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Youth meeting

Einen wunderschönen verregneten guten Abend,

bei uns schüttet es gerade aus allen Eimern. So dass man schon direkt vollkommen nass ist, wenn man nur schnell essen gehen möchte und 5 Meter durch den Regen laufen muss. Ihr könnt euch also vorstellen, wie wir getrieft haben, als uns plötzlich eingefallen ist, dass unsere Wäsche noch draußen hängt 😉 Doch es war eine willkommene Abkühlung nach all der Hitze des Tages, so hatten wir quasi eine gratis Dusche.

Wir haben ein (für philippinische Verhältnisse) stressiges Wochenende hinter uns, an dem wir viel Spaß hatten. Wir wurden nämlich zu einem Jugendtreffen ins Priesterseminar eingeladen. Dort haben sich für 1 ½  Tage die Jugendleiter der Ministranten- und Jugendarbeit der verschiedenen Gemeinden getroffen, um an Workshops und Vorträgen teilzunehmen. Zwei Priester haben über das Thema des Treffens „Auserwählt, um den Glauben zu kennen, zu leben und zu teilen.“ einen Vortrag gehalten. Dabei ging es um die Rolle eines jeden Ministranten in seiner Gemeinde und wie er oder sie den Glauben teilen und leben kann.
Es war eine interessante Erfahrung, die Claas und mir viel Diskussionsstoff gegeben hat. Denn ein Jugendtreffen wäre in Deutschland komplett anders verlaufen. Als wir gelesen haben, dass ein Workshop stattfinden wird, hatten wir beide die Vorstellung von aktivem Ausarbeiten einer „Aufgabenstellung“ aus dem ein Ergebnis resultiert. Doch es war viel mehr ein Monolog einer Person, den die Jugendlichen passiv verfolgt haben. Über den Inhalt können wir nichts berichten, da die meiste Zeit Tagalog gesprochen wurde und wir leider noch nicht so gefestigt sind, als dass wir alles, bzw. nur einen Bruchteil, verstanden hätten.
Wir haben die vielen „Monologe“ und deren (auf Englisch präsentierten) Inhalte als Druck auf die Jugend empfunden. Da auf der einen Seite große Erwartungen in ihr Handeln gesetzt wird und auf der anderen Seite, die Jugendarbeit oft sehr unstrukturiert erscheint. Wir sind also sehr gespannt, was sie von ihren Plänen, die sie dann doch noch am Ende sehr wage und für unsere Verhältnisse unstrukturiert formuliert haben, umsetzten werden.

Doch neben all den passiv verfolgten Vorträgen hatten wir auch viel Spaß, nämlich bei der Abendgestaltung. Es gab ein Abendprogramm, das aus verschiedenen kulturellen Tänzen bestand. Auch wir hatten die Ehre bei dem Volkstanz „Untan ei“ mit zu tanzen. Es hat viel Spaß gemacht, da wir den Tanz erst kurzfristig freitagabends einzustudieren haben. Es ist ein Tanz, der ein bisschen der „Francaise“ (für Tanzkundige unter uns) gleicht. Ein Paartanz, der einer bestimmten Formation folgt. Wir mussten also versuchen sehr graziös, wie man es aus alten englischen Filmen kennt, über die Tanzfläche zu gleiten. Das hat so manchen Lacher eingebracht. Doch am meisten mussten wir uns das Lachen verkneifen, als uns gesagt wurde, dass wir natürlich auch die passenden Kostüme tragen müssten. Ihr könnt euch dann ja selbst ein Bild davon machen. 😉

Der Abend hat mit einem sehr schönen Taizégebet geendet, bei dem man wieder zu Ruhe kommen konnte. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Am Montag hat nun auch schon unsere letzte Woche hier in Alaminos begonnen. Wir erleben hier sehr intensiv, wie relativ doch die Zeit ist. Auf der einen Seite scheint es, als wäre die Zeit nur so geflogen und wir erinnern uns noch sehr gut an unsere Ankunft hier in Alaminos. Auf der anderen Seite haben wir schon unerwartet viel erlebt und es erscheint unrealistisch, dass erst einen Monat vergangen sein soll, seit wir Deutschland verlassen haben. Nun versuchen wir also unsere letzten Tage in der Umgebung von den Priestern, Office Ladies und anderen lieben Menschen zu genießen. Gestern haben wir den Versuch gestartet einen richtigen deutschen Schokoladenkuchen zu backen. Wir sind erst einmal eine gefühlte Ewigkeit durch den Supermarkt geirrt, bis wir alle Zutaten gefunden hatten. Denn natürlich kann man nicht davon ausgehen, dass Mehl, Zucker, Vanillezucker und Backpulver wie in Deutschland neben einander im Regal stehen… Zurück in der Küche haben wir uns voll Freude ins Backen gestürzt, bis uns aufgefallen ist, dass wir leider die gesalzene Butter erwischt hatten. Das Ergebnis war dann aber doch viel besser als wir erwartet hatten. Es hat allen sehr gut geschmeckt und wir wurden schon gefragt, ob wir nicht regelmäßig backen können. Also werden wir am Freitag, quasi als vorläufige Verabschiedung, nochmal backen. Dann aber mindestens die doppelte Menge, damit auch jeder etwas probieren kann.

Am Samstag werden wir uns dann leider von unserem Leben hier in der Bishop´s residence verabschieden müssen. Denn dann geht es auf ins neue Abenteuer Projektarbeit, Gastfamilie, Gemeindeleben. Doch zum Glück sind wir in Alaminos jeder Zeit herzlich Willkommen und werden ganz sicher regelmäßig vorbeischauen, um vielleicht auch noch den ein oder anderen Kuchen zu backenJ

Die nächsten Artikel gibt es dann aus Mabini, wo ich hoffentlich auch einen Internetzugang finden werde.

Liebe Grüße
Magdalena