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Kleine fiese Moskitos

Hier geht es also weiter:

Letzten Montag war ich schon ziemlich fertig und habe viel im Bett gelegen und mich ausgeruht. Dienstagnachts hat mich dann das Fieber gepackt und von Dienstag bis Freitag zusammen mit Kopfweh ans Bett gefesselt. Zu dieser Zeit dachte ich, dass ich mir einfach nur einen Virus-Infekt eingefangen hätte. Doch das Fieber war ungewöhnlich hartnäckig. Drei Tage lang hatte ich trotz acht Paracetamol immer wieder steigendes Fieber.
Auch der Segen durch die blinde Großmutter, auf den Ate Anna bestanden hat, hat nicht geholfen. Er bestand daraus, dass sie ein Gebet gemurmelt hat und danach ein paar Reiskörner in eine Schale mit Wasser fallen ließ. Dann wurde die Position der Reiskörner bestimmt und ich musste einen bestimmten Text 2x hintereinander auf Pangasinan (dem Dialekt) sagen  (ich weiß immer noch nicht, was der Inhalt der Worte war). Dann wurden die Reiskörner in Watte gepackt und mit einem Gummi an meiner Kleidung befestigt. Ich musste versprechen, dass ich die Watte immer mit der Kleidung wechsel und in den nächsten zwei Tagen nicht dusche. Aberglaube eben! Ich habe das Spiel mit persönlichen Einschränkungen mal mitgespielt.
Erst samstags wurde mein Fieber dann besser und ich freute mich unglaublich, da ich doch unbedingt zur Hochzeit von Melody wollte. Denn Claas und ich durften Braidmaid und Braidman sein und  es wurde sogar extra ein Kleid nach meinen Maßen angefertigt. Ich wollte zur Sicherheit trotzdem noch einen Bluttest an diesem Tag machen, um mich wieder ruhigen Gewissens bewegen zu können.
Tja das Gewissen wurde dann erst mal ganz hart beunruhigt. Denn der liebe Krankenbruder (mir will gerade nicht die deutsche männliche Bezeichnung für Krankenschwester einfallen, sorry;)) erklärte mir dann, dass ich ganz und gar nicht gesund wäre. Viel mehr hätte ich Dengue-Fieber Typ I und dazu wären bestimmte Blutwerte viiiiel zu niedrig. Sie müssten mich also erst mal für 2 ein paar Tage zur Beobachtung hier behalten und am besten in den nächsten Minuten mit der Behandlung beginnen.

Da war ich dann erst mal sehr geschockt! Damit hatte ich nicht gerechnet! Bye,bye Hochzeit! 🙁
Dengue-Fieber!!! Ich dachte, dass bekomme ich bestimmt nie. Tja weit gefehlt!
Die nächsten 2 Nächte und Tage bis Montagnachmittag habe ich also im Krankenhaus, permanent an den Infusionsschlauch angebunden, verbracht. Mir wurden alle sechs Stunden Blut abgenommen und ich musste viel, viel trinken, einen Haufen Tabletten schlucken und was das schlimmste war, gegen mein Sättigungsgefühl essen. Denn bei Dengue hat man keinen Appetit, braucht aber viele Nährstoffe, damit der Körper wieder zu Kräften kommt.

Jedoch wurde mir mein Krankenhausaufenthalt damit versüßt, dass ständig entweder Grace oder Majoy (meine Gastschwester) bei mir waren. Denn in den Philippinen, braucht man immer eine Person an seiner Seite, die einem Wasser, verschriebene Medikamente oder sonstige Dinge, die man benötigt, kauft. Außerdem haben mich viele Menschen besucht, sei es Freunde aus Alaminos, Priester oder auch Gast-verwandte. Das hat mich sehr gefreut und mir wieder klar gemacht, wie wundervoll umsorgend und besorgt Philippinos/as doch sind und wie wichtig ihnen zwischenmenschliche Beziehungen sind. Besonders meine Gastfamilie war sehr besorgt um mich und hat sich in meiner Zeit, als ich so lange krank im Bett lag, rührend um mich gekümmert. Dafür bin ich sehr dankbar.

Leider habe ich in der Zeit, in der ich nun krank war, viele tolle, einmalige Dinge verpasst, wie das Oktoberfest, das Halloween-Fest mit der Jugend, Allerheiligen (das hier auch immer sehr groß gefeiert wird und auf das ich schon gespannt war) und natürlich die Hochzeit. Naja man kann ja leider bekanntlich immer nur auf einer Hochzeit tanzen :/

Seit gestern Nachmittag bin ich wieder aus dem Krankenhaus draußen. Jetzt geht es mir wieder recht gut! Ich habe kein Fieber mehr, nehme aber weiterhin ein paar Medikamente und ruhe mich noch viel aus. Ich bin heil froh, dass das Fieber vorbei und ich aus dem Krankenhaus draußen bin und hoffe, dass ich es auch bis zu meiner Ausreise nicht mehr von innen sehen muss!

Ich hoffe, euch geht es allen gut. Ich wünsche es euch!

Liebe glücklich gesunde Grüße
Magdalena

6 Kommentare

  1. Michael Ziegler Michael Ziegler 8. November 2013

    Hallo Magdalena,

    es freut und beruhigt mich sehr, dass es dir wieder besser geht.

    Herzliche Grüße
    Michael Ziegler

    • Magdalena Mai Magdalena Mai Autor des Beitrages | 13. November 2013

      Vielen Dank, Herr Ziegler!
      Ich hoffe, der Trubel in Limburg legt sich so langsam ein bisschen und es kehrt wieder Normalität ein.

      viele Grüße
      Magdalena

  2. Ludwig Berz Ludwig Berz 11. November 2013

    Wünsche Dir gute Besserung und hoffe, dass es Dir wieder gut geht. Ldwig

    • Magdalena Mai Magdalena Mai Autor des Beitrages | 13. November 2013

      Vielen Dank lieber Ludwig. Es ist schön so viele Besserungswünsche aus der Heimat zu erhalten. Ich habe mich wieder vollständig erholt.
      Liebe Grüße
      Magdalena

  3. Peter Herrmann Peter Herrmann 13. November 2013

    hallo Magdalena,
    ich habe in Claas blog gelesen, dass ihr von dem Taifun nicht betroffen seid. zum Glück, denn hier werden sehr dramatische nachrichten veröffentlicht.
    dann habe ich auch gelesen, dass du im Krankenhaus warst. gut, dass es eine ordentliche med. Versorgung gibt, und dass du es gut überstanden hast.
    Raquel hat schon einen Monat keinen Internetzugang. ich frage sie mal, ob sie auf dem Laufenden ist.
    Viele Grüße
    Peter Herrmann (Papa von Raquel)

    • Magdalena Mai Magdalena Mai Autor des Beitrages | 13. November 2013

      Lieber Herrmann,
      ich war auch sehr froh, dass die medizinische Versorgung vor Ort mir eine schnelle Genesung ermöglicht hat.
      Ich hoffe, dass Raquel bald auch wieder Internet hat. Ein Monat ist schon eine lange Zeit. Bitte richte ihr meine liebsten Grüße aus!
      Viele Grüße
      Magdalena