisten dann irgendwie nicht an einer richtig tiefen Freundschaft interessiert sind, sondern es bei Oberflächlichem belassen.

    Und auch gesagt zu bekommen, „dass das jetzt halt mal so ist und akzeptiert werden muss“, fand ich schwer zu schlucken.

    Nichtsdestotrotz:
    Du schreibst, dass zwischen dir und „fast jedem eine Wand“ besteht. Das fast beinhaltet ja, dass es durchaus noch ein paar wenige gibt, bei denen man den harten Kern knacken kann und genau das hab‘ ich hier erlebt.
    Ich würde vermuten, dass das für die ganze Welt gilt und man überall gute Freunde finden kann. Es ist nur halt nicht so einfach, wenn die Kulturen grundverschieden sind.
    Und ich stimme dir zu, dass man bei so einem Freiwilligendienst lernt, das beste aus einer (Extrem-)Situation zu machen.

    Also steck den Kopf nicht in den Sand, sei geduldig und so offen, wie ich dich vorher erlebt habe, ich hoffe für dich (und bin mir sicher), dass daraus was wird und du mal an einem Ort bleiben kannst, ohne ständig umzuziehen.

    Sambische Grüße,
    Johannes